Zurückhaltende Anleger
Deutsche Börse erleidet Gewinneinbruch

Obwohl sich die Aktienkurse langsam wieder von der Krise erholen, leidet die Deutsche Börse unter einem Gewinneinbruch. Viele Anleger halten sich in der Krise mit Käufen zurück.
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EschbornDie Flaute an den Finanzmärkten macht der Deutschen Börse zu schaffen. Weil sich die verunsicherten Anleger im Handel mit Aktien und Derivaten zurückhalten, verbuchte Deutschlands größter Börsenbetreiber einen deutlichen Gewinnrückgang im dritten Quartal und kassierte seine Jahresziele. "Auch das dritte Quartal war geprägt von Unsicherheit über die Zukunft der weltwirtschaftlichen Konjunktur und die Situation in der Euro-Zone", erklärte das Frankfurter Unternehmen am Montagabend. "Darüber hinaus besteht anhaltende Unsicherheit über die weitreichenden Reformvorhaben in der Finanzindustrie und deren Auswirkungen auf Marktteilnehmer."

Im laufenden Jahr erwartet die Deutsche Börse nur noch Nettoerlöse von rund 1,95 Milliarden Euro statt der Anfang des Jahres in Aussicht gestellten 2,15 bis 2,30 Milliarden Euro. Die Prognosesenkung kommt nicht überraschend, zumal der Konzern bereits im Juli gewarnt hatte, seine Ziele nur bei einer signifikanten Verbesserung des Marktumfelds zu erreichen. Die geringeren Erlöse würden sich auch negativ auf den bisher anvisierten Betriebsgewinn (Ebit) von 1,2 bis 1,35 Milliarden Euro auswirken, erklärte die Deutsche Börse, ohne ein neues Ebit-Ziel für 2012 zu nennen.

Im kommenden Jahr hofft der Konzern jedoch auf Besserung. "Für 2013 sieht sich das Unternehmen gut positioniert, die Nettoerlöse gegenüber 2012 zu steigern, sofern sich das Marktumfeld nicht weiter verschlechtern wird." Finanzchef Gregor Pottmeyer will zudem Geld in die Hand nehmen, um das Angebot in der Derivate-Abwicklung und im Sicherheiten-Management auszubauen. "Für das nächste Geschäftsjahr planen wir eine weitere Erhöhung der Investitionen, um den Ausbau der Infrastruktur und die Erschließung neuer Wachstumsfelder vor dem Hintergrund eines neuen regulatorischen Rahmenwerks für die globalen Finanzmärkte weiter zu beschleunigen", kündigte er an.

Von Juli bis Ende September fielen die Ergebnisse der Börse deutlich schwächer aus als im starken Vorjahresquartal, in dem es wegen Turbulenzen in der Eurozone und der Bonitätsherabstufung der USA durch die Ratingagenturen an den Märkten hoch her ging. Zudem profitierte die Börse damals von einem bilanziellen Sondereffekt im Rahmen der vollständigen Übernahme der Derivate-Börse Eurex.

Im dritten Quartal ging der Betriebsgewinn der Börse (Ebit) um gut ein Viertel auf 245 Millionen Euro zurück, der Überschuss halbierte sich fast auf 160 Millionen Euro. Die Nettoerlöse fielen mit einem Rückgang von 19 Prozent auf 471 Millionen Euro etwas schwächer. Dies ist im wesentlichen darauf zurückzuführen, dass der Konzern nach Übernahme der verbliebenen Beteiligung an der Derivate-Börse Eurex vom Schweizer Konkurrenten Six seit Jahresbeginn die Eurex-Umsatzerlöse zu 100 Prozent statt zu 85 Prozent für sich verbuchen kann.

Finanzchef Pottmeyer sprach von einem soliden Ergebnis in schwierigen Zeiten. Wie im Februar angekündigt, werde der Konzern deshalb im vierten Quartal weitere eigene Aktien im Wert von rund 100 Millionen Euro zurückkaufen, bekräftigte Pottmeyer.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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