Zusatzbeitrag
DAK-Kunden haben sich zu früh gefreut

Aufsehern und Konkurrenten missfällt das forsche Vorgehen der Krankenkasse DAK. Ob wie angekündigt der ungeliebte Zusatzbeitrag des Instituts abgeschafft wird, ist keineswegs sicher. Dies entscheidet die Aufsicht.
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FrankfurtAufseher und Konkurrenten in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bremsen die DAK. Die geplante Abschaffung des ungeliebten Zusatzbeitrages der drittgrößten deutschen Krankenkasse müsse noch entschieden werden, sagte ein Sprecher des Bundesversicherungsamtes BVA auf Anfrage des Handelsblatts. Dies werde die Aufsicht aufgrund der finanziellen Daten tun, wenn ein entsprechender Antrag von der DAK gestellt worden sei. Diesen gebe es bisher jedoch noch nicht. Der Sprecher reagierte damit auf die scharfe Kritik von fünf großen Krankenkassen an der DAK-Ankündigung. 

Die DAK hatte zuletzt den Eindruck erweckt, als sei die Genehmigung für die Streichung des Zusatzbeitrages eine reine Formsache. Dies kritisierte der Präsident des BVA, Maximilian Gaßner, bereits am 20. Oktober persönlich in einem Schreiben an DAK-Chef Herbert Rebscher. Es habe keine informelle Zusicherung für eine Abschaffung des DAK-Zusatzbeitrages gegeben, heißt es in dem Brief von Gaßner. „Im Gegenteil: Seitens des BVA wurde anlässlich der Präsentation des Finanzkonzepts auf der Verwaltungsebene eine Abschaffung des Zusatzbeitrages als kritischer Punkt bewertet“, schrieb Gaßner. „Bis zum Abschluss des gesetzlich vorgeschriebenen Verfahrens, das auch eine Anhörung des GKV-Spitzenverbandes beinhaltet, bleibt daher offen, ob eine Genehmigung überhaupt erfolgen kann.“ 

Dieser Kritik schlossen sich am vergangenen Freitag auch die Vorstandsvorsitzenden der beiden größten Konkurrenten, Barmer GEK und Techniker Krankenkasse, sowie die Chefs drei weiterer Krankenkassen an: KKH-Allianz, Hanseatische Krankenkasse (HEK) sowie hkk. Diese Ersatzkassen verbindet mit der DAK eine Haftungsgemeinschaft. „Die Folgewirkungen einer finanziell instabilen Ausgangsbasis sehen wir mit großer Sorge“, heißt es in dem Brief der DAK-Konkurrenten. „Bereits auf Basis der öffentlich verfügbaren Finanzdaten lässt sich abschätzen, dass der Verzicht der fusionierten Kasse auf einen Zusatzbeitrag ab dem 01.04.2012 deren finanzielle Lage bis zum Jahresende 2012 deutlich belasten wird.“ 

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Die DAK spricht von "Rufschädigung"

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  • Das sehen wir genauso. Nur wechseln hilft und staft ab.
    Satte Gewinne verzeichnen und uns wenigen, die arbeiten das Geld aus der Tasche ziehen. Langsam haben wir die Nase voll die Vorstandsvorsitzenden noch reicher zu machen.

  • Weitere hunderttausende Mitglieder der DAK tun besser daran, die Kasse zu wechseln. Nur das stärkt den Wettbewerb. Der Zusatzbeitrag gehört in die Tonne.

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