Zustimmung der Aktionäre
Deutsche Bank darf Boni erhöhen

Die Bank darf ihre Bonus-Grenze anheben und bleibt so flexibel bei der Mitarbeiterentlohnung. Beim Aktionärstreffen sprach sich das Geldhaus zudem klar gegen die Finanzierung eines Kohlehafens am Great Barrier Reef aus.
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FrankfurtDie Aktionäre der Deutschen Bank haben am Donnerstag einer Anhebung der Bonus-Obergrenze zugestimmt. Damit kann der Frankfurter Dax-Konzern seinen Investmentbankern künftig variable Vergütungen zahlen, die doppelt so hoch sind wie deren Grundgehalt. Diese 2:1-Regelung könnte für 1700 Mitarbeiter der Bank gelten.

Mit der Neuregelung reagiert Deutschlands größtes Geldhaus auf die verschärften EU-Bonusvorgaben: Seit diesem Jahr soll der Bonus für Banker grundsätzlich maximal nur noch so hoch sein dürfen wie das Festgehalt. Nur wenn die Aktionäre einer Bank zustimmen, darf der Bonus maximal das Doppelte des Grundgehalts betragen. Bisher konnten die Institute Boni in theoretisch unbegrenzter Höhe ausschütten.

Co-Chef Jürgen Fitschen hatte bei der Hauptversammlung versichert, es gehe nicht darum, „das Gesamtvergütungsniveau zu erhöhen oder die Boni zu verdoppeln“. Das Institut wolle sich aber eine möglichst große Flexibilität bei der Bezahlung seiner Mitarbeiter erhalten.

Großaktionäre hatten bereits vor dem Aktionärstreffen Zustimmung zu dem Schritt signalisiert. Die Alternative wäre, die Fixgehälter für tausende Mitarbeiter noch deutlicher zu erhöhen, damit Führungskräfte unter dem Strich nicht weniger verdienen. Dann hätte die Bank in schlechten Zeiten aber weniger Spielräume, Personalkosten zu senken.

Angesichts schärferer Regeln der Aufseher sieht sich die Deutsche Bank ohnehin zum Sparen gezwungen. „Um unsere Strategie verstärkt voranzutreiben, werden wir ein Maßnahmenpaket umsetzen, mit dem wir auf den neuen Kostendruck in unserem Umfeld reagieren“, erklärte Fitschen. „Die Kosten, die anfallen, um neue Regulierungsvorschriften zu erfüllen, sind beträchtlich.“ Konkrete Schritte nannte er nicht.

Um Zweifel an ihren Puffern gegen neue Krisen zu beseitigen, hatte die Deutsche Bank am Sonntag eine weitere Kapitalerhöhung angekündigt – die dritte seit der Finanzkrise. Sie soll acht Milliarden Euro in die Kassen bringen und bringt dem deutschen Branchenprimus einen neuen Großaktionär in Person eines Scheichs aus Katar. Da dadurch die Anteile der Alt-Aktionäre weiter verwässert werden, gibt es auch Kritik an diesem Schritt. Plötzlich nehme die Bank „Staatsgeld aus dem Orient“ an, um ihre Ziele zu erreichen, sagte Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

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  • @ Ofelas:

    Richtig. Jedesmal wenn die Boni-Erhöhung auf der Hauptversammlung kritisiert wurde, gab es breiten Applaus für die Kritik.

    Und am Ende haben die Kaffee- und Kuchen-Aktionäre dann doch die Erhöhung mit über 90% abgenickt.

    Ich habe bei diesem Punkt mit "Nein" gestimmt.

  • Ist doch nur Fiat-Money welches den Bonibankstern ermöglicht ein luxuriöses Leben zu leben...
    Ob sie dadurch im Bewußtsein reifen sei dahingestellt.
    Die Masse der Menschen interessiert es eh nicht. Sie leben ihr erbärmliches "Brot und Spiele" Leben und kümmern sich nicht um das was wirklich wichtig in der Welt wäre... Also kriegen sie von den schlaueren in den Ar... getreten. Gemeinsam aber zerstören sie den Planeten auf dem sie leben.
    Armselig....

  • das muessen die Aktionaere ja nicht absegnen aber sie tun es!

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