Zweites Quartal
Credit Suisse legt wenig für Klagen zurück

In der vergangenen Woche hatte Credit Suisse überraschend Kapitalmaßnahmen und vorläufige Zahlen verkündet. Der detaillierte Bericht zeigt jetzt, dass die Bank kaum Kosten für mögliche Schadenersatzzahlungen erwartet.
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ZürichTrotz Libor-Affäre und Steuerermittlungen in den USA rechnet die Schweizer Großbank Credit Suisse nicht mit größeren Kosten für Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzklagen. Im zweiten Quartal legte die Bank 29 Millionen Franken für Gerichtsverfahren sowie mögliche Bußgelder und Schadenersatz-Forderungen zur Seite, wie es im am Dienstag veröffentlichten detaillierten Geschäftsbericht für das zweite Quartal hieß. Im Quartal davor hatte die Bank für den gleichen Zweck 68 Millionen Franken (56 Millionen Euro) zurückgestellt.

In der Libor-Affäre hätten interne Prüfungen keine Hinweise zutage gefördert, dass die Bank in dieser Hinsicht mit einem schwerwiegende Problem rechnen müsse, stellte die Bank im Quartalsbericht fest und bekräftigte ihre Aussagen vom vergangenen Mittwoch bei der Veröffentlichung des Quartalsabschlusses.

Weltweit laufen in der Libor-Sache Ermittlungen gegen mehr als ein Dutzend Großbanken. Ihnen wird vorgeworfen, von 2005 bis 2009 den Zinssatz Libor und andere Marktzinsen mit falschen Angaben manipuliert zu haben. Als erstes Haus hat Barclays ein Fehlverhalten eingeräumt und sich mit Behörden in den USA und Großbritannien auf eine Geldbuße von einer halben Milliarde Dollar geeinigt.

Für den Steuerstreit mit den USA, die Credit Suisse Beihilfe zu Steuerhinterziehung vorwerfen, stellte die Bank bereits im letzten Jahr 325 Millionen Dollar (322 Millionen Franken) zurück. Ende 2011 beliefen sich die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten auf insgesamt 870 Millionen Franken.

Zuletzt musste der Präsident der Schweizer Großbank Konzernchef Brady Dougan öffentlich in Schutz nehmen gegen Kritik an dessen Glaubwürdigkeit. „Der Verwaltungsrat steht hinter Brady Dougan und dem Topmanagement“," sagte Verwaltungsratspräsident Urs Rohner der Zeitung „Finanz und Wirtschaft“.

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