Zweites Quartal HRE sendet wieder SOS

Die schlechten Nachrichten vom Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) reißen nicht ab. Obwohl der Staat die ums Überleben kämpfende Bank bereits mit 100 Mrd. Euro gestützt hat, benötigt die HRE immer noch mehr Kapital.
Hypo Real Estate in München. Der verstaatlichte Immobilienfinanzierer schreibt weiterhin tiefrote Zahlen. Quelle: ap

Hypo Real Estate in München. Der verstaatlichte Immobilienfinanzierer schreibt weiterhin tiefrote Zahlen.

(Foto: ap)

ax/HB MÜNCHEN. Der ums Überleben kämpfende Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) wartet auch nach der Mehrheitsübernahme durch den Staat mit neuen Hiobsbotschaften auf. Im zweiten Quartal werde das Ergebnis "zumindest im hohen dreistelligen Millionenbereich" belastet, teilte die Bank in München mit.

Grund sei eine weitere Risikovorsorge auf Forderungen und Wertpapiere im Zuge von Finanzkrise und Rezession. Die Wertberichtigungen beträfen in erster Linie Immobilienkredite, hieß es. Dabei seien vor allem die Märkte Nordamerika, Südeuropa und Großbritannien betroffen, aber auch in Deutschland hätten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschlechtert. "Diese Entwicklung führt zu einer hohen Eigenkapitalbelastung insbesondere bei der Hypo Real Estate Bank AG." Nähere Details zur Entwicklung im zweiten Quartal will das Institut am 7. August vorlegen. Die HRE bekräftigte zudem frühere Aussagen, wonach mindestens für die Jahre 2009 und 2010 mit Verlusten zu rechnen ist.

Erst Ende Mai hatte die Hypo Real Estate ein weiteres Mal Kapitalbedarf angekündigt. Der Vorstandsvorsitzende Axel Wieandt hatte gesagt: "Wir hätten ohne staatliche Hilfe das Geschäft nicht fortführen können und brauchen weitere Hilfe."

Die HRE musste im Herbst nach Fehlspekulationen ihrer irischen Tochter Depfa mehrmals gerettet werden und wird nunmehr mit 100 Mrd. Euro gestützt. Der Staat hat mittlerweile über eine Kapitalerhöhung mehr als 90 Prozent der HRE-Anteile übernommen und will nun die verbliebenen Kleinaktionäre aus dem Unternehmen drängen. Dieser sogenannte Squeeze-out soll auf einer außerordentlichen Hauptversammlung Mitte August beschlossen werden. Zahlreiche Anteilseigner wollen sich gegen diesen Schritt zur Wehr setzen.

Die HRE hatte im vergangenen Jahr einen Verlust von 5,5 Mrd. Europ gemacht. Im ersten Quartal betrug das Minus 406 Mio. Euro vor Steuern. Im zweiten Quartal dürfte der Verlust noch einmal deutlich höher sein.

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