Zyprische Krisenbank
Jeder vierte Banker geht in den Vorruhestand

Die Kunden der Bank of Cyprus sind leidgeplagt. Das größte Geldhaus des kleinen Inselstaates zwingt Anleger, fast die Hälfte ihrer Einlagen in eine Beteiligung an der Bank einzutauschen. Jetzt wird am Personal gespart.
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NikosiaBei der krisengeplagten Bank of Cyprus geht jeder vierte Mitarbeiter in den freiwilligen Vorruhestand. Die größte Bank des klammen Inselstaates erklärte am Freitag, in einem wichtigen Schritt für den Konzernumbau würden 1370 Beschäftigte das Institut verlassen.

Die Bank of Cyprus zwang im Rahmen des internationalen Rettungsprogramms vermögende Kunden dazu, fast die Hälfte ihrer Einlagen über 100.000 Euro in eine Beteiligung an der Bank einzutauschen. Sie will nun ihre Personalkosten um gut ein Drittel senken.

Demnach sollten Guthaben über 100.000 Euro, die bei der Bank of Cyprus deponiert wurden, zu 37,5 Prozent in Aktien der Bank umgewandelt werden. Weitere 22,5 Prozent wurden vorübergehend gesperrt. Davon sollen zwölf Prozent nun wieder freigegeben werden. Der Rest werde in drei Tranchen aufgeteilt, die dann nach sechs, neun und zwölf Monaten ebenfalls freigegeben werden sollen. Diese Regelung kann allerdings einmal verlängert werden. Die Zinsen auf diese Guthaben liegen den Angaben zufolge über den sonst üblichen Zinsen.

Zur Abwendung der Staatspleite werden Sparer in Zypern stärker zur Kasse gebeten. Die Zwangsabgabe für vermögende Kunden bei dem größten Kreditinstitut des Landes belaufe sich auf 47,5 Prozent, hatten die nationale Zentralbank und das Finanzministerium am Dienstag mitgeteilt. Das krisengeschüttelte Euro-Land und seine Geldgeber hatten sich im März zunächst auf eine geringere Abgabe verständigt, nachdem erst ein noch höherer Beitrag von 60 Prozent im Gespräch gewesen war.

Die Beteiligung vermögender Sparer war in den zähen Verhandlungen zur Stabilisierung Zyperns die Gegenleistung für die zehn Milliarden Euro umfassenden Hilfen von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF).

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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