Zyprische Sonderabgabe
Banken beruhigen deutsche Sparer

Die deutsche Finanzwelt nimmt die Zwangsabgabe, die zyprische Sparer zahlen müssen, als „außerordentliche Maßnahme“ zur Kenntnis. Deutsche Sparer müssten sich nicht sorgen, heißt es etwa beim Sparkassen-Verband.
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DüsseldorfDie Details über die Zwangsabgabe für zyprische Sparer sind noch nicht beschlossen, aber fest steht: Im Zuge des Rettungspakets werden Bankkunden mit Guthaben bei zyprischen Banken zur Kasse gebeten. Geldautomaten sind bereits gesperrt, Transaktionen etwa per Online-Banking unterbunden, um einen Bankensturm zu verhindern. Das Parlament soll heute abstimmen, wie viel des Guthabens zur Finanzierung des Rettungspakets zurückgehalten wird.

Viele Handelsblatt-Online-Leser kommentieren etwa auf der Facebook-Seite den Entschluss mit großer Sorge, da er Symbolcharakter habe und die Möglichkeiten zeige, die ein Staat beim Zugriff auf private Vermögen habe. Die deutsche Finanzbranche beruhigt jedoch. „Deutsche Sparer müssen sich keine Sorgen machen“, sagte Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), dem Handelsblatt. Nach Einschätzung des DSGV habe die Lage in Zypern nichts mit der Lage in Deutschland zu tun. „Die Situation zeigt, dass es sehr gut ist, keine einheitliche europäische Einlagensicherung zu haben“, so Fahrenschon.

Die Sparkassen kämpfen gegen europäische Pläne, dass das Sicherungssystem von Bankeinlagen grenzübergreifend organisiert wird. Allerdings ist fraglich, ob eine europaweite Einlagensicherung eine Sonderabgabe auf Bankeinlagen wie in Zypern anders wirken lassen würde.

Auch der Präsident des Bundesverbands Deutscher Banken, Andreas Schmitz, zeigt sich ob der Beteiligung der Bankkunden gelassen. Es handele sich um eine einmalige Aktion, die als „außerordentliche Maßnahme“ ein Einzelfall bleiben müsse, so Schmitz zur „Rheinischen Post“. Im Falle Zyperns halte er due Entscheidung „jedoch für vertretbar.“ Unter anderem gilt Zypern als Schwarzgeldhort vor allem für russische Anleger, weshalb sich auch großer Widerstand gegen das Rettungspaket gebildet hatte.

Kommentare zu " Zyprische Sonderabgabe: Banken beruhigen deutsche Sparer"

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  • http://www.politaia.org/wirtschaft/banken/zypern-gazprom-bietet-banken-rettung-gegen-gaslizenzen/

    Soeben gelesen, so ergibt das Ganze doch einen Sinn.
    So erzwingt man auch den Ausverkauf, genannt Privatisierung, dieser länder.
    In Schulden treiben , dann aufkaufen.

  • Ja, nur so geht's! Sie sagen es.
    Und da "wir" für das Handeln und Schuldenmachen "unserer" Regierung ebenso verantwortlich sind, wird's bei uns ebenso gehen.

  • "Deutsche Sparer müssten sich nicht sorgen, heißt es beim Sparkassen-Verband."
    Zypriotische Sparer mussten sich auch nicht sorgen - bis letzen Samstag. Da war es zu spät zum Abräumen.
    Die altmodische zypriotische Oma, die ihr Geld nicht für Mickerzinsen auf der Bank, sondern in ihrem schwarzen Sparstrumpf unter der Matratze liegen hatte, war eine kluge Frau.

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