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06.01.2009 
Sentix-Umfrage

Anleger misstrauen dem Dax weiterhin

von Ulf Sommer

Die jüngste Erholung an den Börsen könnte sich als Strohfeuer erweisen. Nach dem miserablen Aktienjahr 2008 bleiben Anleger einer Umfrage des Analysehauses Sentix zufolge auch für die kommenden Monate sehr skeptisch. Bis Jahresende sehen sie kaum Gewinnchancen mit Dividendentiteln. Im Frühjahr erwarten die Investoren gar noch einmal einen Einbruch.

Symbol für den Abschwung: An ein Bullenjahr wollen die Anleger nicht glauben. Foto: dpaLupe

Symbol für den Abschwung: An ein Bullenjahr wollen die Anleger nicht glauben. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Folgen die Börsen den jetzigen Einschätzungen ihrer Akteure, haben die Aktienkurse nach den guten Handelstagen kurz vor und nach dem Jahreswechsel ihr Pulver bereits weitgehend verschossen. Knapp 800 befragte private und institutionelle Anleger erwarten, dass der Deutsche Aktienindex (Dax) Ende 2009 bei rund 5 100 Punkten notieren wird. Das ergibt die Umfrage des Frankfurter Researchinstituts Sentix.

"Nach einem schwachen Auftakt rechnen Anleger mit einem starken zweiten Halbjahr", sagt Sentix-Experte Patrick Hussy. Das Analysehaus hatte die Investoren danach befragt, mit welchem Kursverlauf sie in den kommenden vier Quartalen rechnen. Dabei überwog die Einschätzung, dass die Börsen bis zum Frühjahr kräftig nach unten rutschen. Bezogen auf den maßgeblichen europäischen Index Stoxx 50, rechnen die Anleger mit einem Minus von fast sechs Prozent. Doch anschließend dürften die Börsen durchstarten und das Jahr mit 2 636 Punkten beenden. Unter dem Strich stände demnach ein minimaler Gewinn. Gestern notierte der Euro Stoxx bei 2 550 Punkten.

"Ich teile die Skepsis für die Anfangsmonate. Doch der Optimismus für das zweite Halbjahr beruht allein auf Hoffnung", sagt Thomas Körfgen, Leiter des Aktienfondsmanagements der SEB Invest. Die Investoren hofften auf positive Konjunkturimpulse durch den Obama-Effekt. Dabei erwarteten sie günstige Auswirkungen durch das Eine-Billion-Dollar-Konjunkturpaket des künftigen US-Präsidenten. Obendrein setzten viele Anleger auf ein besseres Jahr, weil 2008 so desaströs geendet ist. Mit einem Minus von 40 Prozent hatte der Dax sein zweitschlechtestes Ergebnis in der Geschichte eingefahren.

Nachdenklich sollte darüber hinaus stimmen, dass die Profis skeptischer urteilen als die Kleinanleger. Die Institutionellen sagen ein Dax-Niveau von durchschnittlich 5 068 Punkten voraus, Kleinanleger immerhin von 5 122. "Professionelle Investoren liegen mit ihren Prognosen längerfristig besser als die Privaten", sagt Hussy nach acht Jahren Sentix-Erfahrung. Behalten die Institutionellen auch diesmal recht, lohnt sich ein Engagement in diesem Jahr also kaum.

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