Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat ihre Ermittlungen wegen des Verdachts auf unerlaubten Handel mit Aktien des Beteiligungsunternehmens Arques vertieft. „Wir haben eine förmliche Untersuchung wegen des Verdachts des Insiderhandels in Aktien der Arques AG eingeleitet“, sagte ein BaFin-Sprecherin am Montag.
HB MÜNCHEN. Die routinemäßige Überprüfung von Handelsbewegungen habe tiefer gehende Recherchen notwendig gemacht. Das Verfahren werde mehrere Wochen dauern. Sollte sich der Verdacht erhärten, gebe die BaFin das Verfahren an die Staatsanwaltschaft weiter, sagte die Sprecherin.
In der zweiten Jahreshälfte 2005 hatten Arques-Chef Peter Löw sowie der damalige Finanzvorstand Stefan Gros wiederholt Aktienpakete gehandelt. Mitte Dezember war Gros nach nur sechs Monaten im Amt entlassen worden. Löw hatte ihm Verstöße gegen interne Regelungen beim Aktienhandel vorgeworfen, war aber wenig später selbst ins Visier der BaFin geraten. Anfang 2006 eskalierte ein inzwischen beigelegter Streit zwischen der Starnberger Firma und der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR). Die so genannte Bilanzpolizei hatte Arques vorgeworfen, ihre Bilanz nach dem internationalen Rechnungslegungsstandard IFRS für 2004 mangelhaft aufgestellt und den Gewinn zu hoch ausgewiesen zu haben.
Arques hat sich auf die Sanierung mittelständischer Firmen spezialisiert und wurde durch die Übernahme der Nachrichtenagentur ddp bekannt. Zum Portfolio gehören auch der Kinderwagenhersteller Teutonia sowie einige Druckereien, die in der börsennotierten Tochter Arquana zusammengefasst sind.

