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05.09.2007 
Tognum auf dem Weg in den MDax

Börsenneulinge drängen in die Auswahlindizes

Die Börsenneulinge sind auf dem Vormarsch: Kaum am Kapitalmarkt angekommen, drängen einige von ihnen schon in die Auswahlindizes. Dank einer hoher Marktkapitalisierung und des großen Interesses der Anleger dürften sie manch alten Börsenhasen aus den Spitzenligen schmeißen.

HB FRANKFURT. Am Mittwoch wird die Zusammensetzung der großen deutschen Indizes Dax, MDax, TecDax und SDax überprüft. Aufsteiger sind die Firmen, die zu den größten und deren Aktien zu den am meisten gehandelten Titeln im Prime Standard des deutschen Aktienmarkts zählen.

Ein Abstieg aus der Liga der mittelgroßen Werte droht nach Ansicht von Experten Patrizia Immobilien. Der Aktienwert des Immobilienkonzerns hat sich auch wegen der Krise am US-Hypothekenmarkt seit Jahresanfang mehr als halbiert, womit Patrizia nicht mehr zu den 60 größten Unternehmen im MDax zählt. Dagegen erfüllt der erst seit Anfang Juli gelistete Dieselmotorenhersteller Tognum die Kriterien für eine Indexaufnahme mit Leichtigkeit. „Damit dürfte die Aufnahme als gesetzt gelten“, stellt Index-Experte Christian Stocker von Unicredit fest.


» Klick für Klick: Die Auf- und Absteiger-Kandidaten an den Börsen

Daneben ist nach Ansicht des Experten auch die MDax-Mitgliedschaft von AMB Generali in Gefahr, weil die Aktie des Versicherers nicht mehr häufig genug gehandelt wurde. „Zudem ist meinen Hochrechnungen zufolge der Index-Verbleib von Deutsche Euroshop und Deutz gefährdet“, sagt Index-Expertin Anke Platzek von der Landesbank Baden-Württemberg. Auf einen frei werdenden Platz können nach Einschätzung der beiden Experten Arques, Gerresheimer, Demag Cranes und Air Berlin hoffen. Bei der Depfa Bank, deren Index-Mitgliedschaft langfristig wegen der Übernahme durch die Hypo Real Estate gefährdet ist, wird sich zunächst noch nichts ändern.

Im SDax stehen nach Platzek zufolge ebenfalls mehrere Veränderungen bevor. So gebe es mit Wacker Construction, VTG, Homag, SKW Stahl und Gesco gleich fünf Unternehmen, die in den Kleinwerteindex aufsteigen könnten. Demgegenüber müssen Schwarz Pharma auf jeden Fall und möglicherweise die DAB Bank, Loewe und Takkt ihren Platz räumen. Zudem könnte Gerresheimer zunächst in den SDax aufgenommen werden, und nicht gleich in die Reihen der MDax-Werte vorstoßen.

Für den TecDax gibt es mit Versatel lediglich einen einzigen Aufstiegsanwärter. Allerdings könnte der Telekommunikationsanbieter auf der Zielgerade gescheitert sein, sagt Platzek. Nach dem heftigen Kursrutsch in den vergangenen Tagen, als die Aktie um fast 30 Prozent einbrach, sei die Aufnahme in den TecDax nicht mehr sicher. Sollte ein Platz für Versatel geräumt werden müssen, dürfte es nach Ansicht der Index-Experten Jenoptik, Bechtle, IDS Scheer oder Rofin-Sinar treffen.

Die Index-Änderungen werden nicht sofort umgesetzt, erst zum 24. September werden Plätze getauscht. Im Leitindex Dax sollte alles beim Alten bleiben, erwarten die beiden Experten.

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