Fundamental stützte das Rettungspaket der US-Regierung für die halbstaatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac die Märkte. Wäre dies nicht – etwas überstürzt – vergangenen Sonntag publik gemacht worden, sei durchaus ein Kurs-Crash drin gewesen, hieß es dazu im Handel. Vor allem eine Aktion der US-Börsenaufsicht SEC hat dann einen Kurssprung ausgelöst: Mit der Ankündigung eines Verbots für eine beliebte Art von Leerverkäufen wurde den Wall-Street-Bären der Teppich unter den Füßen weggezogen. „Das hat den Markt zu massiven Eindeckungen gezwungen“, sagte ein Händler. Das Verbot gilt ab Montag und bezieht sich vor allem auf US-amerikanische, aber auch europäische Bankentitel. Folgerichtig kam es bereits vorher zu einer undifferenzierten, marktbreiten Rally aller Finanzwerte.
Eine gute Nachricht versteckt sich zudem hinter den extrem schlechten Geschäftszahlen von Merrill Lynch: Obwohl der US-Broker mit fast fünf US-Dollar Verlust pro Aktie in einem einzigen Quartal auffiel, ging die Rally im Banken-Sektor weiter. „Die wirklich gute Botschaft dahinter ist, dass der Markt wieder anfängt zu differenzieren“, kommentierte ein Analyst die Entwicklung. Zuvor hätten schlechte Nachrichten einer Bank den gesamten Sektor abgeschossen, nun habe es nur noch Merrill getroffen; der restliche Sektor habe zugelegt. „Das zeigt, dass die Vernunft zurückkehrt“, so der Analyst weiter: „Unbeteiligte werden nicht mehr in Sippenhaft genommen“.
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Technische Analysten rechnen nun mit einer breit angelegten Bodenbildung in den europäischen Aktienmärkten. Mit seinem neuen Jahrestief und dem kurzfristigen Fall durch die 6 000er-Marke habe der Dax wohl sein „Panik-Potenzial“ nach unten ausgereizt. Bis zu rund 6 600 Punkten könne sich der Index noch erholen, bevor mit Gewinnmitnahmen zu rechnen sei. So gehen zum Beispiel die Analysten Commerzbank davon aus, dass die Kurserholung im Dax erst einmal weitergeht. Dafür sprächen technische Stimmungsindikatoren.
Helaba-Analyst Markus Reinwand sieht zwar mit Blick auf die US-Bilanzsaison Chancen für positive Überraschungen, warnt aber vor weiteren Risiken. „Es ist zu früh, um Entwarnung zu geben“, erklärt er. Die 6 000-Punkte-Marke könnte noch einmal getestet und auch unterschritten werden. Die nächste Unterstützung liege dann bei 5 800 Zählern. Wie Reinwand erwartet auch NordLB-Analyst Tobias Basse kein langfristiges Abtauchen des Dax unter die 6 000er-Marke.
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