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02.08.2008 

Der Leitindex hatte nach dem Fall auf ein Zwei-Jahres-Tief Mitte Juli binnen weniger Tage knapp 600 Zähler zugelegt. Am Freitag lag er wieder knapp unter 6 400 Zählern. Im Spannungsfeld zwischen einer leicht positiv überraschenden Berichtssaison in den USA und den bisher eher verhaltenen Zahlenwerken der europäischen Unternehmen hat der deutsche Aktienmarkt in der abgelaufenen Woche damit eher seitwärts tendiert. Dabei zeigte sich, dass die den Zyklikern zugerechneten Unternehmen aus Europa die Erwartungen nicht erfüllten. Positiv ist dagegen zu vermerken, dass die Banken - zumindest teilweise - die in den Kreditportfolios schlummernden Risiken langsam in den Griff bekommen.

Liquidität ist weiterhin im Überfluss vorhanden, allerdings gehen Investoren sehr behutsam damit um. Anleger behalten ihr Cash auf den eigenen Büchern, nachdem sie den Finanzjongleuren in den vergangenen Jahren blind vertrauten. Dass die niedrigen Aktienkurse einiger deutscher Unternehmen Investoren zum Einstieg verführen, zeigt der Einkauf von Maria-Elisabeth Schaeffler bei Continental und von Susanne Klatten bei Nordex. Während der Einstieg bei Continental eher strategisch einzustufen ist, wird die Beteiligung an Nordex als langfristiges Finanzinvestment gewertet. Aber auch der globale Player TDK will seine Position mit Epcos stärken.

Nachdem in den vergangenen Jahren Private-Equity-Unternehmen kurzfristige Beteiligungen an deutschen Unternehmen eingegangen waren, treten nun längerfristig denkende Investoren in den Vordergrund. So wurde in den vergangenen Wochen zudem darüber spekuliert, ob Kuwait seinen Stake an Daimler ausbauen wird. PPR hat bei Puma zuletzt einige Stücke eingesammelt, und die internationalen Pharmakonzerne flirten mit den Biotechnologieunternehmen. Ein Paukenschlag wäre allerdings, wenn sich ein chinesischer Staatsfonds in ein Dax-Unternehmen einkaufen würde. Einigen Siemens-Managern wird daher ein sorgenvoller Blick in Richtung China nachgesagt.

Chartanalyse: Wie Techniker Aktien und Märkte einschätzen

Bei einigen Metallen sind die hochgefahrenen Förderkapazitäten auf eine sinkende Nachfrage getroffen und haben zu rückläufigen Preisen geführt. An den Kapitalmärkten wird die Entwicklung des Ölpreises mit größtem Interesse verfolgt. Dabei ist zu vermerken, dass die Opec bei der Förderung nie größere Zugeständnisse gemacht hat und das Angebot damit relativ stabil verharrte. Dagegen stellt sich vielmehr die Frage, wie viel spekulatives Geld aus dem Öl fließen wird.

Denn eines zeigt sich: Der Rückgang des Ölpreises von knapp 150 auf unter 125 US-Dollar hat jüngst positive Impulse geliefert. Zum einen führen sinkende Rohstoffpreise in vielen Industrien zu einer Verbesserung der Marge und liefern zudem einen Wachstumsimpuls. Zum anderen werden die Notenbanker die Entwicklung mit einem lachenden Auge verfolgen, denn mit einem abnehmenden Inflationsdruck können sie sich stärker der flauen Wirtschaftsdynamik zuwenden.

Notenbanken im Fokus

Die Mitglieder der Notenbanken diesseits wie jenseits des Atlantiks werden sich in der kommenden Woche treffen, um über die künftige Zinspolitik zu beraten. Dabei werden die Themen bei der US-Notenbank Fed (Federal Reserve), der Bank of England wie der Europäischen Zentralbank (EZB) nur in Nuancen abweichen. Einer starken Abkühlung des Wirtschaftswachstums stehen weiterhin hohe Inflationsraten gegenüber. Einhellig gehen Marktbeobachter davon aus, dass die Notenbanker im Gleichschritt ihre Zinsen bestätigen werden. Daher dürften vor allem die Ausblicke das Interesse auf sich ziehen. Der in die heiße Phase startende Präsidenten-Wahlkampf in den USA dürfte dabei die US-Notenbank in den kommenden Monaten lähmen.

In der neuen Woche werden wieder Auguren Hochkonjunktur haben, die glauben, auf Basis der Aussagen der Notenbanker die künftige Geldpolitik vorhersagen zu können. "Die Frage bei der Fed ist, wie viele Stimmen sich für Zinserhöhungen aussprechen", betont Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. "Je stärker der Druck steigt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed noch vor dem Jahresende die Zinsen erhöht." Am Markt sei ein solcher Schritt aber noch nicht vollständig in den Kursen enthalten. Der Führungszirkel der Fed hat ihre Zusammenkunft für kommenden Dienstag geplant. Die Ratssitzung der EZB soll zwei Tage später folgen.

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