Dass es auch die Analysten momentan nicht einfach haben, zeigte zuletzt das Auseinanderlaufen von Konsensschätzungen und tatsächlichen Ergebnissen. Dabei muss nicht einmal in die zweite oder dritte Unternehmensreihe geschaut werden oder in den Bankensektor mit der zuletzt sehr volatilen Ertragsentwicklung. Bei Ford erwarteten die Analysten im Konsens einen Verlust von 0,27 US-Dollar je Aktie, der Automobilgigant schockte mit einem Verlust von 3,88 Dollar je Anteilschein.
Positive Nachrichten, die die Bärenmarkt-Rally der vergangenen zwei Wochen begleiteten, haben zwar auch am Freitag die Anleger überrascht – und prompte Reaktionen an den Börsen hervorgerufen. Dennoch bleibt die Macht der Belastungsfaktoren. Der US-Immobilienmarkt wirft weiter seine Schatten. Der Ölpreis, dessen Rückgang auf 125 US-Dollar von knapp 150 US-Dollar die Stimmung an den Aktienmärkten aufhellte, scheint seine Schwäche zunächst überwunden zu haben. Und dann gibt es noch die Gefahr steigender Inflation.
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Die westliche Welt importiert die Inflation nun aus den Wachstumsmärkten, nachdem sich die Globalisierung lange deflationär ausgewirkt hatte. Die ING-Bank rechnet damit, dass sich die Inflationsrate auf einem höheren Niveau einpendelt. Eine hohe Inflation wirke sich auf die Aktienmärkte ungünstig aus, da sie zu Zinserhöhungen und damit zu niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnissen (KGV) führe. Die Inflationsrate von rund vier Prozent in der westlichen Welt wirke sich bereits negativ auf die KGV aus. In der Vergangenheit führten Inflationsraten ab sechs Prozent regelmäßig zu einem Verfall der KGV an den entwickelten Märkten. Diesmal sollte es aber nach Einschätzung der ING nicht so weit kommen.

