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05.07.2008 
Börse

Dax-Ausblick: Den Boden im Visier

Ölpreis, Inflation und Finanzkrise drücken die Börsen weiter. US- und europäische Aktien sind bereits unter die Tiefststände des Jahres gefallen. Der Dax werde folgen, sagen Marktbeobachter. Weit entfernt ist der Index nicht mehr.

Beobachter sehen Dax weiter fallen. Foto: dpaLupe

HB FRANKFURT. In der abgelaufenen Woche hat der Dax rund 1,8 Prozent verloren, zeitweise war er bis auf 6 200 Punkte gefallen. Am Freitag pendelte der deutsche Leitindex um 6 300 Punkte. Unverändert schwach und anfällig für Korrekturbewegungen bis in den Bereich des Märztiefs dürfte sich der deutsche Aktienindex Dax auch in der kommenden Woche zeigen; Anleger werden also weiterhin starke Nerven brauchen. Eine Trendwende ist nach Auffassung vieler Aktienstrategen nicht in Sicht; sie können keine Gründe für eine nachhaltige und fundamental begründete Erholung des Kursbarometers der heimischen Standardwerte erkennen.

Aktienanalysen: Die Charts der Woche

"Ölpreis, Inflation und Subprime sind weiter die bestimmenden Faktoren für die Börse, und von daher stehen alle Zeichen auf Verkauf", sagt Wolfgang Duwe von der Bremer Landesbank. Nachdem beim US-Standardindex Dow Jones und dem europäischen Stoxx50 die alten Tiefststände vom Frühjahr gefallen sind, "wollen das einige jetzt offensichtlich auch beim Dax sehen". Im März hatte der Notverkauf der ehemals fünftgrößten US-Investmentbank Bear Stearns die Finanzmärkte weltweit in Turbulenzen gestürzt. Der Dax war bis auf 6 167 Punkte, den tiefsten Stand seit anderthalb Jahren, gefallen.

Andere Marktbeobachter hoffen unterdessen auf eine Stabilisierung; Optimisten halten gar angesichts der stark überverkauften Lage eine womöglich sogar recht kräftige technische Gegenreaktion durchaus für möglich. "Es ist inzwischen so vieles an schlechten Nachrichten in den Kursen vorweggenommen, dass den Markt kaum noch etwas richtig aus der Fassung bringen dürfte", sagt zum Beispiel Steffen Neumann von der LBBW. Er hält kurzfristig eine Kurserholung für wahrscheinlich - aber unter dem Vorbehalt, dass die politischen Spannungen zwischen Israel und dem Iran nicht eskalieren und der Ölpreis nicht enorm anzieht.

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