4 Bewertungen ****
16.08.2008 
Märkte in Spannung

Dax-Ausblick: Der Ölpreis-Joker

Weniger Unternehmensnachrichten, dafür wieder mehr Spannung auf der Konjunkturseite - so dürfte sich das Umfeld für die Aktienmärkte in der kommenden Woche darstellen. Als Joker könnte sich der Ölpreis erweisen: Sinkt er weiter, dürfte das die Aktienkurse beflügeln. Wären da nicht die Konjunktursorgen.

Bulle und Bär vor der Deutschen Börse in Frankfurt. Foto (Archiv): APLupe

Bulle und Bär vor der Deutschen Börse in Frankfurt. Foto (Archiv): AP

HB FRANKFURT. Die Aussichten für den Aktienmarkt bleiben verhalten. Seit Ende vergangener Woche hat sich der Dax wenig verändert, der Leitindex pendelte am Freitag Nachmittag um 6 440 Punkte. Die nächste Woche wird nach Einschätzung von Aktienstrategen viel Spannung, aber wenig Bewegung bieten.

„Die Mehrheit der Anleger bleibt angesichts der bestehenden Unwägbarkeiten in der Warteposition“, sagt Markus Reinwand von der Helaba und verweist unter anderem auf den anhaltenden Strom negativer Nachrichten aus dem Finanzsektor. Da die Zahl der Quartalsberichte von Firmen langsam abebbt, dürfte der düstere Konjunkturausblick in den Vordergrund rücken.

Der Fokus verlagere sich dabei von den USA auf die Euro-Zone, sagt Hans-Jörg Naumer von Allianz Global Investors. Als „Joker“ für die Börse könnte sich Naumer zufolge der Ölpreis erweisen, der seit seinem Rekord im Juli von fast 150 Dollar je Fass um mehr als 20 Prozent gefallen ist. „Das zerpflückt Konjunktur- und Inflationssorgen und könnte für den Markt sehr positiv und förderlich sein.“ Die sinkenden Rohstoffnotierungen haben bei den deutschen Unternehmen einen nachlassenden Margendruck zur Folge.

Dax-Sentiment: Was erwarten Sie für den deutschen Leitindex?

Der stärker werdende Dollar wiederum könnte die Aktienkurse exportorientierter deutscher Firmen stützen, denn ihre Wettbewerbsbedingungen im Dollarraum verbessern sich. Darüber hinaus ist die nun ausklingende Berichtssaison nicht so schlecht verlaufen, wie teilweise im Vorfeld erwartet worden war.

Bleiben die Sorgen um verschiedene Branchen. Finanzwerte dürften auf Grund möglicher abermaliger Abschreibungen weiteren Kapitalbedarf mit sich bringen. Der teils angekündigte Stellenabbau im Bereich Investmentbanking macht deutlich, dass die Cash-Quellen der vergangenen Jahre versiegen und die Eigenkapitalrendite unter Druck gerät. Die zyklischen Konsumwerte dürften in den kommenden Monaten unter einem aufgrund der Reallohnentwicklung schwächeren privaten Verbrauch leiden.

Chartanalyse: Was die Techniker erwarten

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Markt-Monitor

Börse und Politik: Das Tempo passt nicht!  Artikel in Merkliste

17.11.2008 von Ralf Drescher

Was hat der G20-Gipfel den Märkten gebracht? Die Antwort fällt ernüchternd aus. Warum Anleger von der Politik keine Unterstützung erhoffen dürfen. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Weiche Südflanke  Artikel in Merkliste

06.11.2008 von Gerd Höhler

Griechenland und Italien werden im gefolge der Finanzmarktkrise abgestraft: Beide Länder müssen für Staatsanleihen deutlich höhere Zinsen zahlen als die Mitgliedstaaten, die bei der Verschuldung vorsichtiger agiert haben. Kommentar

Handelsblatt Börsenradio 21.11.2008 (Abendausgabe) 

21.11.2008Börsenradio

Bundespräsident Horst Köhler übt scharfe Kritik an Bankern - LBBW und BayernLB werden über Fusion verhandeln - Citigroup-Topmanager denken über Verkauf nach - Hypo Real Estate erhält Garantien über 20 Milliarden Euro aus Rettungsfonds - Dax bricht im Wochenverlauf um mehr als 12 Prozent ein Anhören


Anzeige