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16.12.2007 
Hohe Volatilität

Dax-Ausblick: Die Rally fällt wohl aus

Die Börse macht ihren Beobachtern derzeit immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Krisenszenarien folgt ein Anstieg über 8 000 Punkte, Hoffnungen auf eine Jahresendrally macht ein neuerliches Abrutschen zunichte. Volatilität nennen Marktstrategen diese Schwankungen, die auch die kommende Woche bestimmen werden, so die Prognosen.

HB FRANKFURT. Die letzte Handelswoche vor Weihnachten wird den Anlegern nach Einschätzung von Experten keine vorzeitigen Geschenke bescheren, statt dessen dürfte die Volatilität, also die Tendenz zu starken Kursausschlägen, dem deutschen Aktienmarkt erhalten bleiben. Die Umsätze werden wohl unterdessen bereits stark unter dem nahenden Jahresende leiden, meinen Händler. Wer nichts mehr tun müsse, werde nichts mehr tun.

Ausgenommen davon sei das alljährliche "Window-Dressing", also Fonds-Käufe von gut gelaufenen Werten und -Verkäufe von schlecht gelaufenen Werten vor dem Jahresausweis. Diese könnten insbesondere Kurse in der zweiten und dritten Reihe durcheinander wirbeln, denn mit der kommenden Woche laufe auch das Jahr praktisch bereits ab. Der Handel am Donnerstag und Freitag vor Silvester dürfte erst recht von dünnen Umsätzen, geringer Liquidität und dann auch vom Fehlen vieler Marktteilnehmer geprägt sein.



"Eine Jahresendrally ist kaum zu erwarten", sagt Stratege Dennis Nacken von Allianz Global Investors (AGI) am Freitag und trifft damit den Tenor auch anderer Analysten. "Wir erwarten vielmehr eine volatile Woche." Mit einer Seitwärtsbewegung des Dax in einem schwierigen Umfeld rechnet Michael Köhler von der LBBW. Die 8 000er-Marke könnte zwar noch in diesem Jahr wieder geknackt werden. Mit einer starken Aufwärtsbewegung sei jedoch in den kommenden Tagen nicht zu rechnen. Die Vorgaben aus der abgelaufenen Woche geben für solche Erwartungen auch keinen Anlass: Der Dax verlor unter dem Strich ein knappes Prozent.

"Nachdem die fundamentalen Risiken in den letzen Tagen in den Hintergrund geschoben wurden, sind sie nun wieder da", erklären die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger. Nach der Zinssenkung in den USA hätten "viele Investoren ihrem eigenen Aktionismus nicht mehr getraut"; sie würden "nun kurzfristig die entstandenen Kursgewinne wieder mitnehmen". "Ist damit die Jahresendrally beendet?" fragen die Experten in ihrer aktuellen "Marktmeinung aus Stuttgart" und bejahen ihre Frage "in der Tendenz". Das bedeute ? schließen auch die Stuttgarter ?, "dass wir uns weiterhin mit einem sehr volatilen Markt abfinden müssen". Dazu gehöre auch die "bekannte Kurskosmetik" zum Jahresende. "Wir bleiben aber kritisch für den Verlauf in den nächsten Monaten", resümieren die Ellwanger & Geiger-Marktbeobachter.

Anleger rechnen hingegen nicht mit großen Bewegungen im deutschen Leitindex und setzen weiterhin auf einen stabilen Kursverlauf. Dies zeigt die aktuelle Sentimentanalyse des Daytradebrokers Clickoptions. "Kaum ein Anleger rechnet momentan mit eindeutig steigenden oder fallenden Kursen", wertet Clickoptions-Sprecher Richard Ohl die Käufe und Verkäufe von Optionen aus.


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