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10.08.2008 

Für die zunächst positiven Erwartungen spricht nach Ansicht einiger technischer Analysten, dass der Bund-Future mit dem Sprung über die 113er-Marke ein Kaufsignal nach einem Doppel- oder Dreifachtief knapp unter 110 gegeben hat. Daraus ließen sich aus technischer Sicht Ziele im Bereich von über 116 Prozent ableiten. Von der Zinsseite dürfte der Rückenwind für die Aktien demnach weiter wehen.

Dazu passt, dass die Rohstoff-Hausse aus technischer Sicht gebrochen zu sein scheint. Zwar sollte eine kurzfristige Erholung der Ölpreise nicht überraschen, denn die letzte große Anstiegswelle hatte den Ölpreis von 87 auf 147 Dollar geführt. Er hat nun also genau die Hälfte der Gewinne wieder abgegeben. Bei solchen Marken gibt es häufig Gegenbewegungen.

Diese dürften aber schnell zum Ausstieg genutzt werden, meint Marktanalyst Christoph Zwermann von Zwermann Financial. Rohstoffe seien zur Asset-Klasse geworden. Anleger müssten deshalb nun die Reißleine mit Stop-Loss-Verkäufen ziehen, wenn der Trend wie jetzt gegen sie laufe. Zwermann rechnet mit einem schnellen Fall auf etwa 109 Dollar je Barrel und hält auch Preise knapp unter 100 Dollar für möglich.

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Mit dem Fall des Euro unter 1,5290 Dollar bahnt sich auch am Devisenmarkt die Trendwende an. Euro-Kurse unter 1,50 Dollar sind nun wieder wahrscheinlich geworden, was gut ist für die Ertragssituation der exportorientierten Industrie, wie es heißt. Doch alle diese auf den ersten Blick positiven Faktoren haben ihren Haken. Zwermann warnt, ein fallender Euro könnte zum Verkauf deutscher Aktien durch US-Anleger führen. Auf Dollar-Basis liege der Dax nicht allzu weit weg von seinem Allzeithoch, das reize zu Gewinnmitnahmen, wenn die Währungsseite kippe.

Zudem wurde das Wirtschaftswachstum in den USA im zweiten Quartal unter anderem von der guten Exportkonjunktur gestützt. Ein fester Dollar könnte diesen Konjunkturpfeiler zum Einsturz bringen, warnt Heino Ruland von FrankfurtFinanz. Ruland erwartet auch, dass der fallende Ölpreis die Aufträge für die deutsche Industrie aus den Öl- und Bric-Staaten dämpft.

Ruland fürchtet zudem mit Blick auf schwache Auftragseingänge und Indikatoren für die Konsumentenstimmung, Deutschland sei bereits in die Rezession gerutscht, und diese könnte bis Mitte 2009 anhalten. Der Markt rechne aber mit einer technischen V-Umkehr der Konjunktur und deshalb mit deutlich steigenden Unternehmensgewinnen im kommenden Jahr. Ruland selbst rechnet mit einem Minus bei den akkumulierten Dax-Gewinnen von 18 Prozent im laufenden und 15 Prozent im kommenden Jahr. Er erwartet deshalb einen Fall des Dax auf 5 400 Punkte.

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