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19.06.2007 
Reaktion auf EU-Richtlinien

Deutsche Börse ändert Gebührenmodell

Die EU fordert einheitliche Gebühren von den deutschen Börsen: Der Kunde soll von Anfang an wissen, welche Kosten bei einer Order auf ihn zukommen. Während die Börse in Frankfurt kein Geheimnis daraus macht, in welcher Höhe die Transaktionsgebühr ausfallen wird, halten sich andere eher bedeckt – denn hier könnte sich Wettbewerb entwickeln.

ben FRANKFURT. Die Deutsche Börse vereinfacht ihr Gebührenmodell und reagiert damit auf die EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid. Ab dem 1. November wird es nach Angaben eines Sprechers eine einheitliche Transaktionsgebühr je Order auf dem Parkett geben. Die übrigen Börsen in Deutschland werden nach eigenen Angaben nachziehen, wollten sich aber konkret nicht dazu äußern. Es zeichnet sich aber ein Preiskampf um die günstigsten Gebühren ab.

Hintergrund ist die Anforderung der Mifid, dass ein Anleger vor Aufgabe einer Order wissen muss, was ihn diese an Gebühren kostet. Bislang war dies im vor allem bei Kleinanlegern beliebten Parketthandel nicht der Fall. Denn die am Parkett entstehende so genannte „Schlussnotengebühr“ von 1,75 Euro konnte je nach Ausführung der Order mehrfach anfallen. Da die Mifid vorschreibt, dass eine Bank eine Kundenorder an die Börse leiten muss, an der – unter Berücksichtigung der Gebühren – das Geschäft am günstigsten ist, muss deren Höhe ab November vor Erteilung des Auftrags feststehen.

In Frankfurt soll nun ab November die Schlussnotengebühr durch eine Transaktionsgebühr ersetzt werden. Gestern gab der Marktführer bekannt, dass diese im Handel mit Zertifikaten und Optionsscheinen 1,95 Euro je Order betragen wird. Hinzu kommt die Entlohnung (Courtage) des Maklers.

Wie hoch die Frankfurter Transaktionsgebühr im Handel mit Aktien sein wird, wollte die Frankfurter Börse noch nicht offen legen. Möglicherweise will sie warten, bis die zweitgrößte Börse in Stuttgart ihr Gebührenmodell vorstellt. Stuttgart zwar hat für den Zertifikatehandel bereits zu Jahresbeginn eine Transaktionsgebühr von zwei Euro eingeführt, aber auch noch nicht öffentlich gemacht, wie die Gebühren demnächst im Aktienhandel aussehen werden. Die übrigen Börsen warten offenbar die Entscheidungen der beiden Platzhirsche ab und legten ihre neuen Preismodelle noch nicht offen.

Ob der Privatanleger von einem möglichen Preiskampf profitiert, wird davon abhängen, ob die Banken mögliche Preissenkungen an den Kunden weitergeben.

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