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08.08.2007 
Zahl der Aktienbesitzer weiter rückläufig

Deutsche lassen Aktien links liegen

Seit dem Höhepunkt der Börsen-Hausse zu Beginn des Jahrtausends ist die Zahl der Aktienbesitzer hierzulande kontinuierlich zurückgegangen. Auch im ersten Halbjahr dieses Jahres hat die Zahl der Deutschen abgenommen, die Aktien oder Anteile an Aktienfonds halten. Dafür ist ein anderes Finanzinstrument auf dem Vormarsch.

rad FRANKFURT. Die Zahl der Aktienbesitzer hat in Deutschland trotz neuer Rekordstände an den Börsen im ersten Halbjahr 2007 weiter abgenommen. Nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts (DAI) besaßen im Durchschnitt 10,5 Millionen Deutsche – das entspricht 15,8 Prozent der Bevölkerung – Aktien oder Anteile an Aktienfonds, vergleichen mit 10,7 Millionen im zweiten Halbjahr des Vorjahres.

Seit dem Höhepunkt der Börsen-Hausse zu Beginn des Jahrtausends ist die Zahl der Aktienbesitzer hierzulande kontinuierlich zurückgegangen. In der Spitze waren im Jahr 2001 fast 13 Millionen Deutsche direkt oder indirekt am Aktienmarkt aktiv. Der Kurseinbruch insbesondere im Technologiesegment Neuer Markt sorgte in der Folge aber für eine Massenabkehr der Anleger von der Börse.

Als kleines positives Signal wertet das DAI die Tatsache, dass zumindest die Zahl der Anleger, die direkt in Aktien investiert haben, im ersten Halbjahr um 214 000 auf 4,3 Millionen zugenommen hat. Das unter dem Strich dennoch ein Minus steht, liegt an massiven Abflüssen aus Aktienfonds. Vergleichen mit dem zweiten Halbjahr 2006 sank die Zahl der Aktienfondsbesitzer in Deutschland um eine halbe Million auf knapp acht Millionen.

Einen Grund für die anhaltende Flucht der Deutschen aus Aktien und Fonds sehen Experten in der boomenden Nachfrage nach Derivaten, also synthetischen Wertpapieren, die mit Hilfe von Optionen die Wertentwicklung etwa von Aktien, Indizes oder Rohstoffen abbilden. Nach aktuellen Zahlen des Branchenverbandes Derivate Forum ist der Markt für Zertifikate und Hebelprodukte wie Optionsscheine und Knock-Out-Papiere im ersten Halbjahr erneut um 18,2 Prozent gewachsen. Insgesamt habe das Marktvolumen Ende Juni bei 136 Mrd. Euro gelegen, nach Schätzungen des Verband das Marktvolumen jetzt auf 136 Mrd. Euro, nach rund 110 Mrd. Euro zum Jahresende 2006.

Neben der wachsenden Nachfrage haben auch die deutlich gestiegenen Aktienkurse im ersten Halbjahr das Marktvolumen deutlich in die Höhe getrieben. Für Juni, als der Preiseffekt bereits leicht negativ war, fällt die Monatsbilanz des Derivate Forums entsprechend weitaus bescheidener aus. Im Vergleich zum Vormonat stieg das Marktvolumen lediglich um 0,2 Prozent.

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