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30.10.2006 
Insiderdaten

Die Kauflaune lässt nach

von Christian Schnell

Die Kauflaune der Top-Manager für Aktien ihres Unternehmens hat in den letzten Wochen spürbar nachgelassen. Sowohl in Deutschland als auch in den USA tendieren die entsprechenden Barometer deutlich unter den Niveaus, die sie im August und September erreicht haben.

FRANKFURT. „Wir haben den Höhepunkt nachhaltig überschritten“, sagt Olaf Stotz vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen. Das Insider-Barometer, das die Fifam alle zwei Wochen in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking veröffentlicht, zeigt derzeit 130 Punkte und liegt damit deutlich unter den 150 Punkten vom September.

Damit steht die für Privatanleger abzuleitende Indikation zwar weiter auf Kauf, schließlich beginnt diese Zone bereits ab 110 Punkten. Dennoch: „Im Vergleich zur letzten Analyse haben die Käufe weiter abgenommen“, sagt Stotz. Stützend wirkt im Moment, dass auch bei den Verkäufen das Volumen leicht gesunken ist.

Ein ähnliches Bild ergibt sich in den USA, wo der Blick auf Insiderdaten eine weitaus größere und längere Bedeutung hat als in Deutschland. Dort waren die Insiderkäufe im Zeitraum vom Frühjahr bis August auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2000 gestiegen. Seitdem aber der Dow Jones von Allzeithoch zu Allzeithoch eilt und auch der breitere S&P-500-Index so hoch steht wie seit über fünf Jahren nicht mehr, lässt die Kauflaune nach. Gleichzeitig ist die Zahl der Verkäufe, die im Sommer auf den niedrigsten Stand seit Frühjahr 2003 gesunken war, gestiegen. Ein Trendwechsel steht jedoch nicht bevor. „Die Unternehmenslenker hier sind weiter sehr, sehr optimistisch“, sagt Richard Mastain, Chef des US-Vermögensverwalters Jennison Associates.


» Special: Was Analysten meinen, wenn sie „kaufen“ sagen


Obwohl die Top-Manager den Handel mit Aktien ihres Unternehmens in den letzten Wochen ruhiger angehen ließen, gab es einige auffällige Bewegungen. So hat sich beim österreichischen Ölservice-Unternehmen Catoil ein Familienmitglied von Vorstandschef Manfred Kastner kaum ein halbes Jahr nach dem Börsengang von Aktien im Wert von 180  000 Euro getrennt. Zusätzlich für 90  000 Euro kamen Papiere der ebenfalls mit Catoil verbundenen VPM Vermögensverwaltung zum bisherigen Höchstkurs von 18,10 Euro auf den Markt. Seither ging es mit dem Kurs bergab. Für die Verkäufer war es ein guter Schnitt, beträgt doch das Kursziel der Ersten Bank für die Aktie nur 17,50 Euro.

Einen ähnlichen Fall gab es zuletzt beim ostdeutschen Solar-Unternehmen Ersol. Dort hat zuletzt mit Angelika Beneking ein Familienmitglied von Vorstandschef Claus Beneking Aktien für über 200  000 Euro verkauft, nachdem von ihr im August bereits Aktien im Wert von 425  000 Euro auf den Markt kamen. Anschließend ging es mit der Ersol-Aktie bergab. Aktuell liegt sie etwa auf Höhe des Kursziels von HVB-Analyst Lars Korinth bei 56 Euro. Phantasie nach oben ist damit nicht vorhanden.

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