Jüngste Studien in den USA haben sowohl am Gas-, wie auch am Silbermarkt keine Anzeichen für eine Schuld der Spekulation bei der Entwicklung der Rohstoffpreise ergeben. Auch die European Energy Exchange (EEX) in Leipzig muss sich mit Vorwürfen von Energieverbrauchern und Politikern auseinandersetzen, die vier großen deutschen Energieproduzenten würden die Börse für eigene Zwecke einspannen und den Strompreis manipulieren.
„Ein nicht unerheblicher Teil unseres Geschäftes wird inzwischen von Akteuren aus dem Finanzsektor wie Banken und Hedge-Fonds nicht zuletzt aus London heraus generiert", sagt EEX-Vorstandschef Hans-Bernd Menzel im Handelsblatt-Gespräch. Dieser Anteil liege bereits über 40 Prozent des Gesamtgeschäfts. „Wir sehen das positiv, weil das jene Institute sind, die viel Erfahrung im Umgang mit Risiken haben", sagt Menzel.
Die in der Öffentlichkeit geführte Preisdiskussion sei häufig von kurzfristigen Bewegungen und deren Effekten geprägt und wende sich dann stets an den, der diese Effekte sichtbar macht – die Börse nämlich. „Die Sache ist einfach: Börsen sind ein Spiegelbild des Gesamtmarktes und machen in fairer Weise die Situation von Angebot und Nachfrage gegenüber der Öffentlichkeit sichtbar“, sagt Menzel.
Eine wichtige Aufgabe der Terminbörsen ist ihre Signalfunktion. Dort, wo die Börsenakteure aufgrund ihrer Aktivitäten durch höhere Preise für die Zukunft einen Engpass bei Energie- und Agrarrohstoffen signalisieren, erfüllen sie eine wichtige Aufgabe. Dies war im laufenden Zyklus der Fall, als die Terminbörsen bereits sehr frühzeitig eine drohende Verknappung an den Rohstofmärkten signalisierten. Hierdurch haben Energieproduzenten und Bauern die Chance, über höhere Investitionen künftig das Angebot zu erhöhen und den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die ist im laufenden Zyklus schwieriger. Die wohlstandsbedingte höhere Nachfrage der Verbraucher in China und Indien erfordert größere Anstrengungen als in früheren Zyklen.
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