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25.09.2008 
Experten-Umfrage

Finanzkrise: „Wie auf der Titanic“

von Jörg Hackhausen und Christian Panster

Die Finanzkrise wird die Märkte noch lange in Atem halten. Banken stehen vor der schweren Aufgabe, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Das sagen Experten. Der Finanzplatz Deutschland dürfte dagegen vergleichsweise glimpflich davonkommen; dafür gebe es gute Gründe. Das Handelsblatt hat fünf renommierte deutsche Wissenschaftler befragt.

Erwarten kein schnelles Ende der Finanzkrise: Andreas Oehler, Martin Weber, Udo Steffens, Rolf Tilmes (von links oben im Uhrzeigersinn) und Richard Stehle (Mitte). Fotos: PR

Erwarten kein schnelles Ende der Finanzkrise: Andreas Oehler, Martin Weber, Udo Steffens, Rolf Tilmes (von links oben im Uhrzeigersinn) und Richard Stehle (Mitte). Fotos: PR

Ist das Schlimmste der Finanzkrise überstanden?

Andreas Oehler (Professor an der Uni Bamberg)

Niemand sollte behaupten, das Schlimmste sei vorbei. Die Ausschläge an den Märkten werden zwar weniger aufgeregt sein als bisher. Aber die Krise wird uns mindestens bis ins nächste Jahr, vielleicht auch noch mehrere Jahre beschäftigen.

Martin Weber (Professor an der Uni Bamberg)

Im jetzigen Umfeld ist das kaum zu sagen. Die Nervosität an den Märkten ist nach wie vor sehr hoch. Das sieht man an den stark schwankenden Kursen. Ich hoffe aber, dass ein Großteil der noch bestehenden Risiken mittlerweile in den Kursen enthalten ist.

Richard Stehle (Professor an der HU Berlin)

Warren Buffetts Einstieg bei Goldman Sachs hat zumindest etwas Hoffnung gemacht, ebenso die Reaktion der Börsen auf den US-Rettungsfonds. Man muss abwarten, in welcher Form der Fonds zustande kommt. Ob das reichen wird, ist schwer zu sagen. In den vergangenen Monaten gab es immer wieder positive Signale - mit dem Ergebnis, dass alles noch schlimmer gekommen ist. Hoffnung ja, Entwarnung nein.

Udo Steffens (Professor an der Frankfurt School of Finance Management)

Die Krise ist noch lange nicht vorbei. Ich glaube, wir werden mit den Auswirkungen noch zwei bis drei Jahre zu kämpfen haben. Welche Risiken noch in den Büchern der Banken stecken, lässt sich noch nicht sagen. In diesen Tagen und Wochen wird Geschichte geschrieben.

Rolf Tilmes (Professor an der European Business School)

Vorbei ist es noch lange nicht. Dafür wurde in den letzten Monaten einfach zu viel Vertrauen an den Märkten zerstört. Es wird sehr schwer werden, das zu reparieren. Außerdem ist nach wie vor nicht klar, welche Risiken noch in den Büchern der Geldhäuser versteckt sind. Einige Banken werden sicherlich noch Probleme bekommen.

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