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25.01.2008 

Dies gelte im Übrigen auch für Hedge-Fonds, die stark mit Futures arbeiten; denn im Prinzip sind Futures als Kreditinstrumente einzustufen. Investoren, die über Futures auf steigende Aktienkurse und Indizes setzen, erhalten von ihren Banken und Brokern einen sogenannten „margin call“, wenn sich die Märkte entgegen den Erwartungen entwickeln. Sie werden aufgefordert, einen Nachschuss auf ihre anfängliche Sicherheitsleistung zu leisten, um ihre Gesamtposition auf einem bestimmten Wertniveau zu halten. Sind sie dazu nicht in der Lage etwa, weil ihnen die Bank keinen Kredit mehr zur Verfügung stellt, werden bestehende Positionen zwangsweise liquidiert. Oder aber – dies ist eine zweite Variante – sie lösen ihre in der Gewinnzone befindlichen Positionen in anderen Märkten auf – zum Beispiel indem sie ihre Rohstoff-, Anleihen- und Deviseninvestments verkaufen. Auf diese Weise beschaffen sie sich die notwendigen Finanzmittel, um ihren margin-call-Verpflichtungen nachkommen zu können. Beide Varianten sorgen für neuen Abwärtsdruck – und zwar nicht nur am Aktien-, sondern auch an andere Finanzmärkten. Und davon profitieren wiederum die Hedge-Fonds-Kollegen, die short gehen. Überspitzt formuliert, sorgt die Branche auf diese Weise selbst für ihre Existenzgrundlage.

Die Frage nach den künftigen Gewinnstrategien an den Aktienbörsen beantworten Hedge-Fonds-Manager unterschiedlich. Die aktuelle Schwäche bietet über kurz oder lang auf der Long-Seite wieder Chancen, blickt ING-Mann Schellenberg positiv nach vorne. Dabei werden vor allem diejenigen Investoren zu den Gewinnern, zählen, die in den derzeit chaotischen Märkten die Nerven bewahren und bei der Schnäppchenjagd auf die richtigen Werte setzen. „Das ist eine Kaufgelegenheit für jene Anleger, die in der Lage sind, kurzfristig Volatilität und damit Risiko in Kauf zu nehmen“, beschreibt auch Paul Niven von F&C Investments, London, das Erfolgsrezept.

Ein eher düsteres Bild malt dagegen Bernd Berg von der britischen Hedge-Fonds-Consultinggesellschaft First Avenue Partners: „Viele Optimisten übersehen, dass die aktuelle Entwicklungen in den USA nicht mit den Crashs 1997/1998 oder 1987 vergleichbar ist, sondern eher mit dem Kurssturz japanischer Aktien in den Jahren 1989 und 1990.“

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