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03.09.2008 
Zusammensetzung der Aktienindices

Hypo Real Estate bleibt mit viel Glück im Dax

von Christian Schnell

Es waren Entscheidungen auf der Zielgeraden: Die Frage, wer am 22. September in den deutschen Top-Indizes Dax & Co sowie in den europäischen Auswahlindizes Euro Stoxx 50 und Stoxx 50 auf- und absteigt, klärten Analysten gestern erst nach Auswertung letzter Daten des Freitagshandels.

FRANKFURT. Wichtigste Entscheidung aus deutscher Sicht: Mit viel Glück wird der Immobilien-Finanzierer Hypo Real Estate seinen Platz im Dax behaupten und nicht durch den Stahlkonzern Salzgitter ersetzt. Das steht nach den Berechnungen von Analysten jetzt bereits fest, obwohl die Deutsche Börse diese Entscheidung erst am Mittwoch nach 22 Uhr bekannt geben wird. "Allerdings hat es Hypo Real Estate nicht aus eigener Kraft geschafft", sagt Christian Stocker von der Unicredit in München.

Nachdem die Aktie beim Kriterium Börsenwert bis Donnerstag vergangener Woche auf Platz 35 und damit am rettenden Ufer lag, rutschte sie im turbulenten Freitagshandel auf Rang 36 ab. Nur weil Kontrahent Salzgitter im Gegenzug trotz hoher Umsätze nicht den nötigen Platz 30 erklimmen konnte, bleibt alles beim Alten. Getauscht wird im Dax nur - wie erwartet - Düngemittel-Spezialist K+S für den Reisekonzern Tui.

Mehr zum Thema Dax-Auf- und Abstiegskandidaten lesen Sie hier.

Die Konsequenz für Hypo Real Estate lässt sich abschätzen: Bei einem aktuellen Dax-Gewicht von 0,55 Prozent und rund sechs Milliarden Euro, die die schnell wachsenden Dax-Indexfonds (ETF) schwer sind, wären allein hieraus rund 33 Mill. Euro an Kapital aus der Aktie abgeflossen. Zudem zeigen historische Daten, dass die Kurse von Dax-Absteigern stets unter Druck gerieten. Jüngere Beispiele liefern Altana, MLP oder Epcos.

Eine Stufe tiefer - im MDax- sind die Zahlen eindeutig. Hier wird der Tiefbau-Spezialist Bauer den Motorenbauer Deutz ersetzen. Das Auswahlverfahren ist im MDax zwar komplizierter als im Dax, weil hier noch der elfköpfige Arbeitskreis Aktienindizes das letzte Wort über Auf und Ab hat. Doch die Zahlen geben ein klares Signal.

Im Technologieindex TecDax muss das Gremium eine Wahl treffen. Mit den Solar-Zulieferern Manz Automation und SMA rücken zwei Unternehmen aus dem Bereich Regenerative Energie auf, während mit dem zuletzt gebeutelten IT-Unternehmen IDS Scheer nur ein Absteiger feststeht. Spannend wird die Frage nach dem zweiten Absteiger: Das müsste rein rechnerisch der Breitband-Anbieter QSC sein. Weil das Solar-Unternehmen Ersol aber gerade übernommen wird, könnte der Arbeitskreis pragmatisch entscheiden und den TecDax-Abschied von Ersol vorziehen.

Bei den europäischen Indizes Euro Stoxx 50 und Stoxx 50 entschied wie beim Dax beim manchen Werten erst die letzten Handelsstunden am Freitag. Dem Absteiger Alcatel-Lucent, den Analysten nach fulminanter Aufholjagd noch bis Donnerstag Abend im für die Eurozone maßgeblichen Euro Stoxx 50 wähnten, riss der Kurssturz bei Technologiewerten noch am Freitag aus dem Leitindex. Am Ende fehlten 0,58 Prozent an Marktkapitalisierung, hat Uwe Streich von der LBBW errechnet. Dafür rückt Alstom nach, die sich unter den potenziellen Aufsteigern knapp gegen die Deutsche Post durchgesetzt hat. Im paneuropäischen Stoxx 50 war bis Freitag gar noch die Frage offen, ob nur zweimal oder gar fünfmal getauscht wird. Nach Börsenschluss war klar, dass vier Wechsel anstehen. Bayer, die Schweizer ABB, die britische BAT sowie die spanische Iberdrola rücken für BT und die drei Finanztitel HBOS, Fortis und Lloyds nach.

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