Die fünf Milliarden Euro aus der Umtauschanleihe wird die KfW den Investoren nun aller Voraussicht nach in bar zurückzahlen. Zumindest reißt dies keine neuen Löcher in die KfW-Bilanz. Sie hat das Papier ordnungsgemäß als normale Refinanzierung über den Kapitalmarkt verbucht, deshalb belastet die Rückzahlung das Ergebnis nicht.
Rein theoretisch kann die KfW die Umtauschanleihe allerdings trotz des schwachen Aktienkurses der Telekom noch in Aktien auszahlen. Dann müsste sie den Investoren aber zusätzlich die Differenz zwischen dem Kurs der T-Aktie und dem festgelegten Umtauschkurs zahlen. Eine KfW-Sprecherin argumentiert denn auch tapfer, dass diese Option derzeit "noch offen" sei. Die Entscheidung hänge von der "jeweiligen Kapitalmarktsituation" ab. Günstiger als die Rückzahlung der Anleihe in bar wäre es für die KfW, das Papier in Aktien plus Geld für die Kursdifferenz auszuzahlen. Im derzeitigen schwachen Umfeld würde das aber den T-Aktienkurs voraussichtlich erneut in den Keller schicken. Denn die meisten Investoren, die die Aktie dann bekämen, würden sie wegen des fehlenden Kurspotenzials nicht halten und deshalb schnell wieder verkaufen. Analysten gehen daher davon aus, dass die KfW die Aktien nicht auf den Markt bringt.
So ist zwar mit Eichel die Sparschweinsammlung aus dem Ministerbüro verschwunden, aber noch immer halten Bund und KfW unfreiwillige 31,7 Prozent an der Telekom. Auch seinem Nachfolger Steinbrück bleibt vorerst nur die Hoffnung auf steigende Kurse - wie den vielen Kleinaktionären. Denn wer sein Sparschwein mit Erträgen aus T-Aktien füttern will, braucht einen extrem langen Atem.
Das Schicksal einer Volksaktie
Aufstieg und Fall
Die T-Aktie profitiert zunächst ebenso wie zahlreiche Technologietitel von der Euphorie der New Economy. Ihren Höchststand erreicht sie am 6.3.2000 mit einem Kurs von 103,50 Euro - das ist mehr als das Neunfache des aktuellen Kurses. Der Absturz von diesem Allzeithoch ist dramatisch. Nach dem dritten Börsengang im Juni 2000 erholt sich das Papier zwar kurzfristig, stürzt aber gut einen Monat später ins Bodenlose, als der damalige Konzernchef Ron Sommer 50 Milliarden Euro für den US- Mobilfunker Voicestream ausgibt.
Am Boden
Danach verliert die T-Aktie stetig. Der Konzern leidet unter einem gigantischen Schuldenberg von mehr als 60 Milliarden Euro. Damals rechnet jedoch niemand damit, dass das Papier sich auf Jahre hinaus nicht mehr erholen würde. Im Juli 2003 begibt die KfW eine Anleihe, die in Telekom-Aktien zum Kurs von 17,53 Euro gewandelt werden kann.
Fehlende Perspektive
Heute hat die Telekom ihre Schulden im Griff, doch nun laufen ihr im Festnetz die Kunden davon, und im Mobilfunk purzeln die Preise. Zudem fehlt ihr eine Wachstumsstrategie.

