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06.10.2008 
Sentix-Index

Konjunkturskepsis erreicht Rekordwerte

Die Finanzkrise schlägt immer stärker auf die Realwirtschaft durch. Experten sehen die Wirtschaftsperspektiven so negativ wie seit Jahren noch nie, zeigt der sentix-Konjunkturindex.

HB FRANKFURT. Der sentix-Konjunkturindex für den Euroraum hat im Oktober seinen Abwärtstrend fortgesetzt. Der Gesamtindex verringerte sich auf minus 27,8 Punkte und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Erhebungsbeginn im Jahr 2002, wie sentix am Montag berichtete. Im Vormonat war der Index auf minus 20,2 zurückgegangen. Dabei beurteilten die befragten Finanzmarktteilnehmer vor allem die Erwartungen für den Euroraum pessimistischer.

Die Erwartungskomponente brach im Oktober auf minus 41,0 ein von minus 28,0 im Vormonat. "Die Investoren erwarten damit eine Rezession im Euroland", erklärte sentix. Die Lageeinschätzung verschlechterte sich dagegen nur leicht auf minus 13,50 von minus 12,00 im Vormonat. Zur Begründung der Entwicklung verwies sentix auf die Zuspitzung der Finanzturbulenzen im September. "Die anhaltende Finanzkrise, die gerade in den letzten beiden Wochen von einem traurigen Höhepunkt zum nächsten taumelte, erzeugt eine stark negative konjunkturelle Erwartung".

Vor diesem Hintergrund erreichten die Erwartungskomponente für den Euro-Raum mit minus 41 einen Negativrekord. "Nie wurden die Zukunftsaussichten seit 2002 schlechter beurteilt, auch nicht im Höhepunkt der letzten Krise 2003", erklärte sentix. Die Konjunkturprobleme hätten mittlerweile globale Dimensionen erreicht. Keine der sechs Weltregionen, die sentix beobachte, habe sich immun gegen das "Rezessionsvirus" gezeigt. Daher rechneten Investoren zunehmend mit konzertierten Aktionen der Notenbanken, um eine Wirtschaftskrise zu verhindern.

Der sentix-Konjunkturindex ist eine monatliche Umfrage unter rund 2.800 privaten und institutionellen Finanzmarktteilnehmern zu deren Einschätzung der konjunkturellen Lage und den weiteren konjunkturellen Aussichten auf Sicht von sechs Monaten.

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