Ähnliche Kursbewegungen zeigten auch die Aktien von Artstor, der Multimediaagentur Popnet Internet, Adori oder Knorr Capital Partner. Sie sind teilweise Überbleibsel des neuen Marktes; bei einigen laufen Insolvenzverfahren. Die Titel werden kaum gehandelt, der Kurs dümpelt fast bewegungslos. Doch nach dem Versand der E-Mails stieg das Handelsvolumen jedesmal massiv an.
„Die Initiatoren decken sich vorher ein und verkaufen, sobald der Kurs anzieht“, sagt Volker Pietsch vom Deutschen Institut für Anlegerschutz (Dias). Die Anleger dagegen bleiben auf den Verlusten sitzen, wenn sie kaufen, weil der Kurs schnell wieder sinkt.
Die Deutsche Börse erklärte, Versuche, Kurse mit Fehlinformationen zu manipulieren, seien nicht neu. Hier handele es sich um einen neuen Verbreitungsweg, sagte ein Sprecher. Vom Handel aussetzen kann die Börse die Titel nicht. Sie meldet Unregelmäßigkeiten der BaFin.
Nach Schätzung von Symantec, einem Anbieter von Sicherheitssoftware, ist bereits jede dritte Spam-Mail ein unerwünschter Aktientipp, Tendenz steigend. „Damit lässt sich einfach mehr Geld verdienen als mit den klassischen Erotikangeboten“, sagt Symantec-Spamexperte Candid Wüst.

