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28.02.2008 
Übernahmen

MDax-Firmen locken Private Equity

von Hans G. Nagl

Viele Finanzinvestoren planen jetzt den Kauf von unterbewerteten börsennotierten Unternehmen. Weil sie wegen der Finanzkrise kaum an große Kredite kommen, stehen vor allem mittelgroße Firmen auf dem Einkaufszettel der Private-Equity-Fonds.

Kleinere Unternehmen werden für Private-Equity-Firmen immer interessanter: Seit Januar ist der Finanzinvestor OEP am Oberpfälzer Unternehmen Pfleiderer beteiligt. Foto: dpaLupe

Kleinere Unternehmen werden für Private-Equity-Firmen immer interessanter: Seit Januar ist der Finanzinvestor OEP am Oberpfälzer Unternehmen Pfleiderer beteiligt. Foto: dpa

FRANKFURT. Im Zuge der Turbulenzen an den Finanzmärkten werden börsennotierte Gesellschaften für Finanzinvestoren immer attraktiver. „Die Krise wird dazu führen, dass einige Fonds vermehrt über Public-to-Private-Modelle nachdenken“, sagte EQT-Deutschland-Chef Marcus Brennecke im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Wobei man angesichts der Finanzierungsschwierigkeiten eher auf SDax und MDax schauen wird.“ Noch vor einem Jahr war sogar über die bevorstehende Übernahme eines Dax-Schwergewichts wie Tui oder Continental spekuliert worden. Thomas Pütter, Chef von Allianz Capital Partners, geht aber davon aus, dass sich einige Fonds bereits unterbewertete Firmen in niedrigeren Segmenten ansehen. „Auslöser wird oft die Bitte des Managements sein“, sagte er. „Denn viele Vorstände haben das Gefühl, ihr Geschäftsmodell wird an der Börse nicht ausreichend verstanden.“

Die Finanzkrise macht es für Fonds derzeit so gut wie unmöglich, sich Kredite für Übernahmen von mehr als zwei Mrd. Euro zu sichern. Folglich wächst die Konkurrenz im Segment kleinerer und mittlerer Unternehmen. Denn die Private-Equity-Fonds haben Mittel in Rekordhöhe eingesammelt. Nach Zahlen von Thomson Financial waren es alleine in Europa 2006 rund 234 Mrd. Euro. Dieses Geld muss investiert werden.


Bildergalerie Chartstrecke: Die billigsten Firmen aus der zweiten Reihe


Dass dabei vermehrt börsennotierte Gesellschaften eine Rolle spielen dürften, hat im Wesentlichen zwei Gründe. „Es gibt einfach zu wenige Übernahmeziele“, urteilt Martina Ecker, Private-Equity-Expertin der US-Investmentbank Jefferies. Hinzu kommt, dass die Aktienkurse vieler Firmen durch die Turbulenzen an den Märkten drastisch gefallen sind. So haben beispielsweise die im MDax gelisteten Papiere des Druckmaschinenherstellers Heidelberger Druck seit Beginn der Krise im Juli 2007 über 50 Prozent an Wert verloren. Andere Firmen aus dem SDax oder dem TecDax wie Patrizia Immobilien, Conergy oder Adva Optical Networking mussten sogar Kursabschläge von rund 70 Prozent hinnehmen. Auch bezogen auf die Ertragskraft sind die Bewertungen fast durch die Bank gefallen. Zu den Schnäppchen zählen hier etwa der Münchener Autovermieter Sixt, die Beteiligungsgesellschaft Arques oder der Leverkusener Spezialchemieanbieter Lanxess. „In manchen Fällen sieht das wirklich günstig aus“, kommentiert ein hochrangiger Private-Equity-Manager.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Finanzinvestoren kaufen Börsenunternehmen: In anderen Ländern der Normalfall

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