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01.06.2007 
Medikament nicht besser als Placebo

Paion-Aktie stürzt ab

Die Aktien von Paion sind nach einem Fehlschlag mit dem größten Hoffnungsträger des Biotech-Unternehmens, dem Schlaganfallmittel Desmoteplase, eingebrochen. Die im Prime Standard notierten Anteilsscheine fielen am Freitag zeitweise um fast 70 Prozent auf ein Jahrestief von 3,00 Euro.

Firmenlogo des Pharmaunternehmens Paion: Das Mittel Desmoteplase, das Blutgerinseln nach Schlaganfällen auflösen soll, hat in einer Studie sehr schlecht abgeschnitten. Foto: dpaLupe

Firmenlogo des Pharmaunternehmens Paion: Das Mittel Desmoteplase, das Blutgerinseln nach Schlaganfällen auflösen soll, hat in einer Studie sehr schlecht abgeschnitten. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Desmoteplase hat in einer Zulassungsstudie mit 186 Patienten nach Paion-Angaben keinen Unterschied zu einem Scheinmedikament (Placebo) gezeigt. Das Ziel, eine klinisch messbare Verbesserung des Zustands des Patienten 90 Tage nach der Behandlung mit dem Schlaganfallmittel, sei damit verfehlt worden.

„Die Daten sind überraschend und nicht konsistent mit früheren Ergebnissen“, erklärte Paion. Das sei schwer erklärbar. Paion plane deshalb weitere Analysen, um die Studiendaten besser interpretieren zu können. Eine Entscheidung, ob das Projekt nach dem Rückschlag fortgesetzt werde, sei noch nicht gefallen, sagte ein Paion-Sprecher.

Die Studienergebnisse dürften maßgeblich für den Erfolg der 2000 gegründeten und 2005 an die Börse gegangenen Firma sein, die noch kein Medikament auf dem Markt hat. „Das ist sicher ein Rückschlag für das Unternehmen, bedroht aber nicht unsere Existenz“, sagte der Sprecher. Ende März habe Paion 55 Mill. Euro an liquiden Mitteln gehabt.

Der US-Pharmakonzern Forest Laboratories hält die Vermarktungs- und Entwicklungsrechte für Desmoteplase in Nordamerika, das dänische Pharmaunternehmen Lundbeck für den Rest der Welt. Eine Auswirkung auf die Partnerschaften hätten die Studienergebnisse zunächst nicht, sagte der Sprecher. Lundbeck-Vorstandschef Claus Braestrup sagte dagegen zu Reuters, wenn sich an den Studienergebnissen nichts ändere, werde das Projekt voraussichtlich eingestellt.

Mit dem Präparat sollten Patienten behandelt werden, die maximal neun Stunden zuvor einen akuten ischämischen Schlaganfall erlitten haben. Desmoteplase ist die gentechnisch hergestellte Version eines Proteins, das die Blutgerinnung hemmt. Der Wirkstoff stammt ursprünglich aus dem Speichel der Vampirfledermaus.

Paion wollte die Zulassungsanträge für Desmoteplasse in den USA und der Europäischen Union eigentlich Ende 2007 oder Anfang 2008 stellen. Eine weitere Phase-III-Studie mit Desmoteplase, mit der Paion die Menge der Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit des Mittels erhöhen wollte, liegt nun erst einmal auf Eis.

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