Nach dem schlechtesten Start in ein Börsenjahr seit Beginn der Aufzeichnungen hoffen die Börsianer an der Wall Street auf positive Impulse durch die Berichtssaison. "Die Geschäftsergebnisse sind das Einzige, auf das die Märkte noch setzen können", sagt ein Analyst wenig zuversichtlich. Enttäuschen die Zahlen, drohen massive Verkäufe.
HB NEW YORK. In der verkürzten Handelswoche legen Börsenschwergewichte wie Microsoft
oder Bank of America
ihre Geschäftsbilanzen vor. Am Montag bleibt die Börse wegen des Martin-Luther-King-Feiertags geschlossen. Wegen anhaltender Rezessionsängste gaben die Indizes am Freitag den vierten Tag in Folge nach. Auch das 140-Milliarden-Dollar-Konjunkturpaket von Präsident George W. Bush konnte die Anleger nicht zum Aktienkauf bewegen.
Der Leitindex Dow der Standardwerte verlor am Freitag 0,5 Prozent auf 12 099 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 0,6 Prozent auf 1325 Zähler und der Index der Technologiebörse Nasdaq
0,3 Prozent auf 2340 Stellen nach. Auf Wochensicht verlor der Dow 4,02 Prozent, die Nasdaq
4,1 Prozent und der S&P 5,4 Prozent.
"Die Geschäftsergebnisse sind das Einzige, auf das die Märkte noch setzen können", sagt Richard Sparks, Analyst von Schaeffer's Investment Research in Cincinnati. "Bei der derzeit fragilen Marktlage müssen diese gut ausfallen, sonst könnte es zu massiven Verkäufen kommen". Neben Microsoft
und der Bank of Amerika legen unter anderem auch noch Apple
, Motorola
, AT&T
und Caterpillar
die Geschäftsergebnisse des abgelaufenen Quartals vor.
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Wenig Zuversicht verbreitete das Konjunkturpaket, dass US-Präsident Bush am Freitag vorstellte. Es sei fraglich, ob die angekündigten Schritte ausreichten, hieß es. Bush hatte erklärt, es müsse um eine direkte und schnelle Senkung der Einkommenssteuer für Familien gehen. Debattiert werden mitten im Wahlkampf auch Steueranreize für Unternehmen und eine erweiterte Arbeitslosenversicherung.
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Grund für das Programm sind die Auswirkungen der Kreditmarktkrise. Enorme Verluste bei der größten US-Bank Citigroup
und bei Merrill Lynch
sowie schwache Daten zur Konjunktur hatten Befürchtungen auf eine bevorstehende Rezession der US-Wirtschaft verstärkt.
Hinweise auf die Konjunkturentwicklung dürften in der neuen Woche auch Daten über die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie über die Verkäufe bestehender Eigenheim geben.
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