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29.05.2006 
Emerging Markets

Schwellenländer bieten Chancen

von S. Matthes

Nachdem Anleger asiatische, osteuropäische und lateinamerikanische Börsen Anfang vergangener Woche fluchtartig verlassen hatten, haben sich die Märkte wieder stabilisiert. Und anstelle von Krise sprechen Experten nun von günstigen Einstiegschancen. Denn nach dem Crash sind viele Märkte günstig bewertet.

MSCI Emerging Markets-Index im Mai. Grafik: HandelsblattLupe

MSCI Emerging Markets-Index im Mai. Grafik: Handelsblatt

DÜSSELDORF. Denn Analysten und Fondsmanager sehen für viele der so genannten Emerging Markets unverändert großes Potenzial. „Wir gehen davon aus, dass die Rückschläge nur von kurzer Dauer sein werden und dass sich das Investieren in Emerging Markets im Hinblick auf Wert- und Wachstumspotenzial auszahlt“, sagt Rupert Rucker von der Investmentgesellschaft Schroders.

Alleine am Montag vergangener Woche waren die Leitindizes in Moskau, Sao Paulo, Istanbul, Kairo und Bangkok um bis zu neun Prozent eingebrochen. An der Börse in Bombay musste der Handel zeitweilig ausgesetzt, die Moskauer Börse früher geschlossen werden. Dieser Kurssturz war der vorübergehende Tiefpunkt einer zehntägigen Abwärtsbewegung an den Schwellenländerbörsen, von denen einige bis zu 30 Prozent an Wert verloren – inzwischen haben sie sich zum Teil wieder erholt.

Grund für die sinkenden Kurse war nach Ansicht von Experten aber nicht die wirtschaftliche Situation in den Schwellenländern, sondern Sorgen über die US-Konjunktur. „Die Marktentwicklung hatte sich weitgehend von den positiven Fundamentaldaten der schnell wachsenden Schwellenländer abgekoppelt“, sagt Maria Lanzeni von der Deutschen Bank.

Doch im Vergleich zu den 90er Jahren, als asiatische und lateinamerikanische in existenzbedrohende Krisen rutschten, sind die meisten Schwellenländer heute deutlich besser aufgestellt. Viele haben ihre Haushaltsdefizite reduziert, verfügen über hohe Devisenreserven und haben ihr Schuldenproblem in den Griff bekommen.

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