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31.07.2008 
Mehr Zeit für Börsenaufsicht

SEC verlängert Verbot für ungedeckte Leerverkäufe

Die US-Wertpapieraufsicht Securities and Exchange Commission hat ihr Verbot für ungedeckte Leerverkäufe bei 19 Finanztiteln bis zum 12. August verlängert. So will sie übermäßigen Kursverlusten vorbeuten. Darüber hinaus feilt die SEC an weiteren Neuregelungen.

SEC-Chef Christopher Cox will Investoren vor rücksichtslosen Leerverkaufsspekulanten schützen. Foto: rtsLupe

SEC-Chef Christopher Cox will Investoren vor rücksichtslosen Leerverkaufsspekulanten schützen. Foto: rts

HB NEW YORK. Die Securities and Exchange Commission (SEC) will durch ihr Verbot für ungedeckte Leerverkäufe verhindern, dass Spekulanten die Kurse von Fannie Mae, Freddie Mac und 17 Investmentbanken durch massenhafte Verkaufsorders nach unten treiben. Die Notfallmaßnahme der US-Wertpapieraufsicht , die sich auf Unternehmen bezieht, deren Zusammenbruch dem US-Staat Verluste bringen könnte, soll der Börsenaufsicht Zeit geben, weiter gefasste Regeln zu formulieren, um solchen Kursmanipulationen vorzubeugen. "Die SEC wird weiterhin andere Lösungen für den Markt suchen, um Investoren vor rücksichtslosen Leerverkaufsspekulanten zu schützen", sagte SEC-Chef Christopher Cox. Eine weitere Verlängerung der Leerverkaufsbeschränkung ist aber nicht geplant.

Bei normalen Leerverkäufen leihen sich Anleger Aktien und verkaufen diese dann. Fällt der Aktienkurs, können sie sich günstiger mit den Aktien eindecken, diese zurückgeben und die Differenz als Gewinn einstreichen. Bei ungedeckten Leerverkäufen fällt die Aktienleihe weg, so dass ein spekulativer Anleger - etwa ein Hedge-Fonds - fast unbegrenzt Verkaufsorders aufgeben und damit den Kurs drücken kann. Die Leerverkaufsbeschränkung war am 21. Juli eingeführt worden.

Vor allem Privatinvestoren tätigten seit dem Verbot weniger Leerverkäufe. Dies zeigen Daten von S3 Matching Technologies. Im Schnitt gingen sie bei den betroffenen Aktien um 78 Prozent zurück. "Ich sehe keinen Grund, warum sich das ändern sollte", sagte John Standerfer, Vizepräsident Finanzdienstleistungen bei S3. "Es wäre ziemlich restriktiv, wenn die Regelung für den gesamten Markt eingeführt wurde."

Für Unternehmen, die Aktienorders abrechnen, hat die Regelung Mehraufwand gebracht. Penson Worldwide rechnet Orders für über 250 Broker ab und führt nun ein System ein, um einen großen Teil des Prozesses zu automatisieren. Bisher mussten Mitarbeiter Leerverkäufe selbst prüfen und dafür auch am Wochenende arbeiten, berichtete Mike Johnson, Leiter globale Wertpapierleihe bei Penson. "Ich hoffe, dass sie das System nicht auf den gesamten Markt ausweiten, weil es sechs Monate bis ein Jahr dauern würde, um ein System dafür einzuführen", sagte er.

Die SEC erwägt noch weitere Neuregelungen. So erklärte Cox vor dem Kongress, die Behörde werde voraussichtlich Investoren zwingen, "massive" Wetten auf fallende Aktien offen zulegen. Zudem ist die Wiedereinführung der "Uptick Rule" geplant, die Leerverkäufe nur zulässt, wenn sie auf eine Transaktion folgen, die zu einem höheren Kurs als dem vorherigen durchgeführt wurde.

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