Müller verlässt das Haus morgens um kurz vor sieben. Die Gelfrisur bringt jeden Morgen seine Frau in Form, die Frisörmeisterin ist. Ab halb acht ist er an der Börse, bis 17 Uhr, manchmal sogar bis acht. Danach Heimreise, lesen, lesen und lesen. "Früher haben wir gerade mal drei Stunden gehandelt, heute sind es elf. Wir arbeiten immer länger, aber es gibt weniger Geschäft", sagt er. Sollte der Handel nochmals um eine halbe Stunde ausgedehnt werden störe ihn das wenig. er sei ohnehin immer sehr früh da.
Damals, 1993, hat der junge Müller während einer Lehre bei der Deutschen Bank
in Mannheim auch die Börsenabteilung der Bank in Frankfurt durchlaufen. Wie er dann aufs Parkett kam, erzählt er gerne. Einer der Händler sehnte sich nach Mohrenköpfen. Der junge Müller sagte "Valuta Dienstag wäre ich 23 Brief für fünfzig." Für Dienstag bot er 50 Mohrenköpfe zum Preis von 23 Cent. Das Angebot in perfektem Börsendeutsch hat ihm Sympathien und einen Arbeitsplatz an der Börse verschafft. Zum Abschied sagte sein Chef, er solle doch lieber im Mannheimer Handelssaal weiterarbeiten, das Börsenparkett in Frankfurt mache ohnehin in zwei, drei Jahren zu. "Der Handelssaal in Mannheim ist längst dicht, aber das Parkett in Frankfurt gibt es immer noch", sagt Müller heute, fünfzehn Jahre später.
"Mario, kaufst Du mir mal 2

