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19.07.2008 
Wall Street-Ausblick

Unruhige Börsenwoche

Investoren und Aktienhändler stellen sich auf eine unruhige Börsenwoche an der New Yorker Wall Street ein. Der Kalender ist gespickt mit Unternehmens- und Konjunkturterminen, die alle das Zeug dazu haben, die Kurse durcheinanderzuwirbeln.

Wall Street - Adresse der New Yorker Börsen. Foto: ArchivLupe

HB NEW YORK. Mit Spannung erwarten sie die Geschäftsberichte mehrerer Finanzinstitute, darunter die Bank of America. Händler versprechen sich von den Zahlen Aufschluss über das weitere Ausmaß der Krise an den internationalen Finanzmärkten. Daneben dürften die Ergebnisse einiger Börsenschwergewichte den Takt vorgeben: Unter anderem berichten die Dow-Werte Pfizer, AT&T und Caterpillar sowie die Nasdaq-Riesen Apple und Yahoo. "Die nächste Woche wird eine heftige Handelswoche", sagt Fred Dickson, Marktstratege bei D.A. Davidson & Co.

Den Auftaktsverlauf dürfte am Montag die zweitgrößte US-Bank, die Bank of America, mitbestimmen. Es folgen eine Reihe weiterer Geldhäuser, darunter Wachovia. An Konjunkturdaten stehen Zahlen zum Immobilienmarkt am Donnerstag und Freitag im Vordergrund. Am Freitag wird zudem der Index zum Verbrauchervertrauen von Reuters und der Universität von Michigan erwartet. Starke Beachtung dürfte zudem die weitere Entwicklung des Ölpreises finden, der in der vergangenen Woche nach seiner Rekordjagd seinen größten Dollar-Verlust innerhalb einer Woche seit dem Beginn des Handels mit Öl-Futures im Jahr 1983 verzeichnete.

Aktienanalysen: Ausgewählte Papiere unter der Lupe

Die Woche steht aber auch im Zeichen einer Übergangsregelung der Börsenaufsicht SEC, die am Montag in Kraft tritt und mit der sie gegen Manipulation am Aktienmarkt vorgehen will. Bestimmte Spekulationen auf fallende Kurse bei Finanztitel sollen unterbunden werden. Die Behörde hatte einem Medienbericht zufolge unter anderem die Deutsche Bank verdächtigt, mit Manipulationen zum Kollaps der US-Investmentbank Bear Stearns und dem Kursrutsch beim Rivalen Lehman Brothers beigetragen zu haben.

Verboten werden zunächst bestimmte Leerverkäufe (short selling) von Aktien 19 großer Finanzkonzerne. Dazu gehören die angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac, aber auch die Titel großer US-Banken wie Lehman Brothers, Goldman Sachs und Merrill Lynch sowie die Aktien von Deutscher Bank und Allianz. Der Vertrauensverlust am Markt könne zu Panikverkäufen führen, die sich durch bestimmte Arten von Leerverkäufen möglicherweise noch verschlimmerten, erklärte die SEC vergangene Woche.

Enttäuschende Quartalszahlen großer Technologie-Werte wie Google und Microsoft auf der einen Seite und besser als erwartete Ergebnisse der US-Bank Citigroup auf der anderen hatten die Börse am Freitag uneinheitlich schließen lassen. Der Dow-Jones-Index schloss 0,44 Prozent fester bei 11 496 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index blieb beinahe unverändert bei 1 260 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq hingegen verlor 1,28 Prozent auf 2 282 Punkte.

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