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29.08.2008 
„Traue keinem Geschenk“

Warum ein Versicherer 344 Millionen Euro nicht los wird

von Rita Lansch

Die DBV Öffentlichrechtliche Anstalt für Beteiligungen versucht, Geld an frühere Kunden auszuschütten. Doch das ist leichter gesagt als getan. Offenbar hören die Leute auf die Warnungen der Verbraucherschützer: "Trauen Sie niemandem, der Ihnen was schenken will."

"Von 610 000 Anspruchsberechtigten haben wir ein Drittel erreicht", sagte am Donnerstag der Chef der DBV Öffentlichrechtliche Anstalt für Beteiligungen (DBVÖR), Chef Hans-Joachim Krauß.

Auf eine groß angelegte Mailingaktion reagierte ein Adressat mit der Beschwerde: "Auf solche Tricks falle er nicht herein. Wenn wir ihn nicht in Ruhe ließen, würde er Verbraucherschützer einschalten", erinnert sich Lutz Zobel, der die Aktion leitete. Dabei hat er wirklich Geld zu verschenken.

Die Holding der ehemaligen Deutsche Beamtenversicherungen (DBV) gehörte bis zu ihrer Privatisierung der öffentlichen Hand und ihren Kunden, den Beamten. Aus dem Börsengang 1990 sind den Versicherten damals direkt 300 Mill. Euro auf ihren Versichertenkonten gutgeschrieben worden. Die restlichen 25 Prozent plus eine Aktie sollte die DBVÖR bis 2010 verkaufen und das Geld aus dem Verkauf dann nachträglich an die damaligen Versicherten auszahlen. Vorsorglich verschickte die DBVÖR schon 1994 rund 610 000 sogenannte Berechtigungsscheine an die Betroffenen. Der Verkauf erfolgte dann aber erst 2006 und zwar an die französische Axa.

Aus dem Deal sind jetzt 344 Mill. Euro zu verteilen. Das Geld steht den Kunden zu, deren Policen bei der Deutschen Beamten Versicherung bereits am 31. Dezember 1989, und noch am 26. April 1990 bestanden haben. Die genauen Verteilungsmodalitäten hat die frühere Versicherungsaufsicht gleich bei der Privatisierung festgezurrt. Das Verfahren ist recht langwierig. Inzwischen sind die Policen längst abgelaufen und ausgezahlt. Von den Betroffenen sind einige verstorben, Erben oder Berechtigungsscheine nicht auffindbar oder einfach die Adressen nicht mehr nachvollziehbar.

"Wir sind selbst überrascht, wie sorglos die Leute mit ihren Finanzen umgehen", sagt Krauß. Dabei müssen sie nur mit dem Berechtigungsschein zur Commerzbank gehen. Da es sich bei den Scheinen um Inhaberpapiere handelt, wird das Geld unkompliziert und obendrein noch steuerfrei ausgezahlt.

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