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29.10.2007 
Fortschrittsbericht

Wertpapierabwicklung noch nicht in trockenen Tüchern

von M. Kurm-Engels

Der stark fragmentierte Wertpapiermarkt soll effizienter werden: Bereits im Sommer 2006 hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Aufbau eines einheitlichen Abwicklungssystems für Wertpapiere in Erwägung gezogen. Jedoch hängt die von der EZB geplante Plattform immer noch in der Schwebe – nun legte sie einen Fortschrittsbericht vor.

FRANKFURT. Zwar habe das unter dem Stichwort „Target 2 Securities“ (T2S) laufende Projekt wegen absehbarer Kostenvorteile die volle Unterstützung der meisten Banken und Depotbanken, schreibt die EZB in einem am Freitag veröffentlichten Fortschrittsbericht zu T2S. Die Zentralverwahrer hätten aber weiterhin Vorbehalte, auch wenn sie zu dem Projekt konstruktiv beisteuerten. Das Eurosystem werde in den nächsten Wochen intensiv prüfen, in welchem Umfang T2S es den Zentralverwahrern erlauben wird, ihre gegenwärtige Abwicklungs-Infrastruktur zu reduzieren und Kosten einzusparen.

Die EZB hatte im Sommer 2006 angekündigt, sie erwäge, ein einheitliches Abwicklungssystem für Wertpapiere aufzubauen. Anfang 2007 hatte die EZB eine Reihe von Machbarkeitsstudien vorgelegt, die alle die Realisierung von T2S nahe legten. Der Brüsseler Ausschuss für Finanzdienstleistungen (FSC), der die Entscheidungen der EU-Finanzminister vorbereitet, hatte das Projekt aber gestoppt und um weitere Klärung von Einzelheiten gebeten. Die Bundesbank, die Banca d’Italia, die Banque de France und die Banco de Espana, die den T2S-Service im Auftrag des Eurosystems entwickeln, arbeiten in enger Kooperation mit dem Markt daran, die grenzüberschreitende Wertpapierabwicklung so einfach und günstig zu gestalten wie die nationale Abwicklung.

Bis Dezember würden in enger Kooperation mit den Marktteilnehmern die Nutzeranforderungen zusammengestellt, sagte Hans-Georg Fabritius, der im Bundesbankvorstand unter anderem für den Zahlungsverkehr und die Abwicklung von Handelsgeschäften zuständig ist. Zu diesen Nutzeranforderungen beginne im Januar eine formelle, dreimonatige Konsultation des gesamten Marktes.

„Wenn wir hier klarer sehen, ist auch der Zeitpunkt gekommen, um von den Zentralverwahrern eine Aussage zur Teilnahme an T2S zu erhalten“, sagte Fabritius. „Wir werden mit den Zentralverwahrern darüber sprechen, welche Voraussetzungen sie als erforderlich erachten, um eine ,Verpflichtungserklärung im Grundsatz’ abzugeben.“ Lägen solche Absichtserklärungen bis zum Frühsommer nächsten Jahres nicht vor, werde sich das Eurosystem wohl außer Stande sehen, die Entwicklung von T2S in Angriff zu nehmen.

Laufe dagegen alles nach Plan werde der EZB-Rat im Sommer 2008 über den Start der Entwicklung entscheiden. Die vier mit der Konzeption und dem Betrieb von T2S beauftragten Notenbanken würden dann ein vorläufiges Leistungsangebot erstellen. T2S könnte voraussichtlich 2013 die Produktion aufnehmen.

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