Die Chicago Mercantile Exchange eröffnet einen neuen Geschäftsbereich. Der größte Terminmarkt Amerikas bringt neue Produkte auf den Markt, deren Kursentwicklung die Lage am US-Wohnungsmarkt abbildet.
NEW YORK. Investoren können am 22. Mai erstmals Terminkontrakte und Optionen auf US-Immobilienpreise an einer der weltgrößten Derivatebörsen handeln. Die Chicago Mercantile Exchange (CME), der größte Terminmarkt Amerikas, bringt neue Produkte auf den Markt, deren Kursentwicklung die Lage am US-Wohnungsmarkt abbildet.
„Diese Instrumente erlauben einen Risikoausgleich zwischen Marktteilnehmern und können damit einen enormen Nutzen stiften“, sagt Professor Robert Shiller von der US-Eliteuniversität Yale, ein Mitinitiator des Projekts. Shiller ist während des Börsenbooms bekannt geworden, weil er frühzeitig vor einem „irrationalen Überschwang“ warnte.
Die Hauspreis-Derivate erlauben Unternehmen, deren Geschäft vom Immobilienmarkt abhängt, sich gegen Preisschwankungen abzusichern: Wohnungsbauer, Projektentwickler und Baufinanzierer. Gleichzeitig geben die Papiere die Chance, auf Trends am US-Wohnungsmarkt zu spekulieren. Hedge-Fonds könnten damit auf ein Platzen der Blase am US-Immobilienmarkt wetten.
„Wir haben bereits eine Reihe von Interessenten, die eigene Finanzprodukte auf Basis unserer Terminkontrakte und Optionen anbieten wollen“, sagt CME-Sprecher Allan Schoenberg. Das Wertpapierhandelshaus Tradition Financial Services, eine Tochter des Schweizer Rohstoff- und Telefonhandelshauses Compagnie Financière Tradition, hat angekündigt, eigene Swaps auf Basis der CME-Kontrakte und eine Online-Plattform für den Handel mit den Hauspreis-Derivaten anzubieten.
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