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19.05.2006 
US-Wohnungsmarkt

Wetten auf Hauspreise

von Tobias Moerschen

Die Chicago Mercantile Exchange eröffnet einen neuen Geschäftsbereich. Der größte Terminmarkt Amerikas bringt neue Produkte auf den Markt, deren Kursentwicklung die Lage am US-Wohnungsmarkt abbildet.

NEW YORK. Investoren können am 22. Mai erstmals Terminkontrakte und Optionen auf US-Immobilienpreise an einer der weltgrößten Derivatebörsen handeln. Die Chicago Mercantile Exchange (CME), der größte Terminmarkt Amerikas, bringt neue Produkte auf den Markt, deren Kursentwicklung die Lage am US-Wohnungsmarkt abbildet.

„Diese Instrumente erlauben einen Risikoausgleich zwischen Marktteilnehmern und können damit einen enormen Nutzen stiften“, sagt Professor Robert Shiller von der US-Eliteuniversität Yale, ein Mitinitiator des Projekts. Shiller ist während des Börsenbooms bekannt geworden, weil er frühzeitig vor einem „irrationalen Überschwang“ warnte.

Die Hauspreis-Derivate erlauben Unternehmen, deren Geschäft vom Immobilienmarkt abhängt, sich gegen Preisschwankungen abzusichern: Wohnungsbauer, Projektentwickler und Baufinanzierer. Gleichzeitig geben die Papiere die Chance, auf Trends am US-Wohnungsmarkt zu spekulieren. Hedge-Fonds könnten damit auf ein Platzen der Blase am US-Immobilienmarkt wetten.

„Wir haben bereits eine Reihe von Interessenten, die eigene Finanzprodukte auf Basis unserer Terminkontrakte und Optionen anbieten wollen“, sagt CME-Sprecher Allan Schoenberg. Das Wertpapierhandelshaus Tradition Financial Services, eine Tochter des Schweizer Rohstoff- und Telefonhandelshauses Compagnie Financière Tradition, hat angekündigt, eigene Swaps auf Basis der CME-Kontrakte und eine Online-Plattform für den Handel mit den Hauspreis-Derivaten anzubieten.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die CME handelt künftig Terminkontrakte.

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