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Aktienmarkt: Der nächsten Blase auf der Spur

Überzogene Erwartungen, überbordener Optimismus und überbewertete Aktien haben zum Platzen der Dotcom-Blase vor genau zehn Jahren geführt. Jetzt geht die Angst vor einer neuen Blase um: Platzt nach der Internet-Euphorie und dem Immobilienwahn nun auch noch eine Liquiditätsblase?

Der Dow Jones gilt als "fair" bewertet. Das verringert die Angst vor einer Liquiditätsblase. Quelle: Reuters
Der Dow Jones gilt als "fair" bewertet. Das verringert die Angst vor einer Liquiditätsblase. Quelle: Reuters

DÜSSELDORF. Zehn Jahre nachdem die Dotcom-Euphorie verflogen ist, die Kurse am Neuen Markt abgestürzt sind, geht die Angst vor einer neuen Blase um: der Liquiditätsblase. Die Börsen schlagen seit Wochen empfindlich nach unten aus, die Kursschwankungen steigen. Geht die vor einem Jahr gestartete Rally schon wieder zu Ende? Die vorsichtige Zinswende in den USA weckt die Furcht vor einer Baisse am Aktienmarkt.

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Die außergewöhnlich hohe Liquidität, mit der die Notenbanken die Märkte seit Ausbruch der Finanzkrise fluten, ließ monatelang alle Anlageklassen steigen: Aktien und Rohstoffe, Staatsanleihen, ja sogar die "Angstwährungen" Silber und Gold - eigentlich ein Hort der Sicherheit, der nur in Zeiten schlechter Börsen gefragt ist.

Notenbanken treiben die Anleger in Aktien

Das Europa-Strategieteam der US-Bank Morgan Stanley untersuchte 19 Baissephasen seit 1929 und kam zu dem Ergebnis, dass die Aktienkurse in einer ersten, liquiditätsgetriebenen Rally im Durchschnitt um 70 Prozent stiegen. Genau so viel legte der Dax seit seinem Tief im März vergangenen Jahres in der Spitze zu. Doch beinahe einmalig ist die extreme Dynamik, mit der die Aktienkurse stiegen, und das Phänomen, dass Anleger ihr Geld in alle Anlageklassen pumpen. Die Kurse der Unternehmensanleihen boomen so sehr, dass sich die Renditen für europäische Firmenbonds binnen eines Jahres halbiert haben. Auch erstklassige Staatsanleihen fragen Anleger aggressiv nach - ungeachtet der hohen Verschuldung und drohender Staatspleiten.

Mit ihrer weltweiten Niedrigzinspolitik treiben die Notenbanken Investoren in alle Anlageklassen. Seitdem die amerikanische Fed ihren Zinssatz auf fast null Prozent gesenkt hat, haben vor allem Banken das risikolose Geschäft entdeckt: Institute mit guter Bonität leihen sich für historisch niedrige Minizinsen von weniger als einem halben Prozent Geld für einen Monat oder gleich ein halbes Jahr. Dieses billig erworbene Geld legen sie in erstklassigen Staatsanleihen an. Diese werfen trotz niedriger Renditen, die die enorme Nachfrage auslöst, immer noch mehr Zinsen ab, als die Schuldner ihren Gläubigern zahlen müssen. Die üppigen Quartalsgewinne der Banken beruhen zum Teil auf solch einem Geschäft.

Es ist praktisch risikolos. Deshalb lohnt es sich, einen kleinen Teil des billig geliehenen Geldes in riskantere, dafür aber renditeträchtigere Aktien zu stecken. Lange Zeit steigende Kurse animierten immer mehr Investoren - Fonds und private Anleger - auf den Zug aufzuspringen. In Deutschland flossen 2009 nach Angaben des Fondsverbandes BVI 15 Milliarden Euro netto in Aktien. Geldmarktfonds verzeichneten Abflüsse von 30 Milliarden Euro.

  • 04.03.2010, 22:06 UhrAnonymer Benutzer: Realist

    @ Siggi

    Na dann Mahlzeit und Prost auf Angie!

    ist ja auch einfacher, als etwas "anzufassen"!

  • 04.03.2010, 20:24 UhrAnonymer Benutzer: Siggi40

    @Realist
    Optimismus verbreiten, bis zum Schluss. Der überwiegende Teil der bevölkerung glaubt ja daran, dass alles wieder gut wird. Psychologisch nachvollziehbar. Der Glaube stirbt zuletzt.

    Und danach schnellsmöglichst in Deckung gehen.

  • 04.03.2010, 18:54 UhrAnonymer Benutzer: Realist

    Lieber Siggi,

    wenn Sie jetzt bundeskanzler wären, was würden Sie machen?

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