
Europa steckt in der Rezession. Trotzdem geht es an den Märkten aufwärts. Woran liegt das?
An den Märkten ist Liquidität der Treibstoff von allem. Solange die Notenbanken weltweit für Liquidität im Überfluss sorgen, sind die Investoren froh. Wenn die Wirtschaft schlecht läuft, ist das sogar gut für die Märkte. Denn dann drucken die Notenbanken weiter Geld. Nur wenn der Treibstoff eines Tages ausgehen sollte, dann wird es kritisch.
Wie lange wollen und können die Notenbanken noch für Treibstoff sorgen?
Die US-Notenbank hat sich festgelegt, dass sie solange weiter Geld drucken wird, bis die Arbeitslosenquote unter 6,5 Prozent fällt. Solange pumpt sie immerhin 85 Milliarden Dollar in die Wirtschaft – und zwar jeden Monat. Ich frage, was in dem Moment passiert, wenn die US-Arbeitslosenquote wirklich fällt. Dann fürchten die Anleger, dass die Fed ihre Ankündigung wahrmacht und aus der Politik des billigen Geldes aussteigt.
Hongkong
USA
Schweiz
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Norwegen
Deutschland
Katar
IMD-„World Competitiveness Ranking“ 2012.
Die Schweizer Business-School IMD veröffentlich seit 1989 jährlich ihr Wettbewerbsranking. Dazu befragen die Wissenschaftler mehr als 4200 internationale Geschäftsleute. Die Länder werden nach über 300 Kriterien bewertet.
Glauben Sie wirklich, dass die Fed so bald den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik finden wird?
Nicht wirklich. Das können sich die USA gar nicht erlauben. Aber es reicht schon der Verdacht, um für Unruhe an den Märkten zu sorgen. Indem sich Bernanke [Präsident der US-Notenbank] auf eine konkrete Zielvorgabe bei der Arbeitslosenquote festgelegt hat, hat er sich ohne Not in eine Zwickmühle begeben. Ich verstehe nicht, warum er so etwas tut. Das war nicht klug.
Schon im vergangenen Jahr haben die Analysten von S&P Capital IQ Equity Research ihre „Power Picks“ gewählt. Das Ergebnis: Die ausgewählten Unternehmen haben den Stoxx 600 (siehe Chart) um 12,2 Prozent auf Basis der Gesamtrendite übertroffen. Bei ihrer Suche untersuchen die Analysten nach eigener Aussage „Schlüsselthemen, die die Performance europäischer Aktien in den kommenden zwölf Monaten beeinflussen werden“ und währen daraus solche, von denen „eine Outperformance im Vergleich zum breiteren Marktumfeld zu erwarten ist.“ Herauskam eine Liste, die Aktien aus den verschiedensten Sektoren beinhaltet.
Zu einem der aussichtsreichsten Titel gehört für die Analysten von S&P Research der Chipzulieferer ASML. Hierzulande ist das niederländische Unternehmen vielleicht nicht allzu bekannt, auf seinem Gebiet aber Weltmarktführer und beliefert gut vier Fünftel aller Halbleiterhersteller. In Zukunft, das prophezeien die Experten, wird die Nachfrage nach Smartphones und Tablets steigen, wovon auch der Zulieferer profitieren sollte. Die Aktie hat seit Beginn des Jahres einen Sprung nach oben gemacht, zuvor - im zweiten Halbjahr 2012 - jedoch lange seitwärts tendiert. Anleger dürften wohlwollend zur Kenntnis genommen haben, dass das Unternehmen weiterhin über Aktien-Rückkäufe und Dividenden Geld an die Investoren ausschütten will.
Die Aktie der französischen Großbank BNP Paribas hat sich in den vergangenen sechs Monaten prächtig entwickelt, stieg von 30 auf mittlerweile fast 50 Euro. Dies überrascht insofern nicht, als dass das Geldinstitut im dritten Quartal – die Zahlen für das vierte sollen in etwa zwei Wochen bekanntgegeben werden – seinen Gewinn auf 1,32 Milliarden Euro mehr als verdoppeln konnte und damit selbst Experten überraschte. Die Analysten von S&P glauben, dass die Bank das Potenzial hat, weitere Marktanteile zu gewinnen und eventuell sogar die Dividende zu erhöhen. Die Aktie hat noch Luft nach oben, jedenfalls ist es bis zum Allzeithoch noch ein Stück.
Die Aktie von Carlsberg ist offensichtlich ganz nach dem Geschmack der Analysten von S&P Research. Sie trauen ihr weitere Kursgewinne im laufenden Jahr zu. Vor allem sei der Bierbrauer in den Emerging Markets gut aufgestellt, wo ihren Schätzungen nach der Großteil der Gewinne erwirtschaftet werde. Ein Aufwärtstrend ist deutlich zu sehen, aktuell kratzt die Aktie an der 80-Euro-Marke.
Centrica ist ein Gas- und Stromversorger, der vor allem in Europa und Nordamerika aktiv ist, wobei das Downstream-Geschäft in Großbritannien der primäre Ertragsträger des Unternehmens ist. Wie die Analysten schreiben, erhöhte British Gas zuletzt seine Preise um sechs Prozent mit dem Ziel, zum Ende des Jahres 2013 die 300-Millionen-Grenze zu überschreiten. Damit solle eine Gewinnmarge von sechs bis sieben Prozent erreicht werden. Die Aktie hat in den vergangenen Wochen und Monaten eine Achterbahn hingelegt, eine Tendenz ist nicht abzulesen. Dennoch sind die Experten von S&P Research überzeugt, dass es in diesem Jahr aufwärts gehen wird. Mit knapp vier Euro ist das Papier immerhin relativ günstig zu haben.
Die Analysten haben ebenfalls ein Auge auf den Brillenglashersteller Essilor International geworfen. Nach Angaben des Unternehmens benötigen weltweit rund vier Milliarden Menschen eine Brille – aber nicht einmal die Hälfte besitzt eine. Das bedeutet große Wachstumschancen, vor allem außerhalb Europas und den USA. Die Experten lobten zudem die soliden Bilanzen, die weiteres nichtorganisches Wachstum erlaubten.
Die Schweizer Banken stehen momentan in keinem guten Ruf, Manipulationen und Tricksereien haben das Image beschädigt. Der Vermögensverwalter Julius Bär hat sich daraus weitgehend heraushalten können. Das Institut hat anderes zu tun, steht aktuell in Verhandlungen mit Merrill Lynch über den Kauf des internationalen Vermögensgeschäfts außerhalb der USA. Sollte dies gelingen, wird sich die Präsenz der Gruppe in schneller wachsenden Märkten deutlich erhöhen. Das heißt im Klartext: höhere Einnahmen. Dem Aktienkurs würde das sicherlich zugute kommen.
Einen (Lebens)Versicherer würden die Analysten ins Portfolio aufnehmen, nämlich Prudential. Die Stärke des US-Unternehmens sehen sie vor allem in dem „einzigartigen asiatischen Franchise-System“. Dort erwarten sie ein Wachstum im zweistelligen Bereich. Die Aktie hat in den vergangenen Monaten arg geschwankt, aber insgesamt einen Schritt nach vorn bzw. oben gemacht. Ob es so weitergeht, wird sich zeigen.
Mit Rio Tinto haben die Experten ein echtes Schwergewicht in ihre Liste aufgenommen. Der Rohstoffriese gehört nach Marktkapitalisierung zu den 50 wertvollsten Unternehmen der Welt. Wird es in diesem Jahr noch wertvoller, also die Aktie steigen? Die Analysten glauben fest daran und setzen insbesondere auf die Nachfrage aus China.
Die Konkurrenz durch Generika setzt Sanofi, dem viertgrößten Pharmakonzern der Welt, weiter zu. Zwischen Juli und September – neuere Zahlen liegen bislang nicht vor – des vergangenen Jahres sank der Gewinn um fast ein Viertel. Da konnte selbst das Wachstum in den Schwellenländern nicht helfen. Die Aktie zeigte sich jedoch widerstandsfähig und hat in den vergangenen sechs Monaten sogar zugelegt, vielleicht mit ein Grund, warum die Experten die Aktie ausgewählt haben.
Schon im vergangenen Jahr haben die Analysten von S&P Capital IQ Equity Research ihre „Power Picks“ gewählt. Das Ergebnis: Die ausgewählten Unternehmen haben den Stoxx 600 (siehe Chart) um 12,2 Prozent auf Basis der Gesamtrendite übertroffen. Bei ihrer Suche untersuchen die Analysten nach eigener Aussage „Schlüsselthemen, die die Performance europäischer Aktien in den kommenden zwölf Monaten beeinflussen werden“ und währen daraus solche, von denen „eine Outperformance im Vergleich zum breiteren Marktumfeld zu erwarten ist.“ Herauskam eine Liste, die Aktien aus den verschiedensten Sektoren beinhaltet.
Was passiert, wenn die Investoren misstrauisch werden?
Wenn der Verdacht aufkommt, die Fed ziehe sich zurück, werden sofort Zweifel über die Nachhaltigkeit des Wirtschaftswachstums aufkommen. Viele Investoren werden kalte Füße bekommen und sich aus dem Markt zurückziehen. Dann erwarte ich eine Korrektur an den Märkten.
Eine niedrigere Arbeitslosenquote wäre eigentlich ein gutes Zeichen, aber nicht für die Investoren. Das ist doch paradox.
Das kann man so sehen. Die Notenbanken haben durch unkonventionelle Maßnahmen in der Finanzkrise dafür gesorgt, einen schlimmeren Crash zu verhindern. Die Nebenwirkung dieser Medizin ist, dass die Investoren davon abhängig geworden sind. Sie fürchten ein Ende der lockeren Geldpolitik mehr als alles andere.

„Der Dax könnte zurückfallen“
ODER der DAX könnte sich abkoppeln von den amerikanischen Vorgaben. Das wäre mir persönlich viel lieber...

Das ZB Geld geht alle in die Bonds. Die Kurse steigen nur, weil keiner Verkauft, und die Käufer zu immer höheren Kursen kaufen. Die Kurse sinken erst, wenn viele verkaufen wollen, aber wenige kaufen wollen.
Ein größeren Effekt auf die Kurse hat mehr, dass die SNB und andere ZB ihre Währungsreserven jetzt teilweise in Aktien anlegen.






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