Anlagestrategie

_

Alpari-Chefanalyst im Interview: „Ich erwarte eine Korrektur an den Märkten“

Die Zentralbanken haben die Krise mit Geld bekämpft. Aber was sind die Nebenwirkungen? Die Investoren sind abhängig von der Medizin, meint Jörg Rohmann, neuer Chefanalyst des britischen Brokers Alpari. Die Folge: Gute Nachrichten sind Gift für die Märkte.

Jörg Rohmann ist seit November als deutscher Chefanalyst für der Broker Alpari tätig. Zuvor arbeitete er bei RWE Supply & Trading im Bereich Marktanalyse.
Jörg Rohmann ist seit November als deutscher Chefanalyst für der Broker Alpari tätig. Zuvor arbeitete er bei RWE Supply & Trading im Bereich Marktanalyse.

Europa steckt in der Rezession. Trotzdem geht es an den Märkten aufwärts. Woran liegt das?

Anzeige

An den Märkten ist Liquidität der Treibstoff von allem. Solange die Notenbanken weltweit für Liquidität im Überfluss sorgen, sind die Investoren froh. Wenn die Wirtschaft schlecht läuft, ist das sogar gut für die Märkte. Denn dann drucken die Notenbanken weiter Geld. Nur wenn der Treibstoff eines Tages ausgehen sollte, dann wird es kritisch.

Wie lange wollen und können die Notenbanken noch für Treibstoff sorgen?

Die US-Notenbank hat sich festgelegt, dass sie solange weiter Geld drucken wird, bis die Arbeitslosenquote unter 6,5 Prozent fällt. Solange pumpt sie immerhin 85 Milliarden Dollar in die Wirtschaft – und zwar jeden Monat. Ich frage, was in dem Moment passiert, wenn die US-Arbeitslosenquote wirklich fällt. Dann fürchten die Anleger, dass die Fed ihre Ankündigung wahrmacht und aus der Politik des billigen Geldes aussteigt.

Das sind die wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt

  • Platz 1

    Hongkong

  • Platz 2

    USA

  • Platz 3

    Schweiz

  • Platz 4

    Singapur

  • Platz 5

    Schweden

  • Platz 6

    Kanada

  • Platz 7

    Taiwan

  • Platz 8

    Norwegen

  • Platz 9

    Deutschland

  • Platz 10

    Katar

  • Quelle

    IMD-„World Competitiveness Ranking“ 2012.

    Die Schweizer Business-School IMD veröffentlich seit 1989 jährlich ihr Wettbewerbsranking. Dazu befragen die Wissenschaftler mehr als 4200 internationale Geschäftsleute. Die Länder werden nach über 300 Kriterien bewertet.

Glauben Sie wirklich, dass die Fed so bald den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik finden wird?

Nicht wirklich. Das können sich die USA gar nicht erlauben. Aber es reicht schon der Verdacht, um für Unruhe an den Märkten zu sorgen. Indem sich Bernanke [Präsident der US-Notenbank] auf eine konkrete Zielvorgabe bei der Arbeitslosenquote festgelegt hat, hat er sich ohne Not in eine Zwickmühle begeben. Ich verstehe nicht, warum er so etwas tut. Das war nicht klug.

Was passiert, wenn die Investoren misstrauisch werden?

Wenn der Verdacht aufkommt, die Fed ziehe sich zurück, werden sofort Zweifel über die Nachhaltigkeit des Wirtschaftswachstums aufkommen. Viele Investoren werden kalte Füße bekommen und sich aus dem Markt zurückziehen. Dann erwarte ich eine Korrektur an den Märkten.

Eine niedrigere Arbeitslosenquote wäre eigentlich ein gutes Zeichen, aber nicht für die Investoren. Das ist doch paradox.

Das kann man so sehen. Die Notenbanken haben durch unkonventionelle Maßnahmen in der Finanzkrise dafür gesorgt, einen schlimmeren Crash zu verhindern. Die Nebenwirkung dieser Medizin ist, dass die Investoren davon abhängig geworden sind. Sie fürchten ein Ende der lockeren Geldpolitik mehr als alles andere.

  • 04.02.2013, 11:09 UhrDAXdenDeutschen

    „Der Dax könnte zurückfallen“

    ODER der DAX könnte sich abkoppeln von den amerikanischen Vorgaben. Das wäre mir persönlich viel lieber...

  • 04.02.2013, 11:06 UhrRechtschreibung

    Was bedeutet für die Währungen?

    www.Rechtschreibung.de

  • 04.02.2013, 10:59 UhrHans

    Das ZB Geld geht alle in die Bonds. Die Kurse steigen nur, weil keiner Verkauft, und die Käufer zu immer höheren Kursen kaufen. Die Kurse sinken erst, wenn viele verkaufen wollen, aber wenige kaufen wollen.
    Ein größeren Effekt auf die Kurse hat mehr, dass die SNB und andere ZB ihre Währungsreserven jetzt teilweise in Aktien anlegen.

Ratgeber Geldanlage

Die beste Strategie für das eigene Vermögen: Der Ratgeber von Handelsblatt Online erklärt Grundlagen, Chancen und Risiken von Investments in Aktien, Fonds, Anleihen, Zertifikaten und Zinskonten. Anleger erfahren, wie sie die passenden Produkte auswählen und unkalkulierbare Risiken vermeiden. Mehr…

  • Depot-Contest
  • ANZEIGE
Depot-Contest : Wer am meisten aus Geld macht

Wer am meisten aus Geld macht

Welcher Vermögensverwalter ist der beste? Finden Sie es heraus: Wir lassen 21 Profis beim DAB-Depot-Contest gegeneinander antreten.

ANZEIGE
  • Tagesgeld-Vergleich

    Top-Kondtionen für Tagesgeld, inklusive Gebühren, Einlagensicherung und Abgeltungsteuer.

  • Festgeld-Vergleich

    Der Rechner sucht die höchsten Zinsen für Festgeld für jede Laufzeit und Höhe des Anlagebetrages.

  • Girokonten-Rechner

    Kosten für das Konto ermitteln, inklusive Entgelte für Kreditkarten sowie Dispo- und Guthabenzinsen.

  • Rendite-Rechner

    Der Zins entspricht nicht immer der Rendite. Welche Erträge Anlagen tatsächlich bringen.

  • Ratenkredit-Vergleich

    Die besten Angebote für Ratenkredite vergleichen. Für verschiedenen Bonitätsstufen.

  • Ratgeber Geldanlage

    Die beste Strategie für Ihr Vermögen: Grundlagen, Chancen und Risiken verschiedener Investments.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Depot

    Erstellen Sie ein virtuelles Depot, mit dem Sie Ihre Strategie testen und Kursentwicklungen verfolgen.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen