
So langsam geben die Analysten der großen Geldinstitute ihre Ausblicke für das kommende Jahr ab. Nachdem in der vorigen Woche bereits die Deutsche Bank und die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) einen Blick in die Zukunft gewagt haben, geben nun auch die US-Bank Goldman Sachs und die DekaBank ihre Prognose bekannt: Besonders große Hoffnung setzen die amerikanischen Finanzmarktexperten auf Schwellenländer-Aktien. Für besonders vielsprechend halten sie die Papiere von Unternehmen, die einen Großteil ihres Umsatzes in China, Korea, Indien und der Türkei erwirtschaften. Auch Russland und Brasilien seien chancenreich. Die Märkte in Indonesien und Mexiko seien zwar aussichtsreich, aber schon relativ hoch bewertet.
Lohnendes Wachstum in China
Die Deutsche Bank hat dagegen europäische sowie US-Aktien im Blick: "Die Performance europäischer Aktien sollte sich in einem Umfeld stabiler weltweiter Wachstumsraten 2013 gut entwickeln", heißt es im Kapitalmarktausblick. "Ähnlich wie auf den Rentenmärkten wird auch hier erwartet, dass abnehmende Unsicherheit zu sinkenden Risikoprämien führt." Für Unternehmen sei der amerikanische Aktienmarkt spannend und auch der chinesische Markt sei noch weitere vier bis fünf Jahre einen Blick beziehungsweise einen Kauf wert. Ulrich Stephan, verantwortlich für das Privat- sowie das Geschäftskundengeschäft der Deutschen Bank, erwartet vom Land des Lächelns für die kommenden Jahre Wachstumsraten in einer Größenordnung von über acht Prozent.
Wissenschaftler der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften gehen derzeit davon aus, dass sich das chinesische Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr auf 8,2 Prozent beschleunigt. Allerdings sehen die Experten Risiken für die Wirtschaft des Landes, die von globalen Unsicherheiten ausgingen. In ihrem am Mittwoch veröffentlichten "Blaubuch" raten sie der Regierung, durch mehr staatliche Ausgaben die Wirtschaft anzukurbeln und Steuern zu reduzieren, die die Effizienz der Wirtschaft einschränken. Chinas Regierung hat bislang keine offizielle Prognose für die BIP-Entwicklung 2013 veröffentlicht.
"Angesichts eines negativen Realzinsniveaus sollten Anleger prüfen, ob sie eine weitere Stufe auf der Risikoleiter hinaufgehen wollen. Blue Chips sind als Beimischung auch für konservative Investoren interessant. In den USA sollte das Augenmerk auf den Sektoren Finanzen, Informationstechnologie und Industrie liegen, in Europa auf den Branchen Banken, Versicherungen und Chemie", sagt Stephan. Allgemein empfiehlt die Deutsche Bank Anlegern, ihr Anlageuniversum im kommenden Jahr zu erweitern und sich breiter aufzustellen.
Guter Schutz gegen die Euro-Krise bietet die Brauerei aus Brasilien. Sie wächst vor allem in den Schwellenländern, ist aber weltweit präsent und nahezu schuldenfrei.
Börsenwert in Millionen Euro: 81674
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,7
Dividendenrendite: 0,9 Prozent.
Trotz der imposanten Rally ist die Aktie nicht teuer. Gewinn und Umsatz wachsen gar schneller als der Börsenwert.
Börsenwert in Millionen Euro: 428190
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,5
Dividendenrendite: 1,6 Prozent.
Der Konzern verliert zwar Marktanteile, wächst aber insgesamt nach wie vor rasant im chinesischen Internet-Markt. Die Aktien sind günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 29197
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 16,8
Dividendenrendite: keine
Der Tabakkonzern aus Großbritannien kann trotz der immer strenger werdenden Gesetze jedes Jahr Umsatz, Gewinn und Dividende steigern. Besonders stark ist das Unternehmen in den asiatischen Schwellenländern.
Börsenwert in Millionen Euro: 75886
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 13,8
Dividendenrendite: 4,6 Prozent
Der hochprofitable und dividendenstarke US-Düngemittelkonzern profitiert vom steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln weltweit.
Börsenwert in Millionen Euro: 11021
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,8
Dividendenrendite: 0,8 Prozent
Ein Ende der jahrelangen Wachstumsstory ist noch immer nicht absehbar. Die Aktie ist günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 1300
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,5
Dividendenrendite: keine
Der Medizintechniker ist besonders stark in der Krebs-Medizin, einem wachsenden Zweig.
Börsenwert in Millionen Euro: 3671
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 18,4
Dividendenrendite: 1,5 Prozent
Die neuen Modelle des schnell wachsenden Automobilherstellers gewinnen derzeit alle Qualitätstests.
Börsenwert in Millionen Euro: 202557
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 5,9
Dividendenrendite: 0,8 Prozent
Der dänische Pharma-Konzern ist bei Diabetes-Medikamenten mit einem Anteil von über 51 Prozent weltweit Marktführer.
Börsenwert in Millionen Euro: 67311
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,4
Dividendenrendite: 1,6 Prozent
Das Mobilfunkunternehmen aus Luxemburg hat ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt, indem es preisgünstige Handy-Einsteiger-Tarife in Schwellenländern verkauft.
Börsenwert in Millionen Euro: 7195
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,6
Dividendenrendite: 2,9 Prozent
Das Software-Unternehmen profitiert mit seiner Miet-Software vom weltweiten Trend zum Cloud Computing. Das Geschäft gilt als krisensicher.
Börsenwert in Millionen Euro: 16508
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 76,4
Dividendenrendite: keine
Der britische Pharma-Konzern hat zahlreiche neue Medikamente auf den Markt gebracht. Seine Aktien sind nicht hoch bewertet.
Börsenwert in Millionen Euro: 13305
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 14
Dividendenrendite: 0,5 Prozent
Das Unternehmen ist besonders stark in Afrika. Sein Umsatz nimmt leicht zu.
Börsenwert in Millionen Euro: 106910
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 10,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent
Der Öl-Konzern profitiert von der Steuergesetzgebung in den USA und kann ein sehr hohes Umsatzwachstum vorweisen.
Börsenwert in Millionen Euro: 14171
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 19,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent
Steigende Notierungen wegen Anlagenotstand
Auch die Analysten der Helaba setzen auf Wertpapiere, fokussieren sich allerdings nicht so stark regional: "Gemessen an der eigenen Historie und im Vergleich zu den gängigen Anlagealternativen erscheinen Aktien noch immer günstig", heißt es im Kapitalmarktausblick der Bank. Zusätzlich sei der vorherrschende Anlagenotstand ein guter Indikator für steigende Notierungen.
Den Dax verortet Gertrud Traud, Chef-Volkswirtin der Helaba, in diesem Umfeld zwischen 6.800 und 8.200 Punkten. Ulrich Stephan von der Deutschen Bank prognostizierte dem Dax dagegen einen Höchststand von maximal 8000 Punkten. "Ich würde das als eine konservative Schätzung sehen", fügte er hinzu.

Wie unabhängig sind Prognosen und Einschätzungen, von leitenden Angestellten einer Investmentgesellschaft/Bank?
Rüschtüsch - überhaupt nicht. Von daher, möchte z.B. die Deutsche/DWS gerne den China-Fonds (entweder ihren eigenen oder den von Templeton, der auf der Empfehlungsliste ist und mehr Provision bringt) über die Berater verkloppen und eventuell ein paar der schwächelnden DB-Platinum-Produkte auf Rohstoffe wie Gold etc.
Die Chance, dass die Aussagen der "Experten" zutreffen, liegt bei exakt 50%. Von daher hätten hier auch noch Peter Müller, Hans Meier, Uschi Glas und lauter andere in ihre Glaskugel schauen können.

Komplexe dynamische Systeme, die letztlich von kleinen, unscheinbaren Entscheidungen abhängen. :-D

Börsenprognosen aufzustellen, erinnert oft an den Versuch, eine schwarze Katze in einem schwarzen Raum fangen zu wollen (•‿-)






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