
Edgar Stilp, Geschäftsführer von Koch Immobilien in Düsseldorf, macht glänzende Geschäfte. Er hat etwas, was bei den Anlegern jetzt ganz besonders gefragt ist: Sachwerte, Vermögensanlage zum Anfassen. „Wir merken schon, dass die Angst vor Inflation vor allem bei Privatleuten erheblich ist“, sagt er.
Neulich hat eine Familie aus seinem Kundenkreis ein Unternehmen verkauft. Dann hieß es: „Jetzt noch schnell rein in Sachwerte, bevor die Inflation das auffrisst“, erzählt er. Sicherheit steht an erster Stelle. Auch die Rendite spielt eine Rolle: „Wenn ich Festgeld anlege und die Inflation abziehe, bleibt ja nix mehr über, deswegen denken die Kunden über Alternativen nach“, sagt er im rheinischen Tonfall.
Für Stilp sind die Sorgen der Kunden ein gutes Geschäft. Zurzeit machen sich viele Deutsche Sorgen. Sie fragen sich angesichts der ausufernden Euro-Krise: „Geht das alles gut? Bleibt der Euro erhalten?“ berichtet Jürgen Simon, Direktor des Private Banking der Kreissparkasse Köln. Viele fürchten, dass die Krise sie bald auch persönlich trifft – als Sparer und als Steuerzahler.
„So lange Europa keinen konkreten Plan für den Kampf gegen die Krise hat, halten die Turbulenzen an den Finanzmärkten an.“
„Das, was wir in Griechenland im Schnelldurchlauf erleben, könnte eines Tages auch die USA erfassen, wenn sich die dortige Politik nicht ändert“
„Die derzeitigen Maßnahmen sind nicht ausreichend, kommen zu spät und lösen weltweit Verwerfungen auf den Finanzmärkten aus“
„Möglicherweise besitzen wir nicht die richtigen geldpolitischen Instrumente, um die Erkrankungen zu heilen, an denen das System leidet.“
„Wir sind jetzt wirklich mit einer wahrhaft systemischen Krise konfrontiert“
"Diejenigen, die den Euro zerstören, werden die Verantwortung dafür tragen, dass Konflikt und Trennung auf unserem Kontinent wieder auferstehen."
„Europa ist heute in einer der schwersten Stunde, vielleicht der schwersten Stunde seit dem Zweiten Weltkrieg.“
„Es wird für die Politiker immer schwerer, einen Kurswechsel durchzusetzen. Sie werfen immer mehr gutes Geld dem schlechten hinterher und überlassen das Problem der jeweils nachfolgenden Politikergeneration. […] Es kommen noch große Lasten auf Deutschland zu.“
"Wir haben nichts aus dem ersten Teil der Finanzkrise gelernt, es geht so weiter wie vorher."
„Die Schuldenberge, die wir aufgetürmt haben, lassen sich nur durch Inflation beseitigen. Alles andere wäre fatal. Wenn dagegen so etwas passiert wie 1929, also eine Phase extremer Deflation bis hin zur Depression, dann gute Nacht.“
„Die Banken haben das Vertrauen, auf das sie mehr als jede andere Branche angewiesen sind, verspielt. Kein Wunder, dass der Kapitalmarkt kaum noch bereit ist, ihnen Geld zu leihen. Aufgeblähte Bilanzen, zu wenig Eigenkapital, falsche Anreizsysteme, komplexe Geschäfte und zunehmende Risiken machen Großbanken zu unkalkulierbaren Risiken für ihre Aktionäre, den Staat und damit die ganze Gesellschaft.“
„Ich bin besorgt, aber ich bin vor allem realistisch. Wir werden eine Abwertung bekommen, wir werden vielleicht sogar eine Inflation bekommen. Ich möchte das Wort Währungsreform nicht in den Mund nehmen, aber irgendwo müssen diese riesigen Schulden bleiben.“
„Die westlichen Länder stecken in der Wirtschafts- und Finanzkrise, einer Verschuldungskrise. Wie immer bei hoher Verschuldung ist die Gefahr groß, dass die Politik des Gelddruckens als das kleinste Übel angesehen wird. Ich lebe in ständiger Inflationssorge.“
„Es gibt eine Alternative zur ‚alternativlosen’ Euro-Politik: den gemeinsamen Austritt Deutschlands, Hollands, Österreichs und Finnlands aus der Euro-Zone.“
Die Angst vor Inflation hat sich tief in die kollektive Seele der Deutschen eingebrannt. Kein Wunder: Zwei Währungsreformen im 20. Jahrhundert, verbunden mit der Erinnerung an verlorene Kriege, werfen lange Schatten. Zur Erinnerung: Am 20. November des Jahres 1923, am Ende der großen Inflation, bekam man für 4,2 Billionen Mark gerade noch einen Dollar.
Nach dem Ersten Weltkrieg war eine gewaltige Verschuldung entstanden, weil der Staat den Krieg finanzieren wollte und das Geld dafür niemandem so einfach wegnehmen konnte – stattdessen verkaufte er im großen Stil Kriegsanleihen. Historiker Heinrich August Winkler schreibt im Rückblick: „Die Sparer und Zeichner von Kriegsanleihen waren damit die eigentlichen Opfer der Inflation.“ Verlierer waren auch die Arbeiter, weil deren Löhne hinter der Preissteigerung zurückblieben. Insgesamt lässt sich also festhalten: Der fleißige und sparsame Normalbürger hat den Krieg nachträglich bezahlt.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
Dieses Schema erkennen wir heute wieder. Der Staat will zwar keinen Krieg mehr finanzieren, dafür aber Sozialleistungen, Bildung und jetzt auch noch die Rettung des Euros. Eigentlich müsste er die Bürger dafür sofort zur Kasse bitten. Doch politisch einfacher ist es, das möglichst weit hinauszuschieben. Leider scheitert diese Strategie am Ende dramatisch – jetzt schon in schwachen Ländern, bald auch bei uns.
In den USA lief diese Verschuldungsspirale zunächst vor allem über die privaten Haushalte. Damit jeder etwas Wohlstand spürte, wurden mit staatlicher Unterstützung Kredite an Privatleute sehr erleichtert. Zugleich sorgte eine lockere Geldpolitik für steigende Immobilienpreise und damit für gefühlten Reichtum.
Wer mehr über über Enteignung der Sparer (im Nachstehenden erfasst werden "financel assets") lesen will:
http://www.bcg.de/documents/file87307.pdf
und dazu über geplante Massnahmen:
http://ftd.de/karriere-management/management/:abgeworbener-finanzfachmann-schaeuble-hievt-top-berater-auf-schluesselposten/60136385.html
oder im Handelsblatt vom 22.12.2011 Artikel von Daniel Stelter zu lesen:
"Wir kommen um einen klaren Schnitt nicht herum"
Unverhohlen wird darüber nicht nur spekuliert, sondern auch die wahrscheinliche Durchführung dargestellt.
Wer mehr über über Enteignung der Sparer (im Nachstehenden erfasst werden "financel assets") lesen will:
http://www.bcg.de/documents/file87307.pdf
und dazu über geplante Massnahmen:
http://ftd.de/karriere-management/management/:abgeworbener-finanzfachmann-schaeuble-hievt-top-berater-auf-schluesselposten/60136385.html
oder im Handelsblatt vom 22.12.2011 Artikel von Daniel Stelter zu lesen:
"Wir kommen um einen klaren Schnitt nicht herum"
Unverhohlen wird darüber nicht nur spekuliert, sondern auch die wahrscheinliche Durchführung dargestellt.
Das Handelsblatt hat schon früh einen Sinn für Realitäten entwickelt: Am 24.09.2011 meinte es zum offiziellen und inoffiziellen Schuldenstand der Nation (also 2 Bio. Euro oder 85% BIP gegen 6,8 Bio. Euro oder 285% BIP): Die größte Lüge Deutschlands. Das erwarte ich auch von einer Wirtschaftszeitung besonders in so dramatischen Situationen wie der Derzeitigen. Und hier geht es weiter so mit dem Zitat von Georges Soros: "Die derzeitigen Maßnahmen sind nicht ausreichend, kommen zu spät und lösen weltweit Verwerfungen auf den Finanzmärkten aus“. Soros sagt frank und frei: Ich bin Spekulant und wenn man den Fianzmärkten freie Hand lässt, dann nutze ich das aus: Also: nicht die Spekulanten sind schuld an der Finanzkrise, sondern der sogenannte "Freie Kapitalismus", der dann schnell in diese Regelungslücke springt. In USA ist das so, hier hat sogar eine Allianz aus Vermögensbesitztern, Politik und Harvard Expertise mit eingekauften Gutachteragenturen (Eine Interdependenz der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ordnung nach Friedrich August von Hayek?) dafür gesorgt, daß Finanzmärkte auch ungeregelt bleiben.
In unserem Lande hat die Politik den frühen Ruf von Walter Eucken: "Wir müssen nicht die Auswüchse wirtschaftlicher Macht, sondern wirtschaftliche Macht selbst bekämpfen": Zum Beispiel Gerhard Schröder, der in der Westentasche des Herrn Piech die große Welt zu sehen bekam, um den Preis, daß er die Interdependenz von wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ordnung begreift: Der Staat ist die Lobby der Wirtschaft.





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