Anlagestrategie

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Anlagestrategie: Buffett und der Heilige Gral der Börse

Seine Anlageerfolge sind legendär. Warren Buffett gehört zu den erfolgreichsten Investoren der Welt. Geschickte Aktienkäufe machten ihn zum Multimilliardär. Wie Buffett seine Super-Aktien findet.

Warren Buffett ist stets auf der Suche nach Unternehmen mit einem langfristigen Wettbewerbsvorteil. Quelle: dapd
Warren Buffett ist stets auf der Suche nach Unternehmen mit einem langfristigen Wettbewerbsvorteil. Quelle: dapd

DüsseldorfSein Erfolgsrezept ist ebenso einfach wie genial: Warren Buffett setzt auf Unternehmen, die einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil haben und eine marktbeherrschende Stellung genießen. Zu seinen Lieblingsaktien zählen der Getränkekonzern Coca-Cola, die Ratingagentur Moody’s und der Kaugummihersteller Wrigley. Heerscharen von Anlegern verfolgen genau, was das Orakel von Omaha kauft – und tun es ihm nach.

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Oder sie beteiligen sich gleich an seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway und profitieren so von den Anlageentscheidungen des Starinvestors. Denn von einigen Ausnahmen abgesehen hat Warren Buffett in den vergangenen Jahrzehnten ein mehr als glückliches Händchen bei der Aktienauswahl gehabt.

Diese Aktien hat Buffett im Depot

  • Aktien im Depot

    Berkshire Hathaway, die Holding von Warren Buffett, ist verpflichtet das so genannte Formular 13F zu getätigten Investments bei der US-Börsenaufsicht einzureichen.
    Die Mitteilung soll immer innerhalb von 45 Tagen nach Quartalsende erfolgen und alle in den USA gehandelten Aktien, Optionen und Wandelanleihen enthalten.
    Nicht ersichtlich wird aus den Aufstellungen, in welche Papiere außerhalb der USA investiert wurde oder wie groß die Barreserven sind. Ebenfalls nicht aufgeführt in der Tabelle sind Optionen, Warrants und Anleihen.

    Stand: 30.06.2014, Quelle: Pflichtmitteilung (13F) an US-Börsenaufsicht, Bloomberg

  • Wells Fargo

    Marktwert: 24,3 Milliarden Dollar

  • Coca Cola

    Marktwert: 16,9 Milliarden Dollar

  • American Express

    Marktwert: 14,4 Milliarden Dollar

  • International Business Mach

    Marktwert: 12,7 Milliarden Dollar

  • Wal Mart

    Marktwert: 4,4 Milliarden Dollar

  • Procter & Gamble

    Marktwert: 4,2 Milliarden Dollar

  • Exxon Mobil

    Marktwert: 4,1 Milliarden Dollar

  • US Bancorp

    Marktwert: 3,5 Milliarden Dollar

  • Moody's

    Marktwert: 2,2 Milliarden Dollar

Doch wie genau wählt er seine Super-Aktien aus? Das beantworten Mary Buffett, die von 1981 bis 1993 mit Warren Buffetts Sohn Peter verheiratet war, und David Clark, Portfolio-Manager und langjähriger Freund der Familie. Die beiden Autoren haben bereits mehrere Bücher über den 82-Jährigen und seine Anlagestrategie geschrieben. „So liest Warren Buffett Unternehmenszahlen“ heißt ihr neuestes Werk. Punkt für Punkt gehen sie das Zahlenwerk durch, erklären einzelne Kennzahlen und ihre Bedeutung für Buffetts Anlagestil. Auf welche Daten und Fakten kommt es ihm an, welche lässt er links liegen.

Bilanzen lesen, das klingt erst mal ziemlich trocken. Ist es auch. Doch die Analyse à la Buffett bietet einen echten Mehrwert – zumal die Autoren immer wieder kleine Anekdoten aus dem Leben des  Investors einstreuen. Sie verraten etwa, warum der 82-Jährige keine Technologieaktien kauft. Das hat nämlich vor allem einen Grund: Von Technik versteht er schlicht und einfach nichts! Und was er nicht versteht, kauft Buffett bekanntlich nicht.

Kennzahlen à la Buffett, Teil I

  • Anleihe

    Unternehmen mit einem dauerhaften Wettbewerbsvorteil haben nicht viele Anleihen emittiert, weil sie in der Regel nicht viele Schulden haben. Buffett achtet darauf, dass Unternehmen nicht viele Schulden haben.
    Quelle: Mary Buffett, David Clark: So liest Warren Buffett Unternehmenszahlen

  • Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

    Dieser Posten in der Bilanz sollte möglichst niedrig sein. Denn Unternehmen mit einem dauerhaften Wettbewerbsvorteil haben meist geringe oder gar keine Aufwendungen für Forschung und Entwicklung.

  • Bruttogewinn

    Der Bruttogewinn ist der Erlös aus dem Verkauf von Produkten, d.h. Umsatz minus Umsatzkosten ist gleich Bruttogewinn. Warren Buffett gleicht den Bruttogewinn gegen andere Zahlen ab.

  • Bruttogewinnspanne

    Je höher das Verhältnis aus Gesamtergebnis und Umsatz ist desto besser. Unternehmen mit dauerhaftem Wettbewerbsvorteil haben tendenziell eine hohe Bruttogewinnspanne.

  • Buchwert

    Der Buchwert je Aktie ist ebenfalls eine wichtige Kennzahl bei der Bilanzanalyse. Die einfache Regel à la Buffett: Ein steigender Buchwert ist gut, ein sinkender Buchwert ist schlecht.

  • Dauerhafter Wettbewerbsvorteil

    Der Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern, den das Unternehmen lange aufrechterhalten kann, ist das Geheimnis von Warren Buffetts Erfolg, sind Mary Buffett und David Clark überzeugt.

  • EBITDA

    Unternehmen, die kein Geld verdienen, lieben das EBITDA, also der Gewinn vor Zinsen, Steuer und Abschreibung materieller und immaterieller Vermögensgegenstände). Warren Buffett hält nichts von dieser Kennzahl. Er ist überzeugt, wenn eine Unternehmensleitung vom EBITDA spricht, dann heißt das immer, dass der Konzern über keinen dauerhaften Wettbewerbsvorteil verfügt.

  • Eigene Anteile

    Wenn ein Unternehmen eigene Anteile – Stammaktien des Unternehmens, die vom Unternehmen zurückgekauft worden sind – besitzt, ist das für Buffett ein Indiz, dass es einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil genießen könnte.

  • Eigenkapitalrendite

    Die Eigenkapitalrendite, also der Reingewinn eines Unternehmens geteilt durch sein Aktionärskapital, ist eine der Kennzahlen, mit deren Hilfe Buffett feststellt, ob das Unternehmen einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil hat. Auch hier gilt: Je höher, desto besser.

    Quelle: Mary Buffett, David Clark: So liest Warren Buffett Unternehmenszahlen

Von anderen Produkten und Dienstleistungen versteht er dafür umso mehr. Seiner Treffsicherheit bei der Aktienauswahl – er liegt mit seinen Prognosen nur selten falsch – verdankt er seinen Spitznamen: das Orakel von Omaha. Mit magischen Kräften hat sein Erfolg allerdings nichts zu tun, sondern mit seiner speziellen Art, Aktien auszusuchen.

  • 02.11.2012, 16:44 Uhrhafnersp

    Das haben Sie sicher recht: seine Anlage-Erfolge sind legendär: dh. schon lange zurück.
    Was soll eigentlich diese Artikelserie mit Warren Buffet heute (und "mal wieder")? Kaufen die Anleger derzeit keine Aktien und müssen "mal wieder" motiviert werden? Leuchtet ja ein, gute Unternehmen billig kaufen und teuer verkaufen, nicht? Kann ja jeder (jedenfalls in der Theorie).

  • 02.11.2012, 17:05 UhrOldi

    Warum so neidisch? Man outet sich doch nur als erfolglos. Buffett, Lynch, Kostolani habe es doch gezeigt wie es gehen kann. Natürlich gehört auch etwas Glück, vor allem am Anfang, dazu.

    Gerade heutzutage sollte sich die Jugend über Aktien wissend machen. Staatsrente ..., nein danke.^^

  • 02.11.2012, 17:48 Uhrhafnersp

    @Oldi
    es gibt gute Zeiten für ein Investment bzw. für eine Strategie und schlechte. Wir sind seit ca. 2000 (inflationsber. Aktienhöhepunkt) in einer Depression ähnlich den 30ern, auch wenn das bislang durch die Zentralbanken und Fiatgeld überspielt werden konnte.
    Trotz Zentralbank-Aktionismus hat man mit Aktien-Buy-and-Hold unterm Strich kein Geld gemacht, allenfalls mit dem Surfen des Boom-Bust-Resultats der Zentralbank-Aktionen. Einzeltitelauswahl nach Fundamentaldaten ist hierbei nicht der große Gewinnbringer.
    Ich bin nicht neidisch und habe auch keine Grund dazu.
    Nur nervt mich diese periodische Anlagepropaganda mit Buffet als Galiansfigur, vor allem wenn Erfolg vorgeheuchelt wird, wo seit 15 Jahren oder so keiner mehr ist. Nochmals hier meine Empfehlung den Chart von Berkshire mit Gold zu unterlegen (siehe Kommentar zu erstem Buffet-Artikel heute). Es gibt wie gesagt, gute und schlechte Zeiten für jedes Investment und jede Strategie.

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