Anlagestrategie

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Anlagestrategie: Mehr Rendite, weniger Risiko – geht das wirklich?

Kaufen und liegenlassen war André Kostolanys Rat an Aktionäre. Sein früherer Partner Gottfried Heller erklärt, was diese Strategie in einer radikal veränderten Finanzwelt noch taugt, und worauf Anleger vertrauen können.

Der Vermögensverwalter, Anlageberater und Buchautor Gottfried Heller in seinem Münchener Büro. Quelle: argum / Thomas Einberger
Der Vermögensverwalter, Anlageberater und Buchautor Gottfried Heller in seinem Münchener Büro. Quelle: argum / Thomas Einberger

DüsseldorfWohin bloß mit dem lieben Geld? Aus Angst vor Risiken lagern die Deutschen einen Großteil ihres Vermögens bei der Bank – auf Sparbüchern, Tagesgeld- oder Festgeldkonten. Doch mit den aktuellen Zinsen lässt sich kaum noch die Inflation ausgleichen. „Es herrscht Anlagenotstand“, fasst Gottfried Heller das Dilemma zusammen. Die Zeiten für Anleger werden härter. Wie können sie ihr Geld heute noch risikoarm anlegen und gleichzeitig eine ordentliche Rendite erzielen?

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In seinem neuen Buch „Der einfache Weg zum Wohlstand – mehr verdienen, weniger riskieren und besser schlafen“ gibt Heller, Börsenexperte und Gründer der Münchener Vermögensverwaltung Fiduka, die Antworten. Kurz zusammengefasst: Investieren Sie in Sachwerte – hauptsächlich Aktien – und haben Sie Geduld. Ein Freund der schnellen Tipps und des schnellen Geldes ist Heller nicht. „In diesem Buch erfahren Sie nicht, wie Sie schnell reich werden“, schreibt der Autor gleich zu Beginn, denn vom Zocken hält er gar nichts. Die Lektüre lohnt sich trotzdem – oder gerade deshalb.

Trends und Entwicklungen

  • Das bestimmt die Zukunft

    In seinem Buch „Der einfache Weg zum Wohlstand“ nennt Gottfried Heller sieben Trends, die seiner Meinung nach die Zukunft der Welt und insbesondere der Finanzmärkte bestimmen werden.

  • 1. Die Weltwirtschaft wächst langsamer

    Als Hauptgründe für ein verlangsamtes Wachstum der Weltwirtschaft nennt Heller das nachlassende Wachstum der Schwellenländer, den Sparzwang der Industrieländer, die knapper werdenden Ressourcen sowie eine alternde Weltbevölkerung und steigende Arbeitslosigkeit.

  • 2. Eine neue Finanzarchitektur entsteht

    Ähnlich wie nach der Weltwirtschaftskrise von 1929 dürfte laut Heller nach den Katastrophenjahren eine längere Zeit mit weniger Krise folgen, in der sich die Finanzmärkte stabilisieren.

  • 3. Die Inflation nimmt zu

    Hauptgrund ist die seit 2008 anhaltende Geldflut der Notenbanken. Bis 2014 wollen EZB und Fed die Zinsen niedrig halten.

  • 4. Die Zinsen sinken nicht mehr

    Nach 30 Jahren geht laut Heller der Trend der sinkenden Zinsen zu Ende. Die Renditen für Staatsanleihen sind auf einem Tiefpunkt. Wenn nicht mehr so viele Anleger in Anleihen als sichere Häfen fliehen und die Notenbanken nicht mehr „manipulieren“ sei wieder mit Zinsen von fünf bis sechs Prozent zu rechnen.

  • 5. Ein freundlicher Börsenzyklus beginnt

    Nach über zehn Jahren mit verlustreichen Börsenphasen sollte es wieder aufwärts gehen, das zeigt ein Vergleich mit vergangenen Krisenzeiten. Zudem sind die Aktien billig bewertet. Hellers Fazit: „Bei so niedrigen Aktienbewertungen wie heute ist das mögliche Gewinnpotenzial deutlich größer als das Verlustrisiko.“

  • 6. Der Euro liegt in den Händen der Politik

    „Ökonomisch macht der Euro keinen Sinn“, ist Euro-Kritiker Heller überzeugt. Deshalb werde auch die Politik über seine Lebensdauer entscheiden. Euro-Land bleibe jedenfalls eine „Problemzone“.

  • 7. Die Schwellenländer sind im Aufschwung

    Noch wachsen in den Schwellenländern die Bevölkerung und die Wirtschaft – das macht Aktien aus diesen Regionen interessant.

Der langjährige Geschäftspartner der Börsenlegende André Kostolany verspricht seinen Lesern zu zeigen, wie sie erfolgreiche Anleger werden und ihr Geld vor Inflation schützen. Und dazu gehört eben mehr, als ihnen eine Einkaufsliste mit Aktien, Fonds und ETFs an die Hand zu geben. Eine solche Liste liefert Heller zwar auch, aber erst ganz am Ende seines Buches. Zuvor gibt der Autor einen Überblick über die aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen.

Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde

  • Deutscher Aktienindex (Dax)

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +88,8 Prozent (ohne Dividenden)

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.888 Euro

  • Dow Jones

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +52,7 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.527 Euro

  • EuroStoxx 50

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +31,3 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.313 Euro

  • Nikkei

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,1 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1101 Euro

  • Chinesische Aktien (Shanghai B-Index)

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,3 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.103 Euro

  • MSCI Emerging Markets

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +228 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.285 Euro

  • Gold

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +314 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.142 Euro

  • Silber

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +428 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 5.275 Euro

  • Öl

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +221 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.205 Euro

  • Weizen

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +92 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.916 Euro

  • Kaffee

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +151 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.509 Euro

  • Staatsanleihen (Rexp)

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +67 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.666 Euro

  • Unternehmensanleihen (Citigroup World BIG Corporate Index)

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +56 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.559 Euro

  • Sparbuch

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.095,90 Euro*

    *bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,92 Prozent (Spareckzins)

  • Tagesgeld

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.209 Euro*

    *bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,92 Prozent

  • Festgeld

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.266 Euro*

    *bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,39 Prozent

„Wir stehen am Anfang einer Zeitenwende“, so seine Überzeugung. Zwar gebe es aktuell viele Krisen: Die Folgen der geplatzten Immobilienblase in den USA, die europäische Schuldenkrise, der Abbau des Sozialstaats, die Überlastung des deutschen Rentensystems, die ungünstige demografische Entwicklung, der stetig steigende Ressourcenverbrauch und die wachsenden Umweltbelastungen. Doch Heller blickt optimistisch in die Zukunft: „Krisen sind Chancen – in Arbeitskleidung“, so sein Motto. Soll heißen: Wurden Probleme einmal erkannt, kann man auch Lösungen dafür suchen und es ergeben sich neue Möglichkeiten.

  • 24.07.2013, 16:13 UhrKronecker

    Einfach ist gar nix, Herr Heller. Seit 2007 sind Sie selbst ein Zocker: seitdem ist Ihr Nicht-Wissen größer als Ihr Wissen. Weil Sie das nicht wissen, ist Ihr Nicht-Wissen sogar noch etwas größer als bei jenen, die es wissen.

  • 26.06.2013, 09:49 UhrInsider

    Solarworld hat als einziges Solarunternehmen die Technologie und Möglichkeiten um mit den derzeitigen Entwicklungen auf dem Markt für Solarmodule mithalten zu können. Dieses Unternehmen wird sich langfristig durchsetzen. Hier ist was zu holen.

  • 26.06.2013, 09:45 UhrNicht-Dumm

    Das kommt einem vor, als hätte zwei Stunden lang der Berater der Sparkasse auf einen eingedudelt. Billiger gehts wohl nicht mehr.

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