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Börse: Warum ein starker Ifo-Index ein Warnsignal ist

In der Vergangenheit leiteten Umfragehochs des wichtigen Konjunkturindexes stets markante Börsenwenden nach unten ein.

Quelle: dpa
Quelle: dpa

DÜSSELDORF. "Der Ifo-Index hilft dem Dax auf die Sprünge", lautet die Begründung für den tollen Wochenausklang an den Aktienmärkten. Als der Geschäftsklimaindex am Freitag auf den höchsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung sprang, kletterte der Dax zeitweise über die Marke von 7.100 Punkten, ehe am Ende aber ein Großteil der üppigen Tagesgewinne wieder dahinschmolz. Womöglich verkauften Anleger bereits in weiser Voraussicht: Markante Ifo-Hochs waren stets ein frühzeitiges Warnsignal für die Aktienmärkte.

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Seit 1972 misst das Münchener Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung das Geschäftsklima in Deutschland und befragt dafür Monat für Monat 7.000 Firmen nach ihrer Lage und ihren Erwartungen für die nächsten sechs Monate. Damit bildet der Index sowohl die Gegenwart als auch die Zukunft ab.

"Für die Börse ist das aber trotzdem nur ein Blick in den Rückspiegel", sagt Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp. Der Grund: Profis und Kleinanleger versuchen stets, noch viel weiter als die Unternehmen in die Zukunft zu blicken. Nach dem Motto, dass jedem Boom irgendwann ein Abschwung folgt, setzen Börsianer bei einem Spitzen-Ifo-Niveau darauf, dass die nächste Flaute nicht mehr weit weg sein kann - selbst dann, wenn im nächsten Monat noch einmal ein höherer Ifo-Wert gemessen wird.

Und tatsächlich: In der Vergangenheit erwies sich der Ifo-Index für die Börse als ein sehr zuverlässiger Frühindikator. Zeitversetzt um drei bis zwölf Monate folgten einem markanten Ifo-Hoch in den Jahren 1994, 2000 und 2006 stets deutlich schwächere Kurse.

"An unserem Dax-Ziel von 8200 Punkten halten wir aber dennoch fest", kommentierte Hürkamp am Freitag das Ifo-Allzeithoch. Erliegt der Analyst damit womöglich einem Trugschluss? Denn warum sollte diesmal alles anders sein? Schon oft haben Anleger und Analysten in Boomzeiten gedacht, dass sie derzeit in der besten aller Welten leben und deshalb die üblichen Börsenregeln außer Kraft seien. Doch dies hat sich stets als folgenschwerer Irrtum erwiesen.

  • 24.01.2011, 16:11 UhrAnonymer Benutzer: no.7

    Die Peissteigerung wird besonders in deutschland wirkung zeigen, die jubelpropaganda wird verstummen, wenn die gewinne und die Kaufkraft von der inflation weggefressen werden. Dies ist der beginn eines neuen,langanhaltenden Abschwungs für Deutschland. Die inflation wird uns die suppe ordentlich versalzen, und es wird Jahre dauern. Laßt nur einmal die ganzen sparpakete jetzt wirken, allein das wird den jubelexport schwer treffen. früher oder später werden dann auch die USA gezwungen sein, auf konsolidierung umzustellen- oder die inflation galoppiert. Und wenn die zockerbanken und die Wallstreet keine kostenlosen milliarden mehr zugeschoben erhalten, dann werden dies bMW, benz etc. massiv zu spüren bekommen. Gut so ! kann man da nur sagen.

  • 24.01.2011, 14:56 UhrAnonymer Benutzer: wolf54321

    Ein Haussezyklus dauerte in der Vergangenheit 3 bis 4 1/2 Jahre. Davon haben werden wir am 9. März 2 Jahre hinter uns haben, also rein historisch gesehen noch 1 - 2 1/2 Jahre Hausse. Wir haben aber einen Jahruhunderteinbruch hinter uns, und der wirtschaftliche Aufschwung ist erstmal die Korrektur darauf. Es müssten erstmal höhere inflationsraten mit daraus resultierenden höheren Zinsen folgen, um die börsenampeln auf gelb springen zu lassen. Und am Thresen in der Kneipe müsste "börse" das Gesprächsthema sein.

  • 24.01.2011, 11:09 UhrAnonymer Benutzer: Voltaire

    "Das ifo Geschäftsklima basiert auf ca. 7.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels. Die Unternehmen werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen. Sie können ihre Lage mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" und ihre Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monaten als "günstiger", "gleich bleibend" oder "ungünstiger" kennzeichnen. Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "gut" und "schlecht", der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "günstiger" und "ungünstiger". Das Geschäftsklima ist ein transformierter Mittelwert aus den Salden der Geschäftslage und der Erwartungen. Zur berechnung der indexwerte werden die transformierten Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2000 normiert."

    Die Datenerhebung ist meiner Meinung nach stark "verbesserungbedürftig". Wie wäre es z. b. mit folgenden Fragen:
    - Auftragseingänge relativ zum Vormonat / Quartal in %

    - Auslastungsgrad der Produktionsanlagen im produzierenden Gewerbe in %

    - Umsatzerlöse zum Vormonat / Quartal relativ in %
    - betriebsergebnis (EbiT) im Vergleich zum Vormonat / Quartal in %

    - Ergebnis vor Steuern (EbT) im Vergleich zum Vormonat / Quartal in %

    - Abweichungen der Plandaten Vormonat / Quartal zum iST-Ergebnis in %

    - weitere Daten, aus denen messbare Rückschlüsse in bezug auf den gesamtwirtschaftlichen Trend geschlossen werden kann.

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