Anlagestrategie

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Börsenrally: So reiten Sie den Bullen

Die Spannung an der Börse wächst: Der Dax setzt zum Sprung auf die 8.000-Punkte-Marke an. Soll man jetzt noch einsteigen oder ist das Beste schon vorbei? Welche Aktien sich noch lohnen.

Die Skulptur des Bullen vor der Frankfurter Börse. Quelle: ap
Die Skulptur des Bullen vor der Frankfurter Börse. Quelle: ap

DüsseldorfDie Nervosität wächst mit jedem Tag, an dem der Dax sich weiter der Marke von 8.000 Punkten nähert. Zumindest bei vorsichtigen Anlegern wie Jürgen Dickemann. „An der 8.000er-Klippe ist der Dax in den letzten zehn Jahren zweimal gescheitert und danach massiv eingebrochen“, warnt er. Der Investor managt zwei Spezialfonds für reiche Kunden einer Privatbank. Die lassen ihm freie Hand; er kann Aktien, Anleihen, Bargeld, Derivate mischen. Verluste macht Dickemann selten, und wenn, dann kleine. Das soll so bleiben. Zuletzt habe er daher kaum Aktien gekauft, sagt er. Dem bekennenden Antizykliker missfällt, dass im Moment „scheinbar alle für Aktien sind“. Die Erfahrung lehre: Wenn es erst mal so weit ist, dann ist das Beste an der Börse oft schon vorbei.

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In der Tat schwindet bei vielen Anlegern derzeit das Unbehagen gegenüber der Börse rapide, die Risikobereitschaft steigt, und Aktien sind wieder gefragt. Seit dem Krisentief im März 2009 hat der Dax rund 115 Prozent zugelegt, stieg zuletzt auf den höchsten Stand seit fünf Jahren.

Dax-Prognose: Wo steht der Leitindex Ende 2013?

  • Umfrage

    Knapp 30 Prozent hat der Dax 2012 zugelegt. Weil Deutschlands Topkonzerne bestens aufgestellt sind, hält der Aufwärtstrend in diesem Jahr an, sagen Experten.

    Quelle: Handelsblatt, Stand: 30.12.2012

  • Der Träumer

    Nomura: 8.890 Punkte

  • Die Super-Optimisten

    8500 Punkte erwarten Baader Bank, Commerzbank, Haspa und LBBW

  • Die Optimisten

    Bank of America Merrill Lynch und Warburg: 8400 Punkte
    BHF-Bank und Hauck & Aufhäuser: 8300 Punkte

  • Die Zuversichtlichen

    Santander Bank: 8250 Punkte
    Helaba, HSBC Trinkaus, Landesbank Berlin, Natixis, WGZ-Bank: 8200 Punkte

  • Die Durchschnittlichen

    VP Bank: 8100 Punkte
    BNP Paribas: 8084 Punkte

  • Der Durchschnitt

    Der Schnitt aller befragten Experten liegt bei 8029 Punkten

  • Die 8.000er

    8000 Punkte erwarten bis Ende 2013 Bankhaus Lampe, Bayerische Landesbank, Dekabank, Deutsche Bank und Unicredit

  • Die Vorsichtigen

    7800 Punkte sehen Bank Julius Bär, Berenberg Bank, DZ Bank, NordLB und UBS
    JP Morgan: 7785 Punkte
    Postbank: 7750 Punkte

  • Die Negativen

    Fürst Fugger Privatbank: 7600 Punkte
    Bank Sarasin: 7500 Punkte

  • Die Pessimisten

    National Bank: 7300 Punkte
    Sociètè Gènèrale: 7250 Punkte

  • Der Super-Pessimist

    Bankhaus Ellwanger & Geiger: 6900 Punkte

Zum einen treibt die Erleichterung über ausgebliebene Katastrophen die Kurse: Seit die Europäische Zentralbank im Juni ankündigte, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen aufzukaufen, ist die Euro-Krise im Bewusstsein der Börsianer vorerst entschärft. Die Renditen der Krisenländer-Anleihen sind gesunken, die Gefahr von Staatspleiten ist damit – vorerst – gebannt.

Aber kann pure Erleichterung für nachhaltige Kurssteigerungen sorgen? Stabiler scheint der zweite Faktor, der die Börsen befeuert: der Mangel an Alternativen. „Viele Aktien solider Konzerne mit stabilen Gewinnen sind zwar historisch gesehen auch nicht mehr ganz billig, im Vergleich zu Anleihen und Immobilien aber immer noch attraktiv. Sie bringen Dividendenrenditen von drei bis vier Prozent“, sagt Peter Reichel, Chef der Vermögensverwaltung bei Berenberg, „das ist das Doppelte der Umlaufrendite von Unternehmensanleihen mittlerer Laufzeit und drei Mal so viel wie zehnjährige deutsche Staatsanleihen.“

30 Werte im Test Welche Dax-Aktien 2013 durchstarten

Die deutschen Börsen-Schwergewichte im Härtetest: Bei welchen der 30 Dax-Werte sich ein Kauf für Anleger lohnt, von welchen Werten sie 2013 erst einmal die Finger lassen sollten - in alphabetischer Reihenfolge.

Folge: Immer mehr wohlhabende Privat- und große institutionelle Anleger kehren an die Börse zurück. Andreas Beck, Leiter des Instituts für Vermögensaufbau, der Zehntausende von Depots analysiert, beobachtet, „dass mit der Fortdauer des Zinstiefs und Anlagenotstands die Anti-Aktien-Front weiter bröckelt“. Viele Anleger seien nach Rendite regelrecht „ausgehungert“, so Beck. Das betreffe wohlhabende Privatleute genauso wie die Manager von Versicherungen, Pensionsgeldern und Stiftungen.

Vergangene Woche erzählte der Manager einer Lebensversicherung stolz, dass er seine Aktienquote 2012 „fast verdoppelt“ habe – von 1,6 auf 2,8 Prozent. Immerhin.

  • 21.01.2013, 09:57 UhrEin_Brevier_durchs_bullish

    LaoTse sagt:
    einen Bullen reiten können heißt meist einen ganz bestimmten Bullen reiten.
    Deswegen kann man nicht jeden Bullen reiten, solange man nicht begriffen hat, dass jeder Bulle seinen Reiter anders reitet.

    KungFuTse sagt: Currywurst ohne Curry ist wie Bulle ohne Sonnenbrille.

    Man sieht: Rodeo ist nicht Bullenreiten, und Gleitcreme taugt nicht zur Hautcreme.

  • 21.01.2013, 10:06 UhrDoktorDip

    Hat Markus Frick den Artikel unter Pseudonym verfasst?


    ---
    Ich bleib' bei meinen Griechenland-Anleihen, haha. Die hat der Gabor Steingart damals aufs Wärmste empfohlen.

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/handelsblatt-aktion-wir-kaufen-griechische-staatsanleihen/3426508.html

  • 21.01.2013, 18:32 UhrLungomolch

    Zitat: "Für eher vorsichtige Anleger böten sich breit streuende Fonds an"

    Wenn Sie das tun, dann machen Sie bitte einen großen Bogen um ausländische, thesaurierende Fonds bzw. ETFs. Bei diesen werden die thesaurierten Erträge doppelt besteuert, was sie erst beim Verkauf merken.

    Viele Anleger stellen beim Verkauf frustriert fest, dass die Kursgewinne beim Verkauf fast vollständig wieder abgezogen wurden. Die Zurückerstattung der zuviel gezahlten Steuern über das Finanzamt ist mühsam und erfolgt zudem zeitverzögert.

    Inwzischen werden viele Fonds/ETFs in Luxemburg aufgelegt. Sie erkennen Sie daran, dass die ISIN mit "LU" beginnt. Ich rate daher dringend von diesen Fonds/ETFs ab.

    Ausschüttende Fonds/ETFs sind aber unkritisch, egal wo sie aufgelegt wurden.

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