
FRANKFURT. Die Marktstrategen von Goldman Sachs haben analysiert, wie sich die Börsen in den vergangenen gut drei Jahrzehnten entwickelt haben - und daraus Schlüsse auf die aktuelle Lage gezogen. Das Fazit: Die Rally der Aktienmärkte ist zwar noch nicht ganz vorbei, aber fast. Große Sprünge sind nicht mehr drin. Ähnlich sieht das Carsten Klude, Volkswirt bei M.M. Warburg. Er rechnet mit einer Seitwärtsbewegung. Ziel sei es nun, die Gewinne zu sichern.
Die Experten von Goldman Sachs bezweifeln nicht, dass sich die Wirtschaft im nächsten Jahr erholen und die Konjunktur anspringen wird. Nur dürfte davon an den Börsen wenig zu spüren sein. Wenn die Wirtschaft wächst und die Unternehmensgewinne zulegen, so das Urteil, erzielen Anleger mit Aktien keine großen Gewinne. Wer 2010 zu den Gewinnern gehören will, muss sich also auf anderen Märkten umsehen. Die Strategen der DZ Bank dagegen sind optimistischer: "Langfristig erwarten wir weitere Kursgewinne. Aus früheren Zyklen leiten wir ab, dass der Aktienmarkt nach dem Tiefpunkt einer Rezession die höchsten und dauerhaftesten Anstiegsraten aufweist. Mit dem bisherigen Kursanstieg ist diese Phase noch nicht abgeschlossen", heißt es bei den Genossen.
Goldman unterteilt die Entwicklung an den Börsen in vier Phasen, die dem Auf und Ab der Konjunktur in der Regel vorauslaufen. Am Anfang steht die Verzweiflung, so nennen die Experten Phase eins. Merkmale dieser Periode: Die Wirtschaft steckt in der Rezession, die Stimmung ist mies, die Börsen befinden sich im freien Fall. In dieser Zeit ist das Einzige, was zählt, sein Geld ohne größere Verluste zu retten. Im Durchschnitt dauert eine solche Durststrecke 24 Monate; statistisch betrachtet rutschen die Aktienkurse in dieser Zeit um rund 25 Prozent ab. Besonders heftig erwischte es die Börsen Ende der 1980er-Jahre. Damals sackten die Kurse an der Wall Street um fast 78 Prozent ab. Kaum besser erging es den Anleger 2008. In der Verzweiflungsphase der Finanzkrise verloren Dax und Dow Jones mehr als die Hälfte ihrer Punkte.
Wenn es nicht mehr schlimmer geht und die Kurse ihre Tiefstände getestet haben, beginnt Phase zwei, Hoffnung. Frühindikatoren signalisieren eine zaghafte Erholung der Konjunktur. Von niedrigem Niveau ausgehend setzen die Aktienmärkte zur Aufholjagd an. So schnell wie die Kurse vorher abgestürzt waren, so rasant fällt meist die Gegenbewegung nach oben aus. In dieser Phase streichen mutige Anleger die größten Gewinne ein. Im Durchschnitt dauert dieser Abschnitt zehn Monate und bringt den Investoren Gewinne von mehr als 50 Prozent.
Bis schließlich Phase drei folgt, die Wachstumsphase. Wachstum verzeichnet vor allem die Realwirtschaft, die Gewinne der Unternehmen steigen. Doch so schön das auch klingen mag; an der Börse ist die Zeit der schnellen Gewinne erst einmal vorbei. Die Aktienmärkte stagnieren, die Volatilität nimmt ab. Eine solche Phase kann lange anhalten, im Schnitt 33 Monate; die Aktienkurse fielen in der Vergangenheit rund neun Prozent zurück.
In der vierten und letzten Phase boomt die Wirtschaft, es herrscht Euphorie. Auch an der Börse macht sich übersteigerter Optimismus breit. Viele Anleger, die bis hierhin gezögert haben, steigen ein. An den Aktienmärkten legen die Kurse noch einmal etwas zu. Das geht so lange, bis klar wird, dass die Gewinne der Unternehmen nicht mehr halten können, was die hohen Bewertungen an der Börse versprechen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Internethype zur Jahrtausendwende, als die Aktienkurse immer weiter anzogen. Am Ende - nach durchschnittlich 14 Monaten - kippt die Stimmung, die Börsen brechen ein. Aus Euphorie wird Verzweiflung. Das Spiel beginnt von vorne.
Was folgt daraus für den Anleger? Zunächst einmal muss er wissen, in welcher Phase des Zyklus wir uns im Moment befinden und welche als nächste folgt. Nur so kann er Zukünftiges vorwegnehmen und schneller als andere handeln.
Die Rally der vergangenen Monate trägt alle Kennzeichen der Hoffnungsphase. Mitte März hat der rasante Aufschwung an den Börsen begonnen. Wiederholt sich die Geschichte, dann dürfen sich die Anleger noch über zwei starke Börsenmonate freuen, in denen vor allem Zykliker, also Papiere von Unternehmen, die besonders von der Konjunkturentwicklung abhängen gefragt sind. Goldman geht aber davon aus, dass die Wachstumsphase spätestens im Frühjahr nächsten Jahres beginnen wird.
Größere Gewinne ließen sich dann nicht mehr an den Aktienmärkten erzielen, sondern schon eher mit Rohstoffen. Wer sich trotzdem Aktien ins Depot legen will, sollte Ölkonzerne oder Immobilienunternehmen im Blick haben. Besser als der Markt entwickelten sich auch die Papiere von Reiseanbietern. Die Finger sollten Anleger beispielsweise von Chemie-Aktien lassen.
Meine Güte,
dieses zu lesen,ist ja grauenvoll und kann wohl nur im deutschen November erfolgen, voller Tristheit und Depression, und erfunden in Städten mit permanenter Rollatorparaden aufgepäppelter Rentner, die sich um ihre Spargroschen sorgen...
Zum Teufel mit dem bockmist...wir haben die beste aller Welten...die Aktien-Kurse sind günstig,wie die KGV's eindrucksvoll belegen. Hohe reale Dividendenrenditen sichern manches kurzfristige Risiko prima ab...
Wacht mal auf da in Deutschland ! ich lebe in Asien und sehe jeden Tag nichts als initiativen voll motivierter Organisationen und institutionen, finanziert von gesunden banken und ohne Krebsgeschwüre...
Zum Glück schaffen es diese "älter werdenden" Jens Ehrhardt's dieser Welt genauso wenig wie der eine oder andere Handelsblatt-Redakteur nicht, die sich erholenden Märkte ernsthaft in der Entwicklung zu behindern, bloß weil sie den einen oder anderen Trend verpennt haben...
Es geht voran auf dieser Welt...und das ist gut so!
"Von niedrigem Niveau ausgehend setzen die Aktienmärkte zur Aufholjagd an. So schnell wie die Kurse vorher abgestürzt waren, so rasant fällt meist die Gegenbewegung nach oben aus".
So stimmt das nicht ganz! Eigentlich überhaupt nicht. Ohne die Hunderte von Mrd. der Zentralbanken, fast zinslos natürlich, die für Kredite an die Wirtschaft gedacht waren, zockten die banken wie im Rausch, ohne Risiko. Sind ja alles Steuergelder.
Wenn die Zentralbanken nun diese Kredite wieder zurückfordern, auch nur einen bruchteil davon, dann stürzt das Kartenhaus börse wie Staub in der Wüste in sich zusammen. Reines Gezocke - hat nichts mit einer Erholung der Konjunktur zu tun. Ganz sicher nicht.
Man wer schreibt solche Artikel. Der sollte sich z.b. mal den Versicherungerkonzern Allianz angucken von wo dieser kommt. wir sind doch ganz unten, aber da will wohl jemand Alarm machen, genauso wie mit der Schweinegrippe. Alle schreiben darüber und sterben tut man viel häufiger über nicht berichteten Krankheiten wie normale Grippe oder Krebs. Aber das Volk glaubt halt, was ganz dick da steht.





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