Anlagestrategie

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Brics-Staaten: Auf Börsen-Safari in Südafrika

Brasilien, Russland, Indien, China und inzwischen Südafrika: Aus Bric ist Brics geworden, aber gehört das Land am Kap tatsächlich zu den aufstrebendsten Schwellenländern weltweit? Was Anleger erwartet.

Schwarzer Kontinent Afrika: Unbekanntes Terrain für Anleger. Quelle: Getty Images
Schwarzer Kontinent Afrika: Unbekanntes Terrain für Anleger. Quelle: Getty Images

KapstadtMit viel Pomp und Glamour veranstaltet Südafrika in dieser Woche ein Ereignis, dessen Bedeutung die Regierung mit der vor drei Jahren abgehaltenen Fußball-WM verglichen hat: das erste Gipfeltreffen der Staatschefs aus Brasilien, Russland, Indien und China (Bric) auf afrikanischem Boden. Seit seiner Aufnahme im Jahr 2010 ist Südafrika bereits zum dritten Mal in dem illustren Club dabei, der inzwischen unter dem Kürzel „Brics“ firmiert. Südafrika sieht die Vergabe des Gipfels in die eigene Küstenmetropole Durban als Beweis dafür, dass das Land künftig im Reigen der großen Schwellenländer mitspielen darf – und hofft, dass auch die Anleger dies zur Kenntnis nehmen.

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Allerdings halten längst nicht alle Beobachter dies für gerechtfertigt, nicht einmal Investor Jim O´Neill, der Erfinder des Bric-Konzepts. Er hatte sich im vergangenen Jahr zunächst deutlich gegen eine Beteiligung Südafrikas in der von ihm propagierten Vierergruppe ausgesprochen, weil ihm die Kluft zwischen der Kap-Republik und den anderen vier Volkswirtschaften einfach zu groß erschien. Schließlich gab O´Neill aber doch seinen Segen, weil Südafrika stellvertretend für den ganzen afrikanischen Kontinent und dessen 1,1 Milliarden Menschen stehen soll.

Investieren in Schwellenländern

  • Wo können Anleger investieren?

    In vielen Schwellenländern ist die Anlage von vornherein ausgeschlossen, weil etliche Barrieren vorliegen, etwa Beschränkungen für ausländische Investoren, Besteuerung oder das Fehlen von Aktienmärkten. Damit ist das Spektrum sehr viel kleiner als die Zahl der 170 Länder.  Mobius setzt nur auf die FELT-Märkte. FELT steht für fair, effizient, liquide und transparent. Er kommt so auf mehr als 60 Länder, in denen sich Investments lohnen könnten.

    Quelle: Mark Mobius – Emerging Markets für Anleger, Börsenbuchverlag

  • Wie wichtig sind Schwellenländer-Börsen?

    Die Börsen der Schwellenländer werden immer wichtiger. 2011 entfielen bereits 34 Prozent der gesamten Aktienmarktkapitalisierung der Welt auf Schwellenmärkte. Zehn Jahre zuvor waren es noch nicht einmal zehn Prozent.

  • Wie entwickeln sich die Börsen in den Schwellenländern?

    Die Kursentwicklung kann sich sehen lassen: Die Schwellenländermärkte haben den US-Markt von 1998 bis 2012 um rund 940 Prozent übertroffen und den globalen Markt um mehr als 1.360 Prozent. Natürlich schwankt die Wertentwicklung von Jahr zu Jahr. Und manchmal schneiden die Schwellenmärkte auch schlechter ab.

  • Welche Anlageinstrumente gibt es?

    Anleger können natürlich nicht nur in Investmentfonds mit Schwerpunkt Emerging Markets und entsprechende börsennotierte Indexfonds (ETFs) investieren, sondern auch in Einzeltitel, die an den dortigen Börsen notiert sind. Außerdem gibt es an Aktienmärkten in Industrieländern notierte Hinterlegungsscheine für Schwellenländeraktien.

  • Wie viele Fonds gibt es?

    Als Templeton 1987 den ersten börsennotierten Schwelländerfonds auflegte, engagierte sich noch kein anderer US-Investmentfonds in nennenswertem Umfang in Übersee. Heute stehen Anlegern mehr als 6000 Aktienfonds mit Schwellenländer-Engagements offen.

  • Wie stark sind Anleger investiert?

    Obwohl bereits mehr als 30 Prozent der globalen Marktkapitalisierung auf die Aktienmärkte der Schwellenländer entfallen, sind sie in den Portfolios institutioneller US-Investoren nur mit drei bis acht Prozent gewichtet.

In der Tat wirbt Südafrika als Afrikas mit Abstand größte Volkswirtschaft seit Jahren damit, die ideale Einstiegsnische für Unternehmen in den Kontinent zu sein. Für das Land am Kap bietet das Treffen eine große Chance, sein im vergangenen Jahr arg ramponiertes Image ein wenig aufzupolieren. Alle drei großen Ratingagenturen hatten damals die Bonität des Landes nach den blutigen Streiks in den Platinminen heruntergestuft – zum ersten Mal seit dem Ende der Apartheid vor fast 20 Jahren.

Neben der Führungsschwäche von Präsident Jacob Zuma beklagten die Ratingagenturen vor allem die starke soziale Kluft am Kap sowie den überregulierten Arbeitsmarkt, der dazu geführt hat, dass inoffiziell mittlerweile wohl mehr als 40 Prozent aller Südafrikaner arbeitslos ist. Und während Afrika dieses Jahr im Schnitt um sechs Prozent wächst, sind es in Südafrika gerade einmal 2,8 Prozent.

Schwellenländer Diese Anlagestrategie ist MIST

Die Zeit der großen Schwellenländer, den Brics, scheint vorbei. Gefragt sind stattdessen die „MIST“-Staaten, sagt ein Top-Banker von Goldman Sachs. Doch was verbirgt sich dahinter? Und kann man damit Geld verdienen?

  • 27.03.2013, 19:17 UhrQuimera

    wie kann man im Handelsblatt noch von "Schwarzafrika" sprechen? Der Begriff ist eindeutig rassistisch geprägt. Die korrekte Beschreibung lautet "Sub-Sahara"!

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