Anlagestrategie

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Drei Strategien, drei Depots: Auf Altbewährtes gesetzt

Kerstin Keitel geht in die Offensive. Mit prall gefüllter Kasse schlägt unsere konservative Anlegerin beim Modehersteller Hugo-Boss zu. Dabei sind es nicht die vermeintlichen Kursgewinne die zum Kauf verleitet haben.

Kerstin Leitel Quelle: Bert Bostelmann für Handelsblatt
Kerstin Leitel Quelle: Bert Bostelmann für Handelsblatt

Man sagt uns Frauen nach, dass wir gerne Geld ausgeben. Mir kann man diesen Vorwurf eigentlich nicht machen, schließlich sitze ich immer noch auf einem großen Berg Bargeld. Aber das bringt mir nun einmal keine Rendite. Deswegen habe ich - schweren Herzens - zugekauft: 55 Hugo-Boss-Aktien. Was mich zögern ließ, war nicht das Unternehmen, sondern der Kursanstieg, den die Aktie hinter sich hat. Besonders seit Ende September ging es aufwärts.

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Damals war eine Aktie noch für rund 66 Euro zu haben, ich habe nun rund 88 Euro bezahlt. Dass die Aktie in den vergangenen Monaten kräftig zugelegt hat, ist ein Problem, auf das ich bei vielen interessanten Aktien stoße. Doch letztlich hat mich die üppige Dividendenrendite bei Hugo Boss von über drei Prozent überzeugt. Angesichts der zahlreichen Kaufempfehlungen der Aktienexperten (laut Bloomberg stufen 19 von 32 Analysten das Papier mit Kaufen ein) ist die Gefahr, dass sich die Aktie als Verlustgeschäft erweist, hoffentlich gering.

Kerstin Leitel

  • Die Redakteurin

    Kerstin Leitel arbeitet für die Finanz-Zeitung des Handelsblatt und berichtet vor allem über die Versicherungsbranche.

  • Die Strategie

    Ich will kein Geld verlieren, mit dieser Maxime gehe ich an den Start. Ein ausgewogenes Depot ist für mich wichtig, Anleihen sollen deswegen auch im Portfolio sein. Von Derivaten versuche ich mich allerdings fernzuhalten, was ich nicht verstehe, das kaufe ich nicht. Schließlich lässt sich auch mit Titeln aus Dax und MDax gutes Geld verdienen. Einen Kursrutsch kann ich aussitzen – wenn es anschließend wieder hoch geht. Das kann mir zwar keiner garantieren, aber schließlich versuche ich auf solide Unternehmen zu setzen, die nicht von einem Windhauch aus der Bahn geworfen werden. Und letztlich ist für mich wichtig, wie das Depot zum Kassensturz aussieht.

  • Die Regeln

    Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Zu Wochenbeginn gab es das Papier auch mit einem (leider kleinen) Abschlag: Die Aktie fiel zurück, nachdem bekannt wurde, dass die Analysten von JPMorgan Hugo Boss aus Bewertungsgründen von „Overweight" auf „Neutral" abgestuft haben, das Kursziel aber von 83,00 auf 85,00 Euro angehoben. Nach der Kurserholung liege die Bewertung der Papiere nun nahe dem Sektordurchschnitt, obwohl Hugo Boss zyklischer aufgestellt sowie stärker auf Europa ausgerichtet sei als die Konkurrenz, hieß es in der Studie.

Hugo-Boss-Chef Claus-Dietrich Lahr selbst hatte kürzlich in einem Handelsblatt-Interview erklärt, dass bislang rund 60 Prozent der Umsätze in Europa erzielt würden, etwa 25 Prozent in Amerika und den Rest in Asien. „Asien wird aufholen, auf lange Sicht werden Amerika und Asien mit je 25 Prozent gleich stark sein, Europa aber weiterhin den größten Anteil am Konzernumsatz haben“, sagte er.

Der Manager wird den Konzern auf diesem Weg wohl begleiten: Er hatte kurz vor Weihnachten einen neuen Fünfjahresvertrag erhalten. Bisher hatte Lahrs die Aktionäre überzeugt – bei seinem Amtsantritt hatte das Papier noch weniger als die Hälfte des heutigen Preises gekostet.

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