
Eine Woche im Zeichen der Euro-Krise endet zumindest etwas versöhnlich: Zum Wochenausklang hat mein Depot Boden gutgemacht. Auch der Dax hat sich leicht erholt, auch wenn unterm Strich auf Wochensicht ein Minus von mehr als zwei Prozent steht. Damit hat sich mein spekulatives Musterdepot sogar besser entwickelt als die deutschen Standardwerte. Ein Trost ist das aber nicht.
Bei Aktien mit denen ich bereits ein stolzes zweistelliges Renditeplus erzielt hatte, ist der Gewinn empfindlich zusammengeschnurrt. So geschehen bei Commerzbank und Facebook. Bei Deutschlands zweitgrößtem Geldhaus kam das Zahlenwerk bei Anlegern nicht gut an. Auch das soziale Netzwerk Facebook konnte Börsianer zuletzt nicht überzeugen.
Das Auf und Ab an der Börse, Aktien, Fonds, ETFs, Anleihen - das beschäftigt mich seit Jahren. Nicht nur als Finanzredakteurin, auch privat. Für Handelsblatt Online schreibe ich regelmäßig über Trends an den Märkten und darüber, wie Anleger diese umsetzen können. Mein Depot ist das spekulative.
Spekulativ bedeutet für mich nicht, wild zu zocken, sondern Chancen zu nutzen. Natürlich muss ich dafür entsprechend höhere Risiken eingehen. Um diese Risiken halbwegs unter Kontrolle zu behalten, setze ich in meinem Musterdepot auf breite Streuung. Konkret heißt das beispielsweise, dass ich zwar auf Anleihen mit schwächerer Bonität, also Junk Bonds, oder Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern setze, aber dazu einen entsprechenden ETF wähle. Einzeltitel, Zertifikate und vielleicht auch Hybridanleihen mische ich bei.
Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.
Wirklich gut entwickelt sich mein Griechenland-Engagement. Was habe ich mir doch an dieser Stelle für Kritik anhören müssen, als ich diese zugegebenermaßen heiße Wette eingegangen bin. Bisher geht sie auf! Mittlerweile ist der börsengehandelte Indexfonds (ETF) auf den FTSE Athex 20 mehr als 15 Prozent im Plus, allein in dieser Woche ging es gut sechs Prozent aufwärts.
Weniger gut läuft es bei meinem zweiten Krisenländer-Engagement. Das Zertifikat auf spanische, italienische und portugiesische Aktien hat in der vergangenen Woche fast vier Prozent verloren – die Euro-Krise ist zurück. Zum Glück bleibt mir ein Plus von fast sieben Prozent und die Hoffnung auf bald wieder steigende Kurse.

"Jessica Schwarzers Gewinne schmolzen dahin."
Wie das so ist bei prozyklischem Investieren. Jetzt verstanden, warum nachlesen ohne selbstdenken schadet?

Was haben diese Beiträge mit dem Artikel zu tun?
Ich frage mich immer noch, für was diese Depotrubrik gut sein soll. Es wird vermittelt, dass man als Anleger unbedingt aktiv mit einem Auge ständig auf den Markt schielend unterwegs sein muss. Wenn ich langfristig anlege, z.B. zur Altersvorsorge mit Zeithorizont 20-30 Jahre, dann muss ich mir dieses jeden Tag nachgucken, was Facebook oder die Commerzbank gemacht haben nicht antun. Ich kann dann einfach leben und mich den wirklich wichtigen Dingen des Lebens zu wenden. Ansonsten werde ich ja zum Sklaven meines Geldes und richte meine Emotionen nach dem täglichen Auf und Ab der Kurse aus.
Und für professionelle Trader oder institutionelle Anleger mit kurzfristigem Horizont ist die Vorgehensweise eher amateurhaft (isch hab da nen heissen Tip bekommen...).
Liebe Leute, lebt eher Leben, denn es ist das einzige, was Ihr habt. Zeit und nur Zeit (nicht Gold etc) ist das wertvollste Gut auf Erden und unersetzbar.

@Eddie
Ausser Gold und Silber eignet sich fast nichts als Wertspeicher, denn nur Gold und Silber erfüllen die MINDESTeigenschaften von Geld:
fungibel, liquide, chemisch dauerhaft beständig (im Gegensatz zu Nahrungsmitteln u. Papiergeld),
ohne Verlust teilbar für Wechselgeld (im Gegensatz zu Edelsteinen),
selten und nicht beliebig vermehrbar (im Gegensatz zu Papiergeld = Scheingeld),
leicht transportierbar (im Gegensatz zu Immobilien)
und sogar auch noch steuerfrei erwerbbar (aber nur Gold).
(Anonymes) Gold ist Freiheit von:
Einkommensteuer
Erbschaftssteuern
Vermögenssteuern
Zwangsanleihen
Rentenkassen
Solidaritätszuschlägen
Ex-Ehepartnern
Arbeitsagenturen
Konkursverwaltern
Gerichtsvollziehern
Gold ist unabhängig von der Zahlungsfähigkeit irgendeiner Institution oder irgendeines Staates,
schützt damit vor der entfesselten Luftgeldpumpe, wird weltweit akzeptiert; und und und....
Gibt es denn auch nur einen Staat, der einen Tilgungsplan für die aufgetürmten Schulden hat?
"Wenn der Staat Pleite geht, ist natürlich nicht der Staat Pleite, sondern seine Bürger" (Carl Fürstenberg, deutscher Bankier, 1850-1933)
( deswegen werden sie m.E. ja auch Staatsbürger genannt!)
"Man muß wählen, ob man der Stabilität des Goldes oder der Ehrenhaftigkeit und Intelligenz der Regierungen vertraut.
Bei allem Respekt vor diesen Herren - ich empfehle Gold"
(George Bernard Shaw, 1856 - 1950)
„Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – Null!“ (Voltaire, französischer Philosoph)






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