
Die Amerikaner scheinen den Italien-Schock erstaunlich schnell zu verdauen – vielleicht voreilig. Sie schauen lieber wieder auf den eigenen Markt. Und da bringt der Case-Shiller-Index, der den US-Immobilienmarkt abbildet, eine freudige Überraschung: Er lag im Dezember um fast sieben Prozent über dem Stand des Vorjahres. Das war der größte Sprung seit 2005. In 19 von 20 Städten ging es 2012 aufwärts.
Im November hatte dieser wichtige Index noch eine leichte Schwäche gezeigt, die aber von den Experten – zu Recht, wie sich zeigt – als vorrübergehend und eher technischer Natur eingestuft wurde. Damit bleibt der Immobilienmarkt der wichtigste Motor der amerikanischen Konjunktur, die von der Politik eher Gegenwind spürt.
Mit Finanzthemen beschäftige ich mich seit mehr als 30 Jahren - lange Jahre von Deutschland aus, seit November 2012 von New York aus. Vor meiner Zeit als Journalist habe ich einige Jahre in einer großen Bank gearbeitet und war dort auch an Aktienemissionen beteiligt.
Chancenorientiert heißt für mich vor allem, die Chancen von Unternehmen zu nutzen. Ich kaufe daher in erster Linie Aktien mit einer langfristigen Perspektive. Dazu kommen auch Anleihen, um die Risiken besser zu verteilen. Ich werde eher direkt einzelne Papiere kaufen als indirekt über Fonds und Zertifikate zu gehen, weil das einfacher nachzuvollziehen ist und damit die Transparenz erhöht.
Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.
Ich persönlich bin etwas überrascht, dass die internationalen Investoren die Italien-Wahl, wenn man auf die Kurse schaut, eher noch auf die leichte Schulter nehmen.
Italien ist nicht Griechenland, sondern ein Schwergewicht der Euro-Zone. Und da geben jetzt Politiker zumindest AUCH den Ton an, bei denen man nicht ernsthaft den Willen spürt, notwendige Reformen einzuleiten und am Euro festzuhalten. Nach meiner Meinung ist die Situation daher letztlich ernster als viele andere zuvor, wo die Märkte weitaus nervöser reagiert haben. Wir können gespannt sein, wie lange die noch gefasste Stimmung der Investoren hält.

Sieht man die Ergebnisse der Bemühungen, wäre ev. zu raten, den doch erheblichen Zeitaufwand für die Beobachtung der "Märkte" und die Umsetzung im Depot in eine sinnvollere und ev. sogar einträglichere Beschäftigung zu investieren.
Da könnte man z.B. mit einem Kurs im Baumarkt den teuren Handwerker sparen, die eigene Hütte vorsorglich renovieren und für einen Verkauf aufwerten, einen Job als Nachtwächter auf EUR 400.- Basis machen o.ä.
Jedenfalls hätte ich keine Lust, für die Peanuts, die mit erheblichem Risiko hier "verdient" werden, auch nur eine halbe Stunde täglich zu opfern.

@OnkelBen:
Na, dann outen Sie sich doch mal; anregenderweise, in Begleitung dieses täglichen updates.
;-)

@Nationalspieler:
Bei aller Kritik am heutigen Journalismus, die auch mir nicht fremd ist, und bei allen tatsächlich systemrelevanten Problemen politischer Ursächlichkeit:
Es wäre ums System schon einiges besser bestellt, würden 'immer mehr Menchen' hoffentlich nun wachen Geistes nicht nur erkennen, welche mehr oder weniger werthaltigen Alternativen es zu ihren 'Geldscheinen' resp. darauf gezahlten bzw. versprochenen Zinsen gibt, anstatt sich über mögliche Renditen (die so zwangsläufig nur 'wenigen' zugute kommen) zu echauffieren und fadenscheinigen Steuerpopulismus zu beklatschen.
Und vielleicht ist auch das Intention dieser 'Lohnschreiber' eines Wirtschaftsblattes; egal, von wessen 'Gnaden'.
Dass Politiker versuchen, einen 'run' aus 'Geldscheinen' zu vermeiden, ist überdies wohl deren Pflicht und im Sinne des Systems, wo sie vorher in Legislative und Kontrolle systemrelevante Subjekte betreffend sowie hinsichtlich der allgemeinen Kapitallenkung versagt haben.
Und wären 'immer mehr Menschen' mal mittels Kopfgebrauch zeitig auf den Überschuldungstrichter gekommen anstatt arglos-bequem ein Zinsanspruchsdenken implementiert zu haben ... - gäbe es diese Krise so gar nicht.
- Ich hoffe, die Rubrik wird trotz bisher wohl nur mäßigen Leserinteresses weiter geführt und fruchtet noch in anregenden Kommentaren.






5 Kommentare
Alle Kommentare lesen